OVAB Digital Signage Conference Munich

Wer schaut zu? – Datenerhebungen sind heikel

- Wer in Digital Signage investiert, will dass es sich lohnt. Informationen über Kunden und deren Verhalten könnten Wirkungen leicht nachweisen. Aber Datenerhebungen stoßen oft noch an rechtliche Grenzen. von Stefanie Schömann-Finck

Beim Instore-Technology-Panel standen die rechtlichen Begrenzungen von Kundendatenerhebungen im Mittelpunkt (Bild: invidis)

Die Experten beim Instore-Technology-Panel auf der 8. OVAB Digital Signage Conference in München waren sich im Prinzip einig: Es müssen Daten langfristig, umfassend und vergleichbar erhoben und sinnvoll ausgewertet werden. So lasse sich die Wirkung von Digital Signage nicht nur nachweisen, sondern Systeme und gar ganze Geschäfte verbessern. Nur, wer das Kundenverhalten kennt, kann angemessen und effizient darauf reagieren und es für seine Zwecke nutzen. „Wir können uns es nicht mehr erlauben, nicht mehr zu messen“, sagte Daniel Gasser von Relevance Analytics.

Besonders Gesichtserkennung scheint eine effektive Methode: Wer schaut wie lange was an? Marktführer im Bereich dieser Technologie ist Quividi. Dessen COO Ke-Quang Nguyen-Phuc wurde nicht müde zu betonen, dass sein Unternehmen keine persönlichen Daten speichert. Quividi ermögliche „face detection“ nicht „face recognition“. Also eher eine Erkennung, aber keine Identifizierung. Zwar wisse man unter anderem Alter und Geschlecht der Betrachter, aber keine dieser Eigenschaften könne anschließend einer bestimmten Person zugeordnet werden.

Genau das ist derzeit auch völlig in Ordnung, erklärte Rechtsanwalt Thorsten Ihler von Fieldfisher. Wichtig sei, transparent zu arbeiten, Unternehmen und Behörden stetig aufzuklären. Denn noch seien in Deutschland die Datenschutzbestimmungen sehr streng. Auch in den USA seien Messungen nicht, wie oft angenommen, einfacher. Hier gebe es zwar keine Probleme mit dem Datenschutz, wohl aber würde oft das Wettbewerbsrecht greifen.

Wo es bisher kaum Möglichkeiten gibt, sind Messungen, bei denen auf die Hardware, also etwas das Smartphone der Kunden zugegriffen wird. Denn hier werden persönliche Daten nachverfolgbar. Auch Kunden selbst stünden Messungen skeptisch gegenüber, vor allem, da sie davon oft nicht einmal etwas bemerken. Nguyen-Phuc von Quividi zeigte sich zwar für all die Bedenken verständnisvoll. „Aber bei allen Kundenbindungssystemen geben die Menschen freiwillig ihre Daten preis“, sagte er. „Und sie lassen es zu, dass ständig Daten über sie erhoben werden. Da scheint es die Leute nicht zu stören.“

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