Patienteninformation mittels TV Wartezimmer

Europas führender Gesundheitssender

- Einer der Hidden Champions des deutschen Digital Signage Markts ist TV-Wartezimmer. Das  von Markus Spamer gegründete Unternehmen hat sich  in den letzten sieben Jahren  zu einem der führenden europäischen Anbieter entwickelt. Mit 40 Mitarbeitern in vier Tochtergesellschaften erwirtschaftete man im  vergangenen Jahr 2010 einen Umsatz von 8.1 Mio Euro. von Florian Rotberg

TV Wartezimmer - Markus Spamer im invidis Lounge Interview

TV Wartezimmer - Markus Spamer im invidis Lounge Interview

Zurzeit umfasst das Netzwerk mehr als 5.200 Displays (Panasonic und Samsung Displays) in Wartezimmern von Arztpraxen in Deutschland und dem angrenzenden deutschsprachigen Ausland. invidis traf sich mit Geschäftsführer Markus Spamer und Christian-Georg Siebke (Verantwortlich für Content und Programmplanung) zu einem Hintergrundgespräch in der Firmenzentrale in Freising unweit des Münchner Flughafens.

TV-Wartezimmer sieht sich nicht als klassischer Digital Signage Netzwerk Anbieter sondern als ganzheitlicher Kommunikationsdienstleister für Ärzte. Und der Markt ist groß: mehr als 200.000 Arztpraxen gibt es in Deutschland und weniger als 5% davon verfügen über ein digitales Informationsmedium im Wartezimmer. Da ist noch einiges zu tun. Spamer geht davon aus, dass TV-Wartezimmer einen Marktanteil von 80% in Deutschland besitzt, der Rest teilt sich auf kleinere Wettbewerber wie La-Well auf.

Digitale Informationssysteme im Wartezimmer unterscheiden sich fundamental von anderen Digital Signage Netzen. Rechtliche Bestimmungen lassen nur wenig Spielraum für Werbung, die Zielgruppe ist die gesamte Bevölkerung und somit sehr heterogen. Durch die bei TV- Wartezimmer mögliche Ansteuerung jedes einzelnen Standortes, können aber durchaus auch sehr zielgruppengenaue Kampagnen geplant werden, beispielsweise in dem man eben nur gynäkologische Praxen auswählt mit der Zielgruppe Frauen.

Doch die größte Herausforderung ist der Arzt selber. Denn die Mehrzahl der Ärzte definiert sich (noch) nicht als Dienstleister und den Patienten nicht als Kunden. Daher tun sie sich schwer damit ihre Arbeit als Dienstleistung zu betrachten und entsprechend zu bewerben.

Lernen könnten die Ärzte von Apotheken – so Christian-Georg Siebke im Gespräch. „Apotheken haben gelernt Flagge zu zeigen und sich zu positionieren, dem Bürger fallen Apotheken im Straßenbild viel mehr auf als Zahnärzte. Obwohl es in Deutschland mehr als doppelt so viele Zahnarztpraxen wie Apotheken gibt.“

In den sieben Jahren seit Gründung hat das Geschäftsmodell von TV-Wartezimmer konsequent auf Einnahmen durch den Standortpartner Arzt und nicht auf Werbeerlöse gesetzt. Noch heute stammen mehr als 95% der Umsätze aus dem Verkauf des Produkt- und Dienstleistungspaketes, welche die Ärzte an TV-Wartezimmer bzw. an die finanzierende Leasinggesellschaft bezahlen. Pro Display und Monat zahlt ein Arzt ca. 180 EUR Leasingrate. Das beinhaltet ein 25 minütiges Rahmenprogramm mit aktuellen News, General Interest Content etc. Den zweiten Teil der i.d.R. 45 minütigen Contentschleifen kann der Arzt aus über 500 Informationsfilmen zu ärztlichen Zusatzprodukten auswählen, eine individuelle, vollanimierte Praxispräsentation erstellen lassen oder auch eigenen Content einspielen. Änderungen erfolgen ausschließlich über das eigene Call Center. Über 20.000 praxisindividuelle Programmänderungen werden von dem eigenen Serviceteam jährlich bearbeitet.

Man merkt Markus Spamer an, dass er die Bedürfnisse seiner Zielgruppe sehr gut kennt. Wenn auch nach eigenen Angaben mit reichlich Trial-and-Error. Seit gut einem Jahr rüstet TV-Wartezimmer die Arztpraxen mit einem eigenen Servicetelefon aus. In einer schicken TV-Wartzimmer Logo Ladestation stehen schon mehr als 1.500 dieser speziellen Mobiltelefone in deutschen Praxen. Mit nur 3 Tasten ausgestattet ermöglicht Spamer seinen Kunden eine direkte und einfache Kommunikation mit dem Wartezimmer Callcenter. Die beiden anderen Tasten können monatlich von Anbietern medizinischen Dienstleistungen und Produkte belegt werden, die somit auch eine direkte Kommunikation zu ihrer Zielgruppe aufbauen können. Dies ist ein nettes Zusatzgeschäft für TV-Wartezimmer.

Ähnlich agiert das Freisinger Unternehmen auch beim Thema Praxismarketing. Das neuste Angebot ist ein One-Stop-Shop in dem Ärzte Visitenkarten, Homepages und andere Marketingmaterialien bestellen können. Aus der Nachfrage geboren positioniert sich TV-Wartezimmer somit immer mehr als ganzheitlicher Kommunikationsdienstleister.

Aber besonders stolz ist Markus Spamer darauf, dass sein Unternehmen aus dem eigenen Cash Flow finanziert wurde und nach wie vor wird. Die Hardware und das inkludierte Dienstleistungspaket wird nach Vertragsabschluss an eine Leasinggesellschaft übergeben, die die monatlichen Einnahmen über die fünf Jahre Vertragslaufzeit einbehält. TV Wartezimmer ist somit nicht mehr im Investment gebunden.

Für die Zukunft sieht TV Wartezimmer allerdings eine große Verschiebung des Business Modells in Richtung Werbezeitenvermarktung.

 

 

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