invidis Digital Signage Kommentar

Herausforderung Schaufenster-TV oder „Mission Impossible“?

- Displays im Schaufenster ist seit je her der klassische Use-Case für Digital Signage (z.B. Bogner). Hier ist die Frequenz, hier können dynamische Inhalte Aufmerksamkeit erzeugen und Passanten für Kampagnen aktivieren. Theoretisch einfach, praktisch bringen Displays im Schaufenster viele Herausforderungen. Ein invidis Kommentar. von Florian Rotberg

Innsbruck Bogner Shop

Innsbruck Bogner Shop (Foto: invidis)

LCD und Sonne sind nicht füreinander gemacht. Die Helligkeit und die Wärmeentwicklung im direkten Sonnenlicht sind systembedingt eine Herausforderung für Standard LCD-Displays. Die Farben „saufen“ ab und die LCD Kristalle werden träge und erzeugen schwarze Flecken. Ein klassisches Einsatzszenario für sonnenlichttaugliche High-Brightness Displays. Anstelle von 300 cd verfügen die sonnenlichttauglichen Displays über die doppelte bis sechsfache Helligkeit. Besonders optimierte Geräte sind auch mit speziellen Lüftern ausgestattet um die Wärme abzusaugen.

Vor fünf Jahren waren High Brightness Displays ein Fall für Manufakturen wie ScreenNT oder Outdoor-Spezialisten wie Dynascan oder GDS. Doch auch die großen drei Displayanbieter haben diese Speziallösungen ins Portfolio aufgenommen oder planen so in absehbarer Zukunft. LG ist hier zurzeit am besten aufgestellt mit einer breiten Palette an sogenannten Shine-Out Displays.

Doch neben dem richtigen Display sind auch andere Faktoren entscheidend:

  • Himmelsrichtung – nicht-überschattete Schaufenster in Südlage sind auch mit High Brightness Displays nur schwer zufriedenstellend zu bestücken. Die starke Wärmeentwicklung im Sommer zwischen Schutzglas und Display kann in der Regel nur mit lauten und energiehungrigen Lüftern im Gehäuse bekämpft werden. Gerade bei großen Filiale-Roll-outs sind Schaufenster Standorte mit Südseite nicht immer zu vermeiden. Hier sollten individuelle Lösungen berücksichtigt werden.
  • Entspiegelung der Schaufensterscheiben – oft sind Schaufenster mit UV-Schutzfolie beklebt um die Ware in der Auslage zu schützen. Diese Folien können einen negativen Effekt auf die Sichtbarkeit der Digital Signage-Installation haben.
  • Content-Konzepte – Displays im Schaufenster werden in der Regel auch außerhalb der Öffnungszeit betrieben. Nicht 24/7 aber zu frequenzstarken Zeiten am Abend und Wochenende. Ein gutes Content-Konzept berücksichtigt die Öffnungszeiten und passt den Call-to-Action inhaltlich an („Komm in die Filiale“ zu „Besuche uns Online“).
  • Integration in Schaufenstergestaltung – Digital Signage im Schaufenster darf kein Fremdkörper sein und muss mit der Warenpräsentation harmonieren. Im Idealfall bringt Digital Signage die notwendige Dynamik in ein Schaufenster, die mit Mannequins oder Waren nicht zu erreichen ist.

Digital Signage im Schaufenster sind ein perfekter Standort für dynamische PoS-Kommunikation wenn die Grundregeln berücksichtigt werden. Mit Standard-Displays oder sogar TV-Geräte ist eine anspruchsvolle Lösung in der Regel nicht zu erreichen.

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