Digital Signage bei Deutschlands Top 10 Lebensmittelhändlern

- Anlässlich der EDEKA Bilanzvorlage wurde diese Woche die Top 10 der umsatzstärksten deutschen Lebensmittelhändler vom Handelsblatt (dpa) zusammengestellt. invidis zeigt, wie sich die Digital Signage-Netzwerke der Top 10 darstellen. von Florian Rotberg

Handelsblatt 2010 LEH Top 10

Handelsblatt 2010 LEH Top 10

Lebensmittelumsatz 2010 (in Euro)

  1. EDEKA  43,5 Mrd
  2. Rewe (Rewe/Penny) 37,5 Mrd
  3. Metro-Konzern (Metro C&C, Real, Kaufhof) 30,24 Mrd
  4. Schwarz Gruppe (Lidl/Kaufland) 28,4 Mrd
  5. Aldi (Süd & Nord) 24,5 Mrd
  6. Lekkerland 7,9 Mrd
  7. Tengelmann 7,3 Mrd
  8. Schlecker 4,3 Mrd
  9. Globus 4,2 Mrd
  10. DM 4,0 Mrd

Und so sieht es nun mit Digital Signage-Projekten bei den Top 10 LEH-Playern aus. Hier die invidis-Übersicht:

  1. EDEKA: die einzelnen Regionalgesellschaften konnten sich bisher auf keinen nationalen Anbieter einigen. Viewento bietet den Einzelhändlern bei EDEKA Süd und Neoadvertising bei EDEKA Nord Digital Signage-Lösugen an. Da jeder EDEKA-Einzelhändler ein selbstständiger Kaufmann ist, ist eine einheitliche Lösungen auch in Zukunft weiter unrealistisch.
  2. Rewe: großer Pilot durch Telekom out of Home im Verkaufsgebiet Rhein Main – Vermarktung von Rewe TV durch Echion. Der Rewe-Pilot des Telekomteams ist sicherlich der Größte im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Erste Ergebnisse sind vielversprechend, sodass ein nationaler Roll-out durchaus wahrscheinlich ist. Mit Echion setzt man bei der Telekom auf einen ausgewiesenen LEH-Vermarktungsprofi. Mehr Infos zu Echion finden Sie im  invidis Echion Interview.
  3. Metro Konzern: die Metro ist Marktführer der Concept Stores. Der aktuelle Real Futurestore (invidis Bericht) in Tönisvorst gilt als lebendige Testplattform. Eine Entscheidung für einen Roll-out  bei Real wurde bisher immer wieder verschoben. Kaufhof setzt auf ein eigenes Merchandising-Netzwerk ohne Fremdvermarktung. Hier werden zur Zeit Scala Systeme durch die Seen Media ausgerollt.
  4. Schwarz Gruppe: der Discounter Lidl verzichtet bisher auf Instore-TV, die Kaufland Outlets wurden vom Netzwerkbetreiber meybec vermarktet (invidis berichtete). Allerdings ist es seit einiger Zeit sehr still um meybec aus dem Westerwald geworden. Laut Aussagen der Geschäftsführung vom Oktober letzten Jahres wurde die Insolvenz abgewendet, frisches Kapital akquiriert und das Unternehmen strategisch neu ausgerichtet.
  5. Aldi: weder Aldi Süd noch Nord setzten auf Digital Signage am Point of Sale. Ein Pilot von Aldi Süd in Frankfurt/Main (invidis berichtete) blieb eine Testinstallation. Die beiden Aldi Gesellschaften befinden sich aber in guter Gesellschaft mit den Hard-Discounter Wettbewerbern Penny und Lidl, die auch ohne Displays auskommen.
  6. Lekkerland: verfügt über kein eigenes Filialnetz – beliefert ausschließlich Tankstellen, Kioske etc.
  7. Tengelmann: Netvico rollt seit 2010 in den drei übriggebliebenen Tengelmann Regionen Berlin, Rhein-Ruhr und München ein State-of-the Art Digital Signage System aus. Im Rahmen des Rebranding der Kaisers-Tengelmann Filialen werden die Retailflächen mit Stelen und von der Decke abgependelten Displays ausgestattet. Zusätzliche Displays werden in den Ladenbau der Fleisch/Fischtheken integriert. Das Tengelmann ist bisher die überzeugenste Lösung im deutschen LEH.  Einige lokale Einzellösungen befinden sich noch bis Vertragsende im Kassenbereich. invidis Netvico Interview
  8. Schlecker: Schlecker TV – der Urvater von Digital Signage mit DVD und Röhrenfernsehern. Einziges bundesweites Instore-TV Netz mit mehr als 9.000 Outlets und Ton. Schlecker erfindet sich zur Zeit neu – u.a. wurde das Filialnetz bereinigt und ein neues Ladenbaukonzept wird ausgerollt. Ob der Blaue Röhrenfernseher mit angeschlossenem DVD Player auch im neuen Konzept eine Heimat hat ist stark zu bezweifeln. FAZ-Hintergrundartikel
  9. Globus: lokale Einzellösungen – kein nationales Konzept.
  10. DM: DM verzichtet bisher wie die Drogerie Wettbewerber Rossmann und Müller auf ein flächendeckendes Digital Signage Netz. In Österreich und an einigen deutschen Standorten wird allerdings der Einsatz mit Bildschirmen gestestet. Die DM-typische Selfservice-Touchstelen für Payback und andere Leistungen wachsen aber in den neuesten Filalen bereits zu ordentlicher Größe.

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