Viscom 2013

Gut gestimmte Branche trifft auf großes Interesse

- Die Aussteller- und Besucherzahlen stimmen die Branche positiv. Auch unsere invidis-Umfrage unter den Ausstellern bestätigt: Digital Signage & Co. haben inzwischen einen wichtigen Platz auf der Viscom. von Thomas Kletschke

Junger Besucher auf der Viscom 2013 (Foto: TK/ inividis.de)

Junger Besucher auf der Viscom 2013 (Foto: TK/ inividis.de)

Bei der Rückreise von Düsseldorf nach Schwanstetten dürfte Jens Drübert kein Übergepäck dabei gehabt haben: keine Karten mehr – und auch der zuvor große Stapel mit Infomaterial war am letzte Messetag deutlich geschrumpft. So wie dem Sales Manager bei S[quadrat] ging es einigen der von uns besuchten Aussteller. „Wir sind mit geringen Erwartungen an den Rhein gekommen“, sagt Drübert im Gespräch mit invidis. „Aber mit Qualität und Quantität der Kontakte sind wir sehr zufrieden“, so Drübert.

Nicht nur für die LED-Spezialisten von S[quadrat] und deren Abteilung Retop Europe hatte sich die Messe gelohnt: nahezu alle Branchen-Unternehmen waren positiv bis sehr positiv gestimmt. Lediglich Four Winds Interactive (FWi) bildet die Ausnahme. „Leider hat sich der Auftritt hier für uns eher nicht gelohnt“, resümiert FWi-Sales-Mann Matthew Ganster.

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Andere Anbieter sehen das deutlich anders. „Wir merken, das Interesse der Wirtschaft und auch von öffentlichen Auftraggebern an Digital Signage nimmt zu. Und: die Viscom mausert sich zu einem interessanten Branchentreffen“, sagt Christian Jeske, der bei der Pyramid Computer GmbH das Marketing leitet.

Auch Newcomer wir Airobe konnten über Interesse von Firmen aus den Bereichen Erlebnis/ Freizeit, Handel und Co. berichten. „Mehr als 50 längere und gute Gespräche – was will man mehr“, zieht Mitinhaber Axel Post am Samstag ein erstes Fazit.

Auch wenn mögliche Geschäfte natürlich nach einer Messe gemacht werden, lohnt die Präsenz auch für Eyefactive, wie die beiden Geschäftsführer Johannes Ryks und Matthias Woggon bestätigen. „Die Resonanz hier ist super“, fasst Woggon zusammen.

Von den Branchen-Supertankern hatten zwei am Rhein geankert: LG und NEC. Wie mindestens ein Drittel der von uns befragten Unternehmen brachte man Neuheiten mit – oder zeigte bisher in Deutschland noch nicht präsentierte Hard- oder Software.

Die japanische NEC hatte unter anderem eine Hiperwall aufgebaut, die samt intuitiver Ansteuerung präsentiert wurde. Zudem zeigte man eine Leafengine-Installation. Auch hier wurden Interessenten aus verschiedenen Branchen gesichtet.

Direkt gegenüber konnte man sich beim koreanischen Wettbewerber informieren. LG präsentierte zudem Lösungen von Partnerfirmen am Stand. Deutschlandpremiere in der Vorführung hatte der 84-Zöller mit 4K-Auflösung, der für zahlreiche Interessenten der große Blickfang am Stand war. Und wie man hört, verkauft sich das Großdisplay recht gut.

Insgesamt ist der Bedarf nach einer deutschen ISE oder einer speziellen DS-Messe, die auch Agenturen und Kunden sowie Werbetechniker anlockt groß. Die beiden letzteren Gruppen waren in großer Zahl vor Ort – und informierten sich gerne. „Bisher gibt es da noch keine adäquate Messe. Vielleicht entwickelt sich die Viscom aber entsprechend weiter“, meint Michael Grunwald. Der Inhaber von Grunwald Display Solutions spricht damit die Hoffnung von vielen Marktteilnehmern aus.

Das Gros der Aussteller war in der Messehalle 8a versammelt – einige hatten ihre Zelte aber auch in der Halle 8b aufgeschlagen, etwa beim BMWi-geförderten Forum Junge Innovative Unternehmen. So waren auch spezialisierte Anbieter in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt gekommen. „Das ist unsere erste Viscom. Ein Messeauftritt ist für unser Geschäft eigentlich auch atypisch. Aber wir sind gerne hier und machen gute Erfahrungen“, sagt etwa Dr. Joachim Schwieren von Mirabyte.

Bekannte Branchenunternehmen wie Dimedis machten interessante Erfahrungen. „Während wir an einem Messetag viele verabredete Kontakte hatten, konnten wir tags drauf Spontanbesucher begrüßen“, sagt Geschäftsführer Wilhelm Halling. Ganz neue Besuchergruppen macht Halling aus. „Waren früher zunächst die Konzerne interessiert, kommen nun kleinere, regionale Ketten, die Digital Signage als betriebswirtschaftlich lohnend entdecken“, so sein Fazit. Davon – und von der Anbindung an die Kreativen – profitiere die Viscom. Das sieht auch Andreas Rakowski so. Der Projektleiter bei Schöpfer Druck und Werbetechnik aus Reutlingen stellte am Dimedis-Stand eine Stele aus seinem Haus vor.

Nicht jeder Etablierte aus der Branche hatte einen eigenen großen Stand gebucht. Einige Unternehmen waren beispielsweise bei Partnern präsent, andere auf den Flächen, die für die nominierten Digital Signage-Projekte zum Digital Signage Best Practice Award 2013 reserviert waren. Möglicherweise kommen letztere künftig auch mit eigenen Ständen an den Main oder den Rhein, etwa Mermaid A/S aus Dänemark und deren Schwester Mermaid Sweden AB, die für zusammen drei Projekte nominiert waren.

Auch wenn die europäische Komponente noch nicht besonders weit gediehen ist, zeigten auch ausländische Anbieter durchaus Präsenz mit größeren oder kleinen Ständen, etwa die französische Caldera oder der interessante polnische Anbieter Solix.

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