Displays

Eizo-Modelle für farbverbindliches Arbeiten

- Wie gestern berichtet, hat NEC jetzt sein erstes 24″ Ultra HD-Display gelauncht, das das Arbeiten unter Adobe RGB ermöglicht. Mitbewerber Eizo hat ebenfalls interessante 27-Zöller für Kreativ-Arbeitsplätze im Programm. von Thomas Kletschke

Eizos CX 271: interessant für Ersteller und Bearbeiter von (Bewegt-) Bild-Content (Foto: Eizo)

Eizos CX 271: interessant für Ersteller und Bearbeiter von (Bewegt-) Bild-Content (Foto: Eizo)

Ein großer Unterschied zu NECs Modell EA244UHD: Aktuell hat Eizo in Deutschland keinen Adobe RGB-Monitor mit Ultra HD im Programm, der als Display für einen solchen Arbeitsplatz in Frage kommt. 

Generell sind derzeit keine Displays mit 3840 x 2160p oder mehr im Eizo-Portfolio, die den größeren Farbraum abdecken. Wenn man sich aber mit 2560 x 1440p zufrieden gibt – was, je nach Anwendungszweck, durchaus sehr wohl ausreichen kann – kommen insgesamt 4 Displays in Frage, die Eizo unter dem Namen ColorEdge vermarktet.

Die ColorEdge-Monitore sind in 3 Serien unterteilt: CG, CX sowie CS, wobei die CG-Modelle in der obersten Preisliga angesiedelt sind (bis zu 2.290 Euro inklusive USt./ MwSt.). Nur in den Serien CG und CX sind aktuell sowohl 24″- als auch 27″-Varianten lieferbar – den beiden Größen, die für Kreativarbeiten sehr gut geeignet sind.

Eizos 27-Zoll-Modelle mit 2560 x 1440p

Da in beiden ColorEdge-Serien CG und CX die 24-Zöller mit lediglich 1920 x 1200p daherkommen, lassen wir sie außen vor. Bleiben also die vier 27-Zöller CG277, CG276, CX271 und CX270, von denen der drittgenannte eine Alternative zum gestern vorgestellten UHD-Display darstellt. Eizos CG277 und CX271 haben offensichtlich die neueren und besseren Panels spendiert bekommen, da sie den AdobeRGB-Raum zu 99% abdecken. CG 276 und CX270 decken ihn „nur“ zu 97% ab. Wie weit die Abdeckung des NEC-Displays genau geht, geht aus dessen Datenblatt nicht hervor.

Ein weiterer Unterschied zwischen den Eizo-Modellen selbst – die selbstverständlich über IPS-Panel verfügen: Die beiden Modelle mit dem größeren Farbraum (CG277 und CX271) haben eine etwas geringere Lichtstärke vorzuweisen, nämlich 300 cd/m², als das NEC-Modell. Die 97%-abdeckenden Varianten sind genauso leuchtstark wie der Konkurrent (350 cd/m² ). Lichtstärken von 300 cd/m² sollte man für einen im Innenbetrieb dienenden Kreativ-Monitor erwarten – 350 cd/m² sind nice to have. Mindestens so wichtig: Vermeidung von Lichteinstrahlung von außen (Standort im Büro) und innen (künstliche Lichtquellen). Zu diesem Zweck gibt Eizo den CG-Modellen außerdem Schutzabdeckungen (oben und seitlich) mit, die für die CX-Serie bei Bedarf nachgekauft werden können (Preis je Lichtschutzhaube: 199 Euro).

Lichtschutzhaube CH5: optional zum CX271 bestellbar (Foto: Eizo)

Lichtschutzhaube CH5: optional zum CX271 bestellbar (Foto: Eizo)

Backlighting: LEDs für >24 Zoll seit diesem Jahr

Weiterer Unterschied zwischen den Eizo-Modellen: Die weniger lichtstarken, den Farbraum noch genauer abbildenden Modelle verfügen über LED Backlight. Umgekehrt hinterleuchten die beiden Modelle CG276 und CX270 noch mit CCFL. Am Beispiel eines CX270 konnte sich invidis auf der Ingram Micro-Messe IM.TOP ein Bild von diesem Display machen: sehr gut. Wie bei Eizo zu hören ist, hatte der Hersteller zwar schon alle 24-Zöller mit LED-Backlighting ausgerüstet, aber für die 27″-Modelle bisher noch auf qualitativ passende High End-LEDs gewartet.

Offensichtlich sind diese eingetroffen, denn seit Mitte Mai 2014 sind der CG277 und der CX271 in Deutschland lieferbar. Angesichts der großen Stromersparnis von LEDs werden sich viele – allein aus Kostengründen – auf eines dieser beiden Modelle einlassen. Der CX271 ist am ehesten mit NECs UHD-Modell vergleichbar.

Die feinen Unterschiede

Beim CX271 handelt es sich um das Display, das 3 Zoll mehr Bilddiagonale als NECs Ultra HD bietet – dafür aber die geringere Auflösung, etwas weniger Lichtstärke – und auch bei den Ein- und Ausgängen sind alle wichtigen (Display Port, DVI-D, HDMI) verfügbar, allerdings nicht teilweise gleich in zweifacher Ausfertigung (wie bei NEC). Bei anderen Features scheint Eizo weiterhin singulär am Markt zu sein: 16-Bit-Look-Up-Tabelle (wichtig für Arbeiten mit 3D-Content), bereits mitgelieferte Software für die Kalibrierung sowie ein integriertes Messgerät sind durchaus überlegenswerte Features.

Eizo liefert die Geräte ab Werk vorkalibriert aus. Allerdings muss vor der Softwarekalibrierung zuhause noch mindestens zu Anfang ein externes Hardware-Gerät eingesetzt werden. Im Unterschied zu NEC (dort: 3 Jahre Garantie) verspricht Eizo einen Vor-Ort-Austauschservice samt 5-Jahres-Garantie. Der UVP beträgt inklusive MwSt./ USt. 1.439 Euro, inklusive der hauseigenen Software.

Fazit: Je nach Einsatzweck, Budget, Überlegungen zur Usability („Ich möchte mich nicht auch noch mit Kalibrierungs-Software auseinandersetzen“) können High-End-Displays in der 24″ bis 27″-Größe und um die 1.500 Euro-Kante sich durchaus rechnen. Neben erstklassigen Panels der Vor-Lieferanten (zu denen man sicherlich Samsung, LG und Hitachi rechnen darf) und der vom End-Anbieter verantworteten Elektronik, spielen eine sehr gute Entspiegelung und eine homogene Darstellung aus allen denkbaren Blickwinkeln eine große Rolle. Für professionelle Kreativ-Monitore gilt hier das gleiche, wie für Signage Displays: An Geräten aus dem Baumarkt wird man tendenziell wenig Freude haben – stattdessen sind Ärger und hohe Folgekosten deutlich wahrscheinlicher.

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