EuroCIS 2015

Die integrierte eierlegende Omnichannel-Wollmilch-Sau

- Düsseldorf | Big Data wird für den Handel greifbar: SAPs Smart Vending Machine kennt potenziell jeden und kann ihn mit allem verbinden. Prinzipiell kann sie einen ganzen Shop ersetzen und als Pop up Store ebenso funktionieren, wie als Verlängerung in die Social Media-Welt. von Thomas Kletschke

Herz: SAP, Korpus: VE Connect - SAP Smart Vending Machine (Foto: invidis)

Herz: SAP, Korpus: VE Connect – SAP Smart Vending Machine (Foto: invidis)

Das von Bill McDermott geführte Drei-Buchstaben-Unternehmen zeigt an seinem Stand naturgemäß Lösungen, deren Herz Software-basiert pocht.

Mit der SAP Smart Vending Machine präsentiert die us-amerikanischste Company Baden-Württembergs ganz praktisch, wie sich aus all den Softwareprodukten und Plattformen mit den schrecklich abstrakten Kürzeln wie SAP S/4 HANA und SAP CAR sowie der SAP Mobile Platform Umsetzungen für den Point of Sale und beliebige andere Szenarien gestalten lassen, die weltweit, kanalübergreifend und wirklich vernetzt funktionieren – also: die integrierte eierlegende Omnichannel Wollmlich-Sau aus Walldorf.

Gezeigt wird die Vending Machine als intelligenter Automat mit 46″-Touchscreen aus der US-Vending Machine-Schmiede Vendor’s Exchange International. Bei Payment und Authentifizierung lässt sich alles implementieren oder anbinden: QR Code, NFC, Beacons, Biometrik jeder Art (etwa: Szenario beim Luxus Retailer für teure Güter, in sensiblen Unternehmensbereichen o. ä.). Das Projekt setzt die Grenzen – und die ein oder andere Datenschutzbestimmung.

Man kann: vom Smartphone aus die Bestellung aufgeben, die Ware dann abholen. Oder Sie können am Valentinstag jemandem Blumen, Konfekt oder was auch immer schenken. Als Kundin oder Kunde können Sie den kompletten Omnichannel-Shop – nichts anderes verbirgt sich hinter der VM – nach eigenem Gusto gestalten. Umgekehrt kann der Händler, respektive das System, Vorschläge aufgrund von Kaufverhalten und Präferenzen machen, um so zum gewünschten zusätzlichen Umsatz zu kommen.

Im Netzwerk sind die Vending Machines an bestimmten Orten so intelligent, auf Events in der Nähe des Automaten hin die Angebotswerbung selbstständig anzupassen (Der Klassiker wäre hier: Fußballstadion, Bier). Werden der Gerstensaft und vor allem die Maschine selbst zu heiß, wird der Servicetechniker automatisch herbeigerufen. Das gilt selbstredend für das Team, das die VM mit Neuware bestückt. Coupon- und Rabattaktionen können sehr fein ausgeliefert werden.

Auf Nachfrage am Stand hieß es ausdrücklich, hier werde ein fertiges System gezeigt, kein reiner Prototyp. Als VM steht das Zaubermaschinchen in der Walldorfer Unternehmenszentrale selbst. Weitere sollen dort folgen. Wesentliche Teile der Software sind in Nordamerika bei diversen Kunden im Einsatz, von der Retailkette Loblaws bis hin zu den Verkehrsbetrieben in Montreal etwa. Ihre Ursprünge hat die Technologie gar nicht mal im Handelsumfeld, sondern in der Finanzindustrie: Denn neben dem Handel sind weitere Software- und Analysetools seit längerem im Retail Banking im Einsatz.

Diese VM kann man sich, entsprechend gebrandet und Vandalismussicher, respektive mit IP-klassifiziertem Gewand, auch hervorragend als Pop up Store an einem ungewöhnlichen und/oder hochfrequenten oder teuren (Quadratmeterpreise in einer Metropole nach Wahl, teurer Duty Free-Standort an einem Airport) Umfeld vorstellen.

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