Digital Signage Expo Europe in Berlin

Alter Wein in neuen Schläuchen

- Die Digital Signage Expo Europe feierte in der vergangene Woche Premiere in Berlin. Bisher fand die jährliche Veranstaltung in Essen statt. Die einzige kombinierte Kiosk- und Digital Signage-Messe in Deutschland hatte es in der Vergangenheit nicht immer einfach. von Florian Rotberg

DSX 2012 in Berlin

DSX 2012 in Berlin

Die größten Herausforderungen liegen darin den Spagat zwischen traditioneller Kioskbranche und dem noch jungen Digital Signage Markt hinzubekommen. Und den gewerblichen Endkunden auf die Veranstaltung zu ziehen, um den Vorwurf des oft zitierten Klassentreffens zu entgehen.

Bildergalerie der Digital Signage Expo 2012 in Berlin

Bildergalerie der Digital Signage Expo 2012 in Berlin (direkt nach Eröffnung)

Durch den Umzug nach Berlin und in die stimmungsvolle Event-Location sind diese Herausforderungen noch nicht gelöst worden. Aussteller und Fachbesucher äußern sich gleichermaßen enttäuscht, was das Thema Digital Signage anbelangt.

Weder die wichtigen Display-Hersteller, noch die großen Softwareanbieter / Integratoren waren in Berlin zu finden. Allein der Lokalmatador ~sedna sowie die Dresdner eKiosk waren großzügig präsent. Eine Neuerung gab es allerdings. Die auch von der Münchner Digital Signage Konferenz bekannten Lounge-Ecken wurden von dem Veranstalter eingeführt. Blackbox und Digital Signage Expo Rookie MMS verzichteten auf den eigenen Messebau und buchten lieber die Lounge-Ecken.

Aus der Self-Service/Kiosk Branche waren dagegen viele Aussteller an die Spree gekommen. Darunter NCR, 3M und auch Friendlyway.

Der neu eigeführte Ausstellungsschwerpunkt App Expo leidete dagegen unter der fehlenden Sichtbarkeit.

Laut Veranstalter HF Networks konnten in diesem Jahr 35% mehr Vorab-Besucherregistrierungen gezählt werden. Auch einige zusätzliche Aussteller waren im alten Berliner Tramdepot am Gleisdreieck zu finden.

Dennoch geht das Konzept einer endkundenorientierten Kiosk- und/oder Digital Signage-Messe nicht auf!

Die Gründe dafür sind recht einfach: es gibt auf Seiten der Endkunden zu wenige dedizierte Ansprechpartner für die Thematik Digital Signage, die eine solche Messe besuchen. Techniker zieht es auf die klassischen IT-Messen, das Marketing bevorzugt Veranstaltungen, bei denen alle Aspekte des aktuellen Marketing-Mix berücksichtigt werden.

Enterprise Endkunden, die nach Berlin gekommen waren, um sich über Digital Signage-Lösungen zu informieren, wurden besonders enttäuscht: keiner der wichtigen Marktführer aus den Bereichen Software- und Hardware waren vertreten. Welchen Stellenwert hat eine Messe, wenn die wichtigsten Unternehmen ihre Unterstützung verweigern?

Die Veranstalter geben der Messe gerne einen europäischen Touch. Eine Umfrage unter den Ausstellern ergibt allerdings, dass ein Großteil der Leads aus Deutschland stammt.

Allerdings waren in diesem Jahr verstärkt Mitarbeiter von Agenturen unter den Besuchern – das ist wohl der größte Vorteil den der Standort Berlin bieten kann.

Digital Signage Messen haben und werden es weiterhin schwer haben, solange die Zielgruppen nicht klar definiert und Möglichkeiten gefunden werden, diese zur Veranstaltung zu locken.

Allein die ISE mit dem klaren Fokus auf Systemintegratoren hat bisher ein tragbares Messekonzept gefunden.

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