Retina Displays

„Geisterbilder“ – Klage gegen Apple und Ärger für LG

- In Kalifornien wurde jetzt von einem Nutzer von Apples MacBook-Pro eine Klage gegen das Unternehmen aus Cupertino eingereicht, die sich zur Sammelklage ausweiten kann. Grund sind eingebrannte „Geisterbilder“, die immer wieder bei den Notebooks mit Retina-Display auftauchen. Da die Displays von verschiedenen Lieferanten wie LG und Samsung stammen, kristallisiert sich zumindest ein Imageproblem für LG heraus. Denn betroffen scheinen bisher die IPS-Displays der Koreaner zu sein. von Thomas Kletschke

Anrollende Klagwelle wegen IPS-Display möglich - aktuelle Werbung für das MacBook Pro (Screenshot: invidis.de)

Anrollende Klagwelle wegen IPS-Display möglich – aktuelle Werbung für das MacBook Pro (Screenshot: invidis.de)

Wie der juristische Fachinformationsdienst Law 360 und weitere US-Medien berichten, hat bisher ein Besitzer eines betroffenen Apple-Laptops mit einem IPS-Display eine putative class action, also eine Sammelklage, eingereicht – sie ist damit offen für andere potenzielle Kläger. Die Klage von Beau Hodges wurde vor einem der vier Bundesgerichte eingereicht, die für die verschiedenen kalifornischen Distrikte zuständig sind. Über die Höhe des geforderten Schadenersatzes machten die Beteiligten bisher keine Angaben.

Der – bislang einzige – Kläger sieht sich im Nachteil, da wohl einige der von Apple verwendete IPS-Display von LG zu eingefrorenen „Geisterbildern“ auf den zuvor stark beworbenen Retina-Displays führen. Apples Praxis, Displays von zumindest zwei Herstellern zu verwenden, wird jetzt bei der eingereichten Klage als Argument gegen den Konzern genutzt. Da sich die wohl nicht betroffenen Displays aus Samsung-Produktion und die betroffenen LG-Chargen so gründlich in ihrer Qualität unterschieden, hätte Apple laut Klage auch das MacBook Pro nicht als ein identisches Produkt vermarkten dürfen. Da der Käufer auch nicht die Möglichkeit gehabt habe, vor dem Kauf sich für ein Modell mit dem Display eines der beiden Vorlieferanten zu entscheiden, setzt der Kläger hier an.

Für den koreanischen Konzern LG hat die jetzt bekannt gewordene Klage zumindest einen Rückschlag beim Image verursacht – zahlreiche B2C-Medien berichten über das Problem und auch über den aktuellen Fall. Ob in einem erfolgreichen Klagefall gegen Apple zudem auch Regressansprüche auf LG zukommen könnten, ist bisher nicht bekannt. Da Apple bisher bei Reklamationen die verbauten Displays ausgetauscht hat, könnte LG schon aufgrund dieser Maßnahmen auch finanzielle Nachteile gehabt haben.

Apple hat zwar durch Ratschläge in einem Support-Dokument Tipps gegeben, setzt aber zumindest bisher auch weiterhin auf LG-Displays bei den Laptops. Das Problem ist seit längerem bekannt und auch in einem Yotube-Video vom letzten Jahr dokumentiert.

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