Einzelhandel

Metro steigt bei Emmas Enkel ein – Expansion geplant

- Metro – die Grande Dame des deutschen Einzelhandels – ist nun zu 15% an Emmas Enkel beteiligt. Geplant ist eine deutschlandweite und schnelle Expansion. Die Enkel werden dazu künftig stark mit der Metro-Tochter real,- zusammenarbeiten. von Thomas Kletschke

Metro beteiligt sich an Emmas Enkel: Ladengeschäft und Konzernzentrale (Fotos. Emmas Enkel, Metro Group; Montage: invidis.de)

Metro beteiligt sich an Emmas Enkel: Ladengeschäft und Konzernzentrale (Fotos: Emmas Enkel, Metro Group; Montage: invidis)

Metro und die beiden Emmas Enkel-Gründer Sebastian Diehl und Benjamin Brüser haben sich nun auf den 15%igen Einstieg des Handelsriesen bei der Diehl & Brüser Handelskonzepte GmbH geeinigt, die Emmas Enkel betreibt. Damit hat die GmbH nun insgesamt sechs Gesellschafter – einschließlich des 1964 gegründeten Handelskonzerns.

Dass sich die gute alte Metro in den vergangenen Monaten immer mehr zur flotten Omi des Einzelhandels entwickelt hat – und damit zeigt, dass das Lebensalter allein kein Hinweis darauf ist, ob jemand auf der Höhe der Zeit ist, hat der Markt in den vergangenen zwei Jahren mehrfach beobachten können. Nun setzt man auf Same Day Delivery und kanalübergreifendes Einkaufen. Besonders die eher zahlungskräftigen und -willigen Zielgruppen in den großen Städten werden damit anvisiert – nicht schlecht für die Marge.

Bei der Metro heißt es, dass es im Jahr 2015 generell in Punkto Multichannel und Omnichannel noch weitere Pläne gibt. Welche Konzernmarken und Gesellschaften und Märkte das betrifft, kommuniziert das Unternehmen aktuell nicht – das kommende Jahr solle aber weitere innovative Ansätze bringen, so eine Sprecherin auf invidis-Nachfrage.

Kanalübergreifende Experimente gibt es seit einiger Zeit. So hat Metro etwa bei ihrem real,- Future Store bereits früh vorgemacht, wie man mit Electronic Shelf Labels am Kühlregal neue Formen von Präsentation, Interaktion und Information schaffen kann.

Auch bei den via Media Saturn Holding (MSH) dem Konzern zuzurechnenden Handelsschwergewichten Saturn und Media Markt hat sich in der zweiten Jahreshälfte 2014 einiges getan: Der erste Omnichannel-Media Markt wurde noch im September eröffnet, etwa einen Monat später folgte die Saturn-Interpretation eines modernen Marktes für technikaffine Kunden. Und ganz nebenbei bespielt man in Bremen einen temporären Store, bei dem man mit eBay und Paypal zwei Partner aus dem E-Commerce mit ins Boot geholt hat.

Jetzt folgt ein weiterer Schritt, mit dem der in Düsseldorf ansässige Konzern sich weiter auf die Omnichannel- und Multichannel-Welt konzentriert. Wie die Metro nun bekanntgab, hat man sich mit 15% an Emmas Enkel beteiligt. Das Start-up findet seit einiger Zeit Beachtung in der Handelswelt. Das Unternehmen hatte früh auf die Integration der verschiedenen Kanäle gesetzt, was etwa zur Nominierung für die Viscom Awards 2012 für die installierte OXID eShop PoS-Lösung führte. Auch beim Mobile Payment haben sich Emmas Enkel früh die ersten Sporen verdient.

Bisher ist Emmas Enkel am Stammsitz Düsseldorf sowie in Essen mit eigenen Geschäften vertreten. Und das Geschäftsmodell scheint sehr gut zu laufen: Lebensmitteleinzelhandel, aber kein Billigheimer. „Um der großen Nachfrage nachzukommen, war eine skalierfähige Struktur wichtig“, so Sebastian Diehl gegenüber invidis.de. Gemeinsam mit Benjamin Brüser hat Diehl das Unternehmen 2011 gegründet. Nun habe man einen großen Partner gefunden, um Emmas Enkel deutschlandweit ausrollen zu können, so Diehl weiter.

Mit der Metro sowie den drei GmbH-Mitgesellschaftern Andreas Bremke, Ex-Bertelsmann-Vorstand Hartmut Ostrowski und Christian Busch wolle man die Expansion in Deutschland in den kommenden Monaten rapide beschleunigen, heißt es in einem Statement anlässlich des Einstiegs.

Bisher hat Emmas Enkel ein Sortiment von 3.500 Artikeln. Mit dem neuen Eigentümer Metro und Partner real,- geht es nun bundesweit weiter. „Der nächste Schritt ist nun, weiteren Kunden die beste Möglichkeit für ihren Lebensmitteleinkauf anzubieten, die am besten zu ihren individuellen Lebensumständen passt. Damit kommen wir dem immer stärker werdenden Wunsch der Kunden nach, den Einkauf nach eigenen Bedürfnissen und der verfügbaren Zeit planen zu können. Emmas Enkel bietet uns dabei die perfekte Ergänzung, da wir so auch neue Kunden, insbesondere in Innenstadtlage, erreichen können“, so Didier Fleury, CEO real,-.

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