Einzelhandel

Pedanten am PoS – Tesco testet Augmented Reality-Tool

- In einem britischen Supermarkt testet Einzelhandels-Schwergewicht Tesco derzeit, inwieweit AR helfen kann, Ware nachzubestellen und Ordnung in die Regale zu bringen. von Thomas Kletschke

Alles an seinem Platz: Tesco testet AR-Technologien am Point of Sale (Fotos: Tesco, IBM; Montage: invidis.de)

Alles an seinem Platz: Tesco testet AR-Technologien am Point of Sale (Fotos: Tesco, IBM; Montage: invidis.de)

Es gibt im Tesco-Universum nahezu nichts, was es nicht gibt. Das bezieht sich auf die Sortimentstiefe und Diversifizierung – und zunehmend auch auf die eingesetzten Retail-Technologien.

Kassensysteme für den Self Check-out? – Gibt es schon seit einiger Zeit. Virtuelle Stores? – In Südkorea an verschiedenen Standorten sowie am Gatwick Airport in London. Online-Lebensmittelhandel? – In UK sowie weiteren Märkten. Multichannel? – Dito.

Nun hat man mit Entwicklern der IBM Research Labs in Haifa einen Test in einem nicht näher bezeichneten Tesco-Supermarkt in der Nähe von London gestartet. Eingesetzt wird dabei IBMs Applikation Shopping Advisor, die auf Tablets oder Smartphones eingesetzt wird. Mit der Augmented Reality-Installation sollen in diesem Falle nicht die Endkunden beglückt werden. Zumindest nicht unmittelbar.

Akurate Optimierung

Mit dem Tool und der Hardware möchte man vielmehr die vorgesehene Ordnung in den Regalen wiederherstellen, wozu auch Nachbestellprozesse gehören. Damit ist man preußischer als deutsche Konkurrenten unterwegs und kann Akuratesse in der Präsentation mit Optimierung in der Logistik bis hin zum exakten Ausnutzen von Zahlungszielen verbinden.

Für Adrian Monk wäre dieser Supermarkt also eine Erholung – müsste er dort nicht gleich für Ordnung sorgen, wenn er durch die Gänge streift. Mittelbar haben aber auch weniger zwanghafte  Kunden etwas von diesem Projekt: Waren lassen sich finden, werden ansprechender präsentiert.

UK-Studie: Lange Schlangen sorgen für Verluste

Wenn dann noch die Bezahlvorgänge optimiert sind, wird man es wohl an den Umsätzen merken. Wie der britische Mobilfunker EE in einer Anfang dieser Woche veröffentlichten Studie herausgefunden hat, sorgen zu lange Schlangen im britischen Einzelhandel für Verlustee von 1,04 Milliarden £; 73% der Kunden brechen einen Kaufversuch nach 5 Minuten ab, bei 29% reicht bereits eine Verzögerung von 2 Minuten, bevor sie das Geschäft verlassen.

Alternativen finden sich schließlich an jeder Ecke – und sei es online. Britische Kunden werden – gemäß einer ebenfalls in dieser Woche veröffentlichten Studie von RetailMeNot – in diesem Jahr durchschnittlich mehr als 1.000  £ ausgeben. Damit steigt 2014 der Internetumsatz im gesamten britischen Einzelhandel auf einen Prozensatz von 13,5%, nach 12,1% im Jahr 2013. Wiederum ein starkes Argument für den Einzelhandel, sich um die Verschränkung stationärer und mobiler Vertriebskanäle zu kümmern.

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