Fokus auf öffentliche Infrastruktur

Harris Corporation stellt Broadcast Communications zum Verkauf

- Bei Vorlage der Quartalszahlen verkündet die Harris Corporation, die Broadcast Communications aus dem Konzern herauszulösen. Ein Verkauf und andere Optionen werden diskutiert – idealerweise soll die Trennung innerhalb eines Monats erfolgen. von Thomas Kletschke

Harris Corporation: Broadcast Communications wird in die Freiheit entlassen

Harris Corporation: Broadcast Communications wird in die Freiheit entlassen

Manchmal geht es schnell: Mit der Veröffentlichung der Zahlen für das dritte fiskalische Quartal gab Harris Corp. am gestrigen 1. Mai in Melbourne (Florida) die Trennung von der bisher in der Konzerneinheit Integrated Network Solutions beheimateten Broadcast Communications bekannt – in der auch die DooH-Aktivitäten gebündelt sind. Die offizielle Verlautbarung ist recht knapp gehalten. Da die Broadcast-Aktivitäten nicht mehr zum Kern-Business des Milliarden-Konzerns passen, sollen sie abgestoßen werden. Ob ein Verkauf oder ein eigenständiger Start dabei herauskomt, ist bisher noch unklar. Offen scheint, ob Harris Corp., die vor allem mit Regierungs- und Rüstungsaufträgen ihr Geld verdient, bereits mit möglichen Partnern (vor-) verhandelt.

Allerdings ist der Zeitplan relativ sportlich, wie US-Medien berichten. Zwar wisse man bisher nicht, welcher Konkurrent derzeit als ernsthafter Kaufinteressent in Frage käme, zitiert das Branchenmedium Radio World die Harris-Sprecherin Terri Black, zugleich Marketing Director des Unternehmens. Allerdings wolle man bis zum Start in das neue Konzern-Fiskaljahr einen Käufer finden – das wäre bereits im Juni.

Auch Harris Morris – President Broadcast Divison – äußerte sich gestern in einem Presse-Statement zur Zukunft des Unternehmensteils. Darin betont er, die Loslösung aus dem Konzernverbund und eine neue Eigentümerstruktur würde positive Effekte für Broadcast Communications bedeuten. Für die weltweite Kundschaft und die Handelspartner würden sich keinerlei Nachteile ergeben, so Morris weiter. Die Unternehmensentscheidung unterstütze er voll und ganz; sie sei richtig und erfolge zum richtigen Zeitpunkt für Konzern und die Broadcaster.

Die Quartalszahlen des gesamten Konzerns hatten die Analystenerwartungen nicht getroffen. Ein Quartalsverlust von 353 Millionen US-Dollar musste verbucht werden, nachdem das dritte Vorjahresquartal noch mit Einnahmen von rund 140 Millionen Dollar positiv verlaufen war. Allerdings werden insgesamt Einnahmen von 5,45 Milliarden Dollar für das gesamte Konzernjahr 2012 erwartet – bei einer gesunkenen Profitabilität.

Während im dritten Quartal 500 Millionen Dollar Einnahmen bei Integrated Network Solutions verbucht werden konnten, zeigt sich innerhalb dieses Konzernteils, dass mit Bereichen wie etwa Healthcare Solutions sehr gut verdient wurde. Demgegenüber fielen die ebenfalls in den Integrated Network Solutions bilanzierten Broadcast Communications zurück. Gründe hierfür seien eine gesunkene US-Nachfrage sowie weltweit längere Liefer- und Auslieferzeiten gewesen, heißt es in der aktuellen Börsen-Pflichtmitteilung des Konzerns.

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