Handel

Chefstratege der Otto Group steht auf Seamless Retail

- Eine „Kundenfokussierung ungeahnten Ausmaßes“ bis etwa 2020 prophezeit Dr. Rainer Hillebrand, stellvertretender Vortsandschef der Otto Group. Der Konzern setzt auf Multichannel, um sich auf Seamless Shopping vorzubereiten. von Thomas Kletschke

Seamless Retail - Otto Strategie-Vorstand Dr. Rainer Hillebrand will sich nicht stoppen lassen (Foto: Otto Group)

Seamless Retail – Otto Strategie-Vorstand Dr. Rainer Hillebrand will sich nicht stoppen lassen (Foto: Otto Group)

Wenn Rainer Hillebrand recht behält, gibt es in fünf Jahren kaum noch Unterschiede zwischen Online- und PoS-Welt. Dann könnte Seamless Shopping real sein – die komplette Omnichannel-Verknüpfung der Handelsbereiche. Hillebrand muss es als Konzern-Vorstand für Strategie, E-Commerce und Business Intelligence wissen.

In einem Interview mit dem Unternehmens-Blog des Handelskonzerns äußerte sich Hillebrand optimistisch, was die Konvergenz von Absatzkanälen angeht. So sieht er für den Onlinehandel in den kommenden fünf Jahren weitere Tools kommen, die die bisherigen Vorteile des stationären Handels zumindest relativieren könnten.

Umgekehrt ist Hillebrand überzeugt, dass auch am Point of Sale die Innovationskraft nicht nachlassen wird. Der stationäre Handel wird seiner Auffassung nach „radikal digitalisiert und virtualisiert (z.B. vollständige Transparenz über die in den Geschäften verfügbare Ware), was in Summe zu einer „echten“ Verschmelzung der Vertriebskanäle (Seamless Shopping) führen wird.“

Dr. Timm Homann Multichannel Retail-Vorstand (Foto: Otto Group)

Dr. Timm Homann Multichannel Retail-Vorstand (Foto: Otto Group)

Sheego: Multichannel-Schritte für große Größen

Mit Multi- und Omnichannel-Ansatz gehen derzeit verschiedene der Otto-eigenen Marken große Schritte in Richtung Seamless. So hatte der Konzern vor kurzem entschieden, dass die bisher lediglich im Web sowie auf mobilen Devices erhältlichen Artikel seiner Spezialversandsmarke Sheego auch am PoS erhältlich sein werden. Sheego bietet Damenmode ab Größe 40 – und möchte seine großen Größen jetzt verstärkt am Point of Sale anbieten. Bisher hat man 20 Shop-in-Shops, künftig sollen es schon 200 sein.

Beteiligte Modehändler erhalten nun eine Anbindung an die Sheego E- und M-Commerce-Plattform. Damit haben sie Zugriff auf alle Artikel aus dem Online-Shop und können diese in die Filiale ordern und vor Ort verkaufen. Ob und wieweit diese Verbindung der beiden Absatzkanäle für Sheego weiter verfeinert wird, ist noch nicht bekannt.

Alexander Birken Vorstand Multichannel Schwerpunkt Distanzhandel (Foto: Otto Group)

Alexander Birken Vorstand Multichannel Schwerpunkt Distanzhandel (Foto: Otto Group)

Zwei Vorstände für Multichannel-Belange

Wie wichtig die kanalübegreifenden Ansätze dem Unternehmen sind,zeigt sich auch daran, dass sich der Otto-Konzern zwei Multichannel-Vorstände leistet. Mit Alexander Berken ist der für den Versender Otto zuständige Lenker zugleich auch Konzern-Vorstand Multichannel Schwerpunkt Distanzhandel. Und sein Kollege Dr. Timm Homann verantwortet als Konzern-Vorstand Multichannel Retail in seinem Aufgabengebiet ebenfalls die über verschiedene Kanäle laufenden Handelsgeschäfte.

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