Trends von der CES 2013 – Teil 2

4K in 84“ – Ultra HD-Displays werden immer größer

- Ging es letztes Jahr schon um 4K-Displays, waren die Bildschirmdiagonalen noch um die 55 Zoll groß. Jetzt legen die Hersteller nach: 55″ beziehungsweise 56″, 65″ und 84″ sind nun im Programm. Entwicklung und Produktion von Ultra HD-Displays sind kompliziert und teuer – aber immer mehr Hersteller bieten sie an: Die koreanischen Konzerne LG und Samsung sowie die japanischen Hersteller Sharp, Sony, Panasonic und Toshiba zeigten auf der CES 2013 4K-Displays. von Peter Beck

Sony XBR-55X900A - der 55-Zöller ist eines der drei Consumer-Displays in 4K-Auflösung, die aktuell angeboten werden (Foto: Sony)

Sony XBR-55X900A – der 55-Zöller ist eines der drei Consumer-Displays in 4K-Auflösung, die aktuell angeboten werden (Foto: Sony)

Mit immer größeren Displays zeigte die CES, was 100-Zöller bieten können. Während Modelle in diesen Größen bei Preisen um 20.000 Euro aktuell auch nicht für jeden Business-Kunden attraktiv sein mögen, geht bei den Ultra HD-Schirmen ebenfalls der Trend zu mehr Größe. Auch sie sind derzeit für deutlich mehr als einen Appel und ein Ei zu haben. Preise von bis zu 25.000 US-Dollar werden momentan für einen 84-Zöller in 4K aufgerufen. Aber: Es kommen immer mehr Hersteller mit 4K-Displays zur CES beziehungsweise auf den Markt. Sinkende Preise sind derzeit noch kein Thema, wohl aber eine Frage der Zeit. Indizien dafür, dass Ultra HD TV in den kommenden Jahren in der 4K-Variante auch in professionellen Anwendungen real werden kann – und auch erschwinglicher für beide Kundengruppen.

Im Mai 2012 hatte – wie invidis.de berichtete – die Working party 6C (WP6C) der Internationalen Telekommunikations-Union mit den Ultra HD-Normen 4K und 8K die beiden Nachfolgestandards zu HDTV und Full HD definiert. 4K kommt dabei auf 8 Millionen Bildpunkte, die sich aus 3840×2160p zusammensetzen.

Bis 84 Zoll Bildschirmdiagonale gehen gleich drei Hersteller: Toshiba, Sony, Samsung und LG haben Displays in dieser Größe präsentiert, die Ultra HD-Content ausliefern. Kleinere 4K-Displays zeigten Panasonic (20″) und Sharp (IGZO 32-Zöller).

Kaufkräftige 4K Early Adopters beackern den Consumer-Markt

Mit dem 84LM9600 hat LG einen 84-Zöller in 4K im Angebot, der aktuell in 40 Ländern erhältlich ist (Foto: LG)

Mit dem 84LM9600 hat LG einen 84-Zöller in 4K im Angebot, der aktuell in 40 Ländern erhältlich ist (Foto: LG)

Während neue Technologien wie 3D bisher im Consumer-Markt hierzulande immer noch auf einen Durchbruch warten – und in diesem Fall schon einen Neuanlauf bedeuten – ist das Mehr an Pixeln und Bilddichte bisher noch jedes Mal im Massenmarkt weltweit gut aufgenommen worden. Mit Sonys Ankündigung, künftig Blue Ray-Medien mit dem Merkmal „Mastered in 4K“ anzubieten, ist ein weiterer Kaufanreiz für Consumer-Kunden gesetzt worden, der einen Wechsel hin zu Ultra HD-Displays schmackhaft machen wird, zumindest für Early Adopters. Letztere rechtfertigen – die entsprechende Kaufkraft vorausgesetzt – vor sich selbst den Kauf eines 4K-Displays mit der Abwärtskompatibilität. Die Schirme rechnen auch niedriger aufgelöste Signale entsprechend hoch. Ob der Kunde dabei künftig eher zum OLED greift, oder IGZO mit seinem Alleinstellungsmerkmale (sehr gute Lichtausbeute, sehr schnelle Verarbeitung von Bildsignalen bei sehr dünnem Display) bei den Konsumenten zum Zuge kommt, hängt von vielen weiteren Faktoren ab.

Toshibas Ultra-HD-Modelle aus der Reihe L9300sollen als 58-Zöller bis hin zur 84-Zoll-Größe (Foto: Toshiba)

Toshibas Ultra-HD-Modelle aus der Reihe L9300sollen als 58-Zöller bis hin zur 84-Zoll-Größe (Foto: Toshiba)

Ein entscheidender Punkt für einen Durchbruch im Consumer-Markt, der damit mittelbar auch den Business-Markt beeinflusst, ist die Verfügbarkeit von 4K-Content. Die größten Investitionen und die wohl auch längsten Planungen sind mit der Bereitstellung der Sende-Infrastruktur bei Pay- und Free-TV-Kanälen verbunden. Zudem werden entsprechende 4K–Aufnahmesystemebenötigt. Hier tut sich schon etwas: Während Kamerahersteller wie Arri aktuell noch lediglich Profi-Kameras für 2K-Produktionen wie die Alex im Programm haben (kam etwa bei Life of Pi oder Sky Fall zum Einsatz), ist etwa Sony schon weiter. Der japanische Konzern hat aktuell zwei Kameras für die professionelle 4K-Produktion im Angebot (PMW-F5 und PMW-F55) – und mit der F65 auch eine erste Kamera, die mit einem 8K-Sensor arbeitet.

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