West Point Media setzt auf Shopping Center

- Platzhirsch Ströer Digital erhält bei den Einkaufszentren einen möglichen Konkurrenten mit „finanziellem“ Biss. Ab 2012 könnte Ströers Neueinkauf ECE flatmedia in West Point Media ein Gegenspieler erwachsen, der es sportlich mit ihm aufnehmen will. So sehen es jedenfalls die Herausforderer von West Point Media. Die Briten reizt der deutsche Markt für digitale Portraitformate und hier will man das Portfolio merklich vergrößern. Getreu dem Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft. Im neuen Jahr sollen bis zu 15 Malls hierzulande in die Vermarktung aufgenommen werden. von Florian Rotberg

DooH-Newcomer West Point Media

DooH-Newcomer West Point Media

Noch ist West Point Media ein kleiner Konkurrent, der auf dem hiesigen Markt seine ersten Erfahrungen sammelt und – ganz gentlemanlike oder auch vielleicht auch Mangels Buchungen – deutsche Hilfsorganisationen unterstützt (invidis berichtete). Ab 2012 wollen die Briten nun mithilfe finanzstarker Investoren den deutschen Markt weiterentwickeln. Dazu wurde u.a. auch ein langfristiger Vertrag mit Sonae Sierra geschlossen. Der portugiesische Shopping Center Betreiber ist in Deutschland mit Alexa (Berlin), Loop5 (Darmstadt) und Münster Arkaden am Markt vertreten und errichtet zurzeit neue Shopping Center in Solingen und Garbsen (Hannover). Die vorhandenen Digital Signage Installationen in Berlin und Darmstadt wurden bereits auf Portraitformat umgerüstet.

West Point Medias Markteintritt in den Digital out of Home Markt erfolgte 2010 – seitdem expandiert das Unternehmen stark. Als „Sparringspartner“ hat man sich die von Ströer übernommene ECE flatmedia ausgesucht, denn man möchte sich  hierzulande am Marktführer messen. Als Grund für die Expansion nach Deutschland gibt das Unternehmen die Stärke der deutschen Wirtschaft an. Der deutsche Markt soll als zweites Standbein für West Point Media ausgebaut werden. Inwieweit 2012 ein gesamtwirtschaftlich starkes Jahr werden kann, ist derzeit allerdings schwer zu sagen. Allerdings gibt es zumindest momentan auf Verbraucherseite ein erstaunlich hohes Vertrauen, wie der jüngste GfK-Konsumklimaindex zeigt.

Neben Expansion will West Point Media auch durch Innovation punkten. Im Oberhausener Centro werden jetzt interaktive Stelen getestet. Derzeit noch Showcase, könnten diese mittelfristig Standard werden, deutet West Point Medias Commercial Director Ian Wheal gegenüber invidis.de an. In Oberhausens Einkaufs-Mall setzt man zusätzlich auch auf MeterLive-Technologie. Das anonyme Tracking von Besucherbewegungsprofilen hat bei Werbetreibenden bereits großes Interesse geweckt.

Aber da wird auch Titelverteidiger Ströer mitspielen wollen. Boxen ist ja ursprünglich eine Sportart unter Gentlemen. Ströer wird gemeinsam mit West Point in den Ring steigen. Wie viele Runden beide Gegner umeinander herumtänzeln, und wer wann mit einer Geraden in die Offensive geht, wird 2012 zeigen. Immerhin ein olympisches Jahr. (tk)

invidis Kommentar

Florian Rotberg / invidis consulting

Wettbewerb belebt das Geschäft aber bis West Point Media wirklich Ströer Digital auf Augenhöhe Paroli bieten kann wird es noch länger dauern. Die nationale Reichweite der Ströer Digital Netze von wöchentlich über 150 Mio Bruttowerbekontaktmöglichkeiten ist ein starker und zurzeit unschlagbarer Trumpf.

Außerdem verfügt Ströer Digital in den ECE Shopping Centern über langfristige Exklusivverträge. Aber Potential bei Shopping Centern ist noch reichlich vorhanden: Neben der marktführenden ECE sind die MfI (Arcaden Center) und viele kleinere Centerbetreiber noch Digital out of Home Diaspora. Ein finanzstarker Anbieter könnte ein ansehnliches nationales Netz etablieren. Nicht ganz vergleichbar ist die Vermarktung regionaler Shopping Center (Fachhandelscenter) der Metro Assest Management (MAM), die sich bereits die Telekom out of Home Media gesichert hat. Hier steht sicherlich eine Regionalvermarktung im Fokus.

Unabhängig von den Aussichten von West Point Media zeigen die beiden Markteintritte in 2011 der britischen Anbieter West Point Media und Amscreen deutlich das stark gestiegene internationale Interesse am deutschen Digital out of Home Markt. Deutschland wird aller Voraussicht nach in 2012 erstmals auch bei der digitalen Außenwerbung der größte europäische Markt sein. Bisher ist hier der britische Markt mit 110 Mio EUR (2010) führend. Bei der Gesamtwerbemarktbetrachtung liegt Europameister Deutschland weltweit an Position vier.

 

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