Kinect

Schwitzen für ein kostenloses Metro-Ticket mit Digital Signage

- Mexicos Bevölkerung ist stark übergewichtig – ein Problem, das die staatliche Metrogesellschaft von Mexico-City nun aktiv bekämpfen möchte. Also runter mit den Pfunden – als Belohnung winken kostenlose U-Bahnfahrten. Eine innovative Initiative für die Volksgesundheit mit Vorbild. von Florian Rotberg

Schwitzen für Tickets (Screenshot Stadtverwaltung Mexico Stadt)

Schwitzen für Tickets (Screenshot: Stadtverwaltung Mexico Stadt)

Digital Signage mit Bewegungssensoren und Belohnungssystem sind wahrlich keine neue Geschichte für die Branche. Aber die öffentliche Hand entdeckt das Potential erst jetzt richtig. Wie Spiegel Online meldet werden zurzeit Dutzende U-Bahn Stationen der mexikanischen Hauptstadt mit Displays, Kinect und Mediaplayern ausgestattet. Für 10 Kniebeugen erhält der Fahrgast ein kostenloses U-Bahnticket. Der finanzielle Wert hält sich bei Ticketpreisen von umgerechnet 0,15 EUR in Grenzen. Der Effekt für die Volksgesundheit ist hoffentlich höher.

Bereits vor über einem Jahr setzte die Stadtverwaltung von Moskau im Rahmen der Winterolympiade in Sotchi auf dasselbe Konzept. Allerdings traute die Verwaltung den Einwohnern der russischen Hauptstadt eine größere Fitness zu. Immerhin 30 Kniebeugen waren für ein kostenloses Metro-Ticket nötig. Wert nach aktuellem Rubelkurs: 0,45 EUR. Damit erklärt sich auch der 3x höhere Einsatz.

Wie viele Teilnehmer eine vergleichbare Aktion zum Beispiel in München (Ticketpreis 2,70 EUR) gewinnen würde, überlassen wir gerne der Vorstellung unserer Leser.

Einen gesunden Start in den Tag wünscht die invidis Redaktion aus dem winterlichen München.

P.S. Interessantes am Morgen: Mexicos U-Bahn System ist übrigens das einzige der Welt, das mit individuellen Symbolen für jeden der 270 Stationen aufwarten kann. Hintergrund: Als vor 45 Jahren die erste Metro in Mexico-Stadt eröffnete, war die Analphabetenrate im mittelamerikanischen Staat noch immens hoch. Hätte es damals bereits interaktive Digital Signage-Lösungen gegeben, wäre die Entwicklung einer Menüführung eine Herausforderung gewesen.

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