Technologie

Wie Face Recognition dem Einzelhandel nutzen kann

- Gesichtserkennung wird in Digital-out-of-Home-Medien, Digital Signage-Netzen sowie am PoS wichtiger. Mit Anwendungen unter Google Glass sowie im Bereich Retail möchte Emotient aus Kalifornien seinen Platz im Markt ergattern. von Thomas Kletschke

Emotient Face Recognition in der Variante für Google Glass (Foto: Emotient)

Emotient Face Recognition in der Variante für Google Glass (Foto: Emotient)

Für die Marktforscher von Gartner ist klar: Emotient ist cool. Denn das kalifornische Start up wurde im April in die Liste der Cool Vendors in Human-Machine Interface, 2014 aufgenommen. Und wer quasi amtlich als cool geadelt wurde, darf sich im Silicon Valley auch über Wagniskapitalspritzen freuen. Zuletzt wurde Emotient Ende Februar 2014 mit sechs Millionen US-Dollar von Handbag LLC ausgestattet.

Warum es Geld und gute Kritik gibt? – Weil die von sechs ehemaligen Doktoranden der University of California in San Diego aufgezogene Firma an einer Face Recognition-Software arbeitet, die ebenfalls im ersten Quartal dieses Jahres in die Beta-Phase gegangen ist. Momentan konzentriert sich das Team um CEO und President Ken Denman vor allem auf die App, die mit Google Glass kompatibel ist.

Unabhängig davon hat Emotient seine Software vor allem für den Einsatz im Retail-Umfeld entwickelt: Insgesamt 28 verschiedene Kategorien erfasst die API, anhand derer die Gesichtserkennungssoftware berechnet, wie das menschliche Gegenüber gerade gestimmt ist. Ob Lidschlag und -Flattern, verschiedene Muskeln im Bereich von Mund und Lippe oder Bewegungen der Nase – alles was eine Kamera erfasst, wird in der Software umgerechnet, um möglichst exakt auf den Gefühlszustand eines Menschen zu schließen.

So möchte man im Einzelhandel – etwa am Regal – mittels Software und Hilfsgeräten wie Kameras errechnen und erfassen, ob einem Kunden ein Produkt optisch gefällt, ob es sich angenehm für ihn anfühlt, ob ihn der Preis abschreckt (zu hoch) oder ob er aufgrund des Hammerpreises in Extase gerät. in der Folge könnten dann – etwa in Verbindung mit ESLs – schnell und automatisiert Preisanpassungen auf den digitalen Preisschildern erfolgen.

Neben dem Point of Sale gewinnen Face Recognition-Systeme in weiteren Bereichen an Bedeutung. So wollen Amscreen und Sharp noch in diesem Jahr ein europaweites DooH-Netzwerk mit intelligenten Screens ausrollen, das mit Gesichtserkennung arbeitet. Mit Broadsigns Release X 10.3 wurde Quividi – die wohl am weitesten verbreitete Face Recognition-Software im Bereich Digital Signage – in eine der großen branchenweiten Lösungen integriert, die ebenfalls schon in verschiedenen Netzen in Gebrauch ist.

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