iBeacon

Hälfte der 100 größten US-Händler testet – keine Probleme bei Datenschutz in Deutschland

- Innerhalb der kommenden Jahre sollen alleine in den USA 3,5 Millionen kleine Beacon-Sender am PoS installiert sein. Auch hierzulande setzen Handelsketten auf die nach BLE-Standard arbeitende Technologie. Prinzipiell wird es dabei keine Probleme mit dem Datenschutz geben, so ein aktuelles Gutachten. von Thomas Kletschke

US Retaile: Verbreitung vonr Beacon-Sendern bis 2018 (Grafik: Business Insider Intelligence)

US Retail: Verbreitung von Beacon-Sendern bis 2018 (Grafik: Business Insider Intelligence)

Die Verbreitung von Technologien zur kommerziellen Nutzung von iBeacons nimmt derzeit rasant zu. Vor allem in den USA sind Retailketten momentan aktiv dabei, den auf Bluetooth Low Energy (BLE) zurückgreifenden kleinen Helfer einzusetzen oder zu testen. Laut BI Intelligence testet im Jahr 2014 bereits die Hälfte der 100 größten US Retailketten den Einsatz von iBeacons am Point of Sale. Die Marktforscher prognostizieren bis 2018 insgesamt 4,5 Millionen installierte Beacon-Sender – davon alleine 3,5 Millionen in Supermärkten, Shopping Malls und Flagship Stores.

Weltweit gibt es zahlreiche Handelsunternehmen und Firmen aus anderen Branchen, die Beacons nutzen. Auch in Europa sind große Handelsketten wie Carrefour mit ausgedehnten Testszenarien am Ball. Mit der Neo Group oder  Sevenval und Sensorberg haben sich hierzulande einige B2B-Anbieter positioniert, um entsprechende Projekte zu stemmen. Auch auf der 8. OVAB Digital Signage Conference Munich wird es Neues zum Thema iBeacons am PoS geben.

Wichtig beim Einsatz neuer Technologien ist es, dass sie aus rechtlicher Sicht einwandfrei eingesetzt werden können. Anbieter Sensorberg hat nun ein eigenes Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, um zu prüfen, ob Belange des Datenschutzes dem Einsatz der hauseigenen Beacon Management Platform am PoS entgegenstehen könnten. Ergebnis: Aus datenschutzrechtlicher Sicht gebe es keine wesentlichen Unterschiede im Vergleich zu iBeacon-unfähigen Apps, so die beauftragte Berliner Rechtsanwältin Kathrin Schürmann. iBeacon-fähige Funksender seien datenschutz-unkritisch, da sie keine personenbezogenen Daten erhalten, verarbeiten, weiterleiten oder speichern können. Mangels Empfangsteil sind die Beacons nicht in der Lage, Daten von Nutzern zu empfangen oder ihre Umgebung zu scannen.

Android- und iOS-Nutzer werden erreicht

Sensorbergs Plattform versteht sich als Paket und setzt sich aus dem SDK (für iOS und Android), mit dem jede beliebige App iBeacon-fähig gemacht werden kann, dem Cloud-basierten Content Management System, der Hardware in Form von CE-zertifizierten, in der EU hergestellten Beacons und der eigens entwickelten Konfigurations-App zusammen. Der Beacon wiederum ist ein kleiner Funksender, der im Wesentlichen über BLE und eine Sendefunktion seiner eigenen eineindeutigen Identifikationsnummer (UUID) verfügt.

Bewegt sich also ein mit BLE ausgestattetes Smartphone oder Tablet mit den neuen Betriebssystemen ab iOS 7 oder Android 4.3 Jelly Bean und einer mit dem Sensorberg-SDK ausgestatteten App in den Senderadius eines Beacons, erhält es eine Mitteilung zu speziellen hinterlegten Services. Bei den Apps allerdings hat ein Retailer schon eine Verantwortung gegenüber seinen Endkunden: Gefahren für den Datenschutz können dem Gutachten zufolge allenfalls von den Apps der Anbieter ausgehen. Jeder App-Anbieter ist selbst für alle datenschutzrechtliche Aspekte seines Umgangs mit den persönlichen Daten seiner Nutzer verantwortlich.

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