Studie

Retailer wollen verstärkt in Omnichannel investieren

- Eine aktuelle Studie von Wincor Nixdorf zeigt, dass deutsche Handelsunternehmen der Verknüpfung von PoS- und Online eine hohe Priorität einräumen. Ihre Investitionsbereitschaft ist sehr hoch: 47% der befragten Firmen wollen in den kommenden zwei Jahren investieren. von Thomas Kletschke

Wincor Nixdorf-Lösung "Mobile POS" (Foto: Wincor Nixdorf)

Wincor Nixdorf-Lösung „Mobile POS“ (Foto: Wincor Nixdorf)

Deutsche Handelsunternehmen rechnen mit einem stark wachsenden Einfluss der digitalen Vertriebskanäle auf ihr Geschäft. Das ist nur ein Ergebnis einer von Wincor Nixdorf mit beauftragten Studie des europäischen Marktanalyse-Unternehmens Pierre Audoin Consultants (PAC). Die Studie „Omni-Channel Commerce in Deutschland“ liefert aktuelle Daten und Fakten über die Omnichannel-Strategien deutscher Handelsunternehmen. Für die Studie wurden etwa 100 Entscheider in deutschen Einzelhandelsfirmen mit mehr als 50 Mitarbeitern befragt, die mindestens zwei Verkaufskanäle – darunter mindestens ein digitaler Kanal – bereits nutzen oder bei denen die Bedeutung des zweiten Verkaufskanals steigen wird.

Mobile Lösungen stark nachgefragt

Vor dem Hintergrund des stark wachsenden Einflusses digitaler Vertriebskanäle haben für über 80% der Handelsunternehmen der Ausbau ihrer E-Commerce-Aktivitäten und deren Verknüpfung mit den stationären Filialen höchste Priorität. Entsprechend sind die Investitionspläne aufgebaut: 45% der Händler wollen schon in den kommenden zwei Jahren, weitere 37% innerhalb der kommenden fünf Jahre in IT-Lösungen und -Services zur kanalübergreifenden Integration investieren. Im Vordergrund stehen dabei mobile Anwendungen für Smartphones und Tablets, die bei 72% der Retailer auf der Investitionsagenda bis spätestens 2018 stehen. Auch die Implementierung von CRM-Lösungen ist in diesem Zeitraum von 57% der Händler eingeplant. „Eine individuelle Omnichannel-Strategie zu haben, ist heutzutage für den Einzelhändler kein Nice-to-Have mehr, sondern eindeutig ein Muss“, so Dr. Katrin Schleife, Analystin bei PAC.

Wunsch nach Homogenität

Bei der notwendigen Anpassung ihrer IT-Strukturen, so die Studie, entwickeln die Handelsunternehmen eine „überraschend ausgeprägte“ Tendenz zur Nutzung einer zentralen IT-Plattform, mit deren Hilfe sich die einzelnen Anwendungen und Prozesse zentral steuern und orchestrieren lassen. „Eine dezentrale Verknüpfung einzelner Anwendungen über unzählige Schnittstellen kann erhebliche negative Auswirkungen auf die Performance, die Wartbarkeit und insbesondere die Entwicklungsfähigkeit haben – daher ist eine Standardisierung und Homogenisierung der Daten der Schlüssel zur Reduzierung der Komplexität“, erklärt Nicolas Pelletier, Head of Product Line Retail Software bei Wincor Nixdorf. Entsprechend ist die Lösung von Wincor Nixdorf für das Omnichannel-Retailing konzipiert: Die TP Application Suite nutzt über alle Kanäle hinweg eine einzige Datenquelle und eine gemeinsame Logik – so ist es möglich, die Komplexität zu reduzieren und auch künftig neue Anwendungen zu integrieren.

Dienstleister als Strategieberater

Weil die Migration zum Omnichannel-Retailer mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist, legen rund 80% der befragten Händler besonderen Wert darauf, dass ihr IT-Dienstleister über ausgezeichnete Branchenkenntnisse verfügt. Rund 70% der Händler erhoffen sich von ihm Unterstützung sowohl bei der Strategieentwicklung als auch bei der Anpassung interner Prozesse und Organisationsstrukturen. „Der Dienstleister muss ein tiefes branchen- und segmentspezifisches Know-how besitzen und die Fähigkeit, in allen Projektstufen Unterstützung leisten zu können“, so Thorsten Braun, Leiter der D/A/CH Retail-Organisation.

Filiale wird Showroom

Bei aller Zukunftsrelevanz von E-Commerce und Omnichannel-Strategien ist aus Sicht der Unternehmer keineswegs das Ende des stationären Einzelhandels eingeläutet. Denn 98% der Händler sind überzeugt, dass die stationäre Filiale auch künftig die zentrale Rolle für den Kundenkontakt spielen wird. Klar ist ihnen aber auch, dass sich das Bild der Filiale vom reinen Verkaufskanal hin zum unterstützenden Element für das digitale Geschäft wandelt: Denn die Filiale wird laut Studie künftig verstärkt als „Showroom“ sowie als „Touch Point“ für die Abholung und Bezahlung online bestellter Ware fungieren.

Hier steht die Studie zum Download bereit.

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