Augmented Reality

Google Glass taucht ab – Magic Leap fährt das Periskop aus

- Während sich die Zeichen verdichten, dass Google Glass in seiner bisherigen Form gestrandet ist, heißt es ab 2015 bei Magic Leap „Klarmachen zum Auftauchen!“ Denn Magic Leap soll Augmented Reality und Wearables revolutionieren – findet auch Google. von Thomas Kletschke

John Lennon säße hier sicherlich gerne am Steuer (Foto: Magic Leap)

John Lennon säße hier sicherlich gerne am Steuer (Foto: Magic Leap)

In jüngster Zeit verdichten sich die Hinweise, dass Google Glass – die bisher nur in wenigen zehntausend Exemplaren unter das ausgewählte Entwickler-Volk gebracht wurde – nicht mehr so auf den Markt kommt, wie einst vorgesehen. Mit dem derzeit gehypten und massiv kapitalisierten Unternehmen Magic Leap, an dem unter anderem auch Google beteiligt ist, gibt es bereist einen Kandidaten, dem manche in der Branche den großen Wurf zutrauen.

Mit Google Glass hatte der Konzern ursprünglich bereits im Jahr 2013 auf den Massenmarkt gehen wollen. Nachdem man dann für dieses Jahr den Verkauf an Endkunden beginnnen wollte, heißt es nun aus Unternehmenskreisen, dass Google Glass erst im Jahr 2015 auf den Markt kommen soll. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wendet sich schon eine Reihe von App-Entwicklern von Google Glass ab. Insgesamt neun von 16 von Reuters befragten Unternehmen haben die Weiterentwicklung ihrer auf Glass laufenden Software-Apps demnach in den Papierkorb verschoben.

Bei den Entwicklern von Augmented Reality-Anwendungen sieht man das Thema Google Glass entspannt. Schon bis dato gebe es gut 20 Alternativen mit ernstzunehmenden Datenbrillen, heißt es etwa bei Metaio.

Besonders gespannt ist man bei dem in München sowie in San Francisco ansässigen Unternehmen aber auf Magic Leap. Das prominent finanzierte Start-up wirbt recht geheimnisvoll für sich – unter anderem mit einem Yellow Submarine, das John Lennon sicherlich gerne noch als AR-Anwendung gesteuert hätte. Das 2011 gegründete Unternehmen aus Dania Beach in Florida konnte vor weniger als einem Monat 542 Millionen US-Dollar Kapital von prominenten Investoren einsammeln. So sind mit Google und Qualcomm zwei Technologie-Konzerne unter den Großinvestoren.

Und mit Thomas Tull hat man einen Investor aus der Entertainment- und Filmbranche an Bord, der mit Filmreihen wie Hangover oder Batman Dark Knight und seinem Investment bei den Pittsburgh Stellers schon den ein oder andere Cent seines bisher auf 840 Millionen US-Dollar geschätzten Vermögens verdient hat. Mit KKR, Vulcan Capital, Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB), Andreessen Horowitz oder Obvious Ventures sind weitere Risikokapitalgeber dabei, die für langen Atem und zuweilen den absolut richtigen Investment-Riecher stehen.

Nach eigenen Aussagen möchte Magic Leap VR, Augmented Reality und mobile Technologien auf eine neue Entwicklungsstufe heben. Was sich auf diesem Feld hardwareseitig im kommenden Jahr entwickelt, behält man bei den AR-Experten von Metaio im Auge. Von Magic Leap – die derzeit gerne mit einem Yellow Submarne werben – erwartet die Branche weitere Fortschritte im Bereich AR. Möglicherweise könnte daraus in einem weiteren Schritt auch etwas entstehen, was Google mit Google Glasss bisher nicht gelungen ist: ein auch für Endanwender geeignetes Gerät.

Und glaubt man Bing Gordon vom Magic Leap-Investor KPCB – immerhin höchstselbst im Jahr für den Academy of Interactive Arts & Sciences’ Lifetime Achievement Award nominiert –  geht es bei Leaf Engine um eine Technologie, für die selbst Wearables so etwas sind wie kalter Kaffee von 1998. Eine Plattform nämlich, die man wie selbsverständlich zum Arbeiten, Spielen und Kommunizieren nutzen werde.

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