Handel

Albert und Leo – kommt Retail-Tablet von Wincor 2014?

- Wincor Nixdorf hat für das Geschäftsjahr 2012/ 2013 die Zahlen bekanntgegeben. Erwähnt wurden auf der Bilanz-PK auch die Tablet-Lösungen „Albert“ und „Leo“ für den Retailbereich, die Anfang 2014 in Deutschland vorgestellt werden könnten. von Thomas Kletschke

7-Zöller Albert im Einsatz (Foto: IDEO)

7-Zöller Albert im Einsatz (Foto: IDEO)

Die Wincor Nixdorf AG hat das Geschäftsjahr 2012/2013 mit einer Umsatzsteigerung gegenüber Vorjahr um 5% und einer signifikanten Erhöhung des operativen Ergebnisses (EBITA) um 31% abgeschlossen. Der vom Anbieter von IT-Lösungen für Banken und Handelsunternehmen im Geschäftsjahr 2012/2013 erzielte Umsatzwert erreichte 2,465 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,343 Milliarden Euro), das EBITA stieg auf 132 Millionen Euro (101 Millionen Euro) an. Das Periodenergebnis erhöhte sich um 40 % auf 88 Millionen Euro (63 Millionen Euro). Obgleich von einem im Vergleich zum Vorjahr etwas schwächeren ersten Quartal ausgegangen wird, beabsichtigt das Unternehmen, im laufenden Geschäftsjahr 2013/2014 seinen Wachstumspfad mit einem Umsatzanstieg um 4% sowie einem weiteren überproportionalen Anstieg des EBITA um 17% auf 155 Millionen Euro fortzusetzen.

Schon Ende 2012 war erstmals von einer Tablet-Lösung die Rede, die im Bereich Seamless Retailing eingesetzt werden soll. Nun sprach Vorstandschef Eckard Heidloff anlässlich der Vorstellung der Bilanzzahlen, dass man gemeinsam mit CBA – der Commonwealth Bank of Australia – ein Tablet entwickelt habe, das derzeit getestet werde. Einsatzzweck der derzeit Albert genannten Lösung soll der Handel.

DasTablet "Albert" in Aktion - links und unten das Pi-Logo (Foto: Commonwealth Bank of Australia; Montage: invidis.de)

DasTablet „Albert“ in Aktion – links und unten das Pi-Logo (Foto: Commonwealth Bank of Australia; Montage: invidis.de)

Das Gerät werde auf der kommenden Wincor World vorgestellt, hieß es dazu auf invidis-Nachfrage. Dabei ließ ein Sprecher offen, ob die bereits im Sommer 2012 präsentierte Lösung hierzulande unter gleichem Namen vermarktet wird oder angepasst wird.

Kleiner Bruder: Leo

Wie die 7″ große Lösung Albert ausschauen dürfte, zeigen aber bereits die am Projekt beteiligte Designschmiede IDEO sowie die Bank selbst. Laufen wird die Lösung auf der selbstentwickelten, offenen Plattform Pi. Zusätzlich zu Albert haben die Australier eine auf Namen Leo hörende Hardware im Einsatz, mit deren Hilfe iPod touch oder iPhone-Modelle zu sicheren Bezahl- und Handelsterminals umfunktioniert werden sollen.

Aus den Factsheets geht hervor, dass Albert neben Bezahlfunktionen via Chip unter anderem auch auf NFC setzen wird. Netzverbindungen werden demnach über 3G und WiFi hergestellt, das Touchdisplay hat eine 1280x800p hohe Auflösung. Eine integrierte 8 MP-Kamera steht für den Scan von Gutscheinen oder QR-Codes zur Verfügung. Leo bietet laut CBA-Unterlagen mit Ausnahme der Kamerafunktion und der NFC-Fähigkeit eine abgespeckte Variante mit iOS-Interface.

invidis Kommentar

Wincor setzt damit auf ein Trend der insbesondere in  Nordamerika das ePOS-Geschäft stark beeinflußt. Der Einsatz von Standard-Tablets wie dem iPad als Ersatz für teure Kassen ist gerade bei kleineren Händlern und großen Ketten für temporäre Aktionen sehr beliebt.

Die Standard-Tablets werden um ein „Jacket“ ergänzt, dass als Ständer mit integrierter Kartenlesefunktion fungiert, Das Start-up Sum-up oder auch NCR (Silver) setzen mit vergleichbaren Produkten auf attraktive, kostengünstige ePOS Lösungen.

Großer Vorteil der Tablet-based ePOS-Systeme sind die zusätzlichen Einsatzszenarieren wie mobile Order im Laden oder die Erledigung der Buchhaltung nach Ladenschluss im Büro oder zuhause.

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