ISE 2015 Nachlese

Die Qual der Damenwahl – Standbau auf der ISE

- So wie sich die Messe verändert hat, haben sich auch die Messestände über die Jahre weiterentwickelt. Das knappe Platzangebot und die stetig wachsende Größe und Anzahl an Produkten erfordern neue Präsentationskonzepte. Ein Rückblick auf den Standbau, Produktpräsentationen und Content der ISE 2015 mit Bildergalerie und ein Ausblick auf die vergrößerte ISE 2016. von Florian Rotberg

LG electronics stand ISE 2015 (Foto: invidis)

LG electronics stand ISE 2015 (Foto: invidis)

Die ISE 2015 war eine erneute Rekordmesse – mehr Aussteller, mehr Fläche und mehr Besucher. Die kleine gemütliche Branchenmesse hat sich zur global größten und wichtigsten Digital Signage-Messe entwickelt. Damit stiegen auch die Anforderungen an den Standbau als Spiegelbild des eigenen Selbstverständnisses im Markt. So haben sich die Messestände von Samsung und LG innerhalb von nur fünf Jahren von kleinen Ausstellern zu dominanten, teilweise doppelstöckigen Palästen entwickelt. Der Andrang an Fachbesuchern ist zwischenzeitlich so gewachsen, dass offene Standbaukonzepte immer schwieriger werden. LG flüchtete dieses Jahr wieder auf eine zweite Etage, Samsung belegt ab 2016 exklusiv eine eigene Halle.

Top 10 Digital Signage Aussteller ISE 2015

Top 10 Digital Signage Aussteller ISE 2015 (Grafik: invidis)

Doch nicht nur der Besucherandrang führt zu neuen Standbaukonzepten, auch die Art und Weise, wie die eigenen Produkte im bestmöglichen Licht präsentiert werden, hat sich verändert. Von klein bis riesig, Einstiegsserie bis hin zu Videowall-Displays und zahllose Sonderlösungen müssen auf den Ständen Platz finden. Und nicht nur als Produkt sondern am besten im Rahmen einer Lösung.

In diesem Jahr gab es zum ersten Mal weniger Größenrekorde – sowohl Samsung als auch LG präsentierten ein 21:9 105“ Display und sie verzichteten auf einen Millimeter-Kampf der geringsten Bezelbreite. Dafür stand die Auflösung der Displays im Vordergrund. UHD war das dominierende Thema der Displayanbieter. Die gestiegene Bildqualität lässt sich nun mal ausschließlich mit hochaufgelösten Content präsentieren. Und das war wirklich ein Highlight der diesjährigen ISE. Die meisten Aussteller hatten sich sichtbar Mühe mit dem Content gegeben. Allerorte blickten mal mehr, mal weniger lasziv räkelnde oder auf dem Laufsteg stolzierende Models von den Displaywänden. Damenwahl bei der ISE – wer hätte das in der Technikmänner-Welt erwartet?

Das hat uns am besten gefallen – die Top 5 ISE Messestände in der Kategorie Digital Signage:

Die invidis Top 5

  • Der Größte – mit über 1.000 m² Fläche war Samsung mal wieder Spitze. Im kommenden Jahr folgt auf leicht vergrößerter Fläche der Auftritt in einer eigenen Halle (Amtrium). Mehr Digital Signage gab es an keinen anderen Stand auf der ISE zu besichtigen.
  • Der beste Content – UHD-Displays und Videowalls leben vom Content. Hier zeigte NEC Display Solutions optimal abgestimmten Content. Man verzichtete sogar dieses Jahr auf die sonst obligatorischen Damen. Der Content mit Stadtpanoramen und NEC-Klötzchen CI war sehr harmonisch und überzeugte in der Gesamtwirkung.
  • Beste Inszenierung – Nirgends ging es so eng zu wie bei LG Electronics. Der Doppelstockstand war vollgestellt mit hunderten von Displays und Digital Signage Lösungen. Meeting und Catering wurden in die erste Etage verbannt. Doch am spektakulärsten war das Entree. Direkt am Eingang zur Halle 7 legten die „roten Koreaner“ dieses Jahr viel Liebe in den Content der 4 x 98“ Display-Installation inklusive optisch angepasster Schaufensterdekoration. Ebenso erwähnenswert war der Bibliothekscontent auf der benachbarten Mediawall. Einfach klasse realisiert.
  • Die AufsteigerBenQ und Toshiba. Willkommen im Club der großen Display-Anbieter. Auch wenn die Verkaufszahlen es noch nicht zeigen, die Digital Signage Ambitionen der Taiwanesen und Japaner waren eindeutig auf der ISE erkennbar. Repräsentative Stände die mehr zeigten als nur Displays.
  • Bestes Projection Mapping – Der Projektor-Spezialist Panasonic setzte den Fokus auf Projection Mapping. Zusammen mit Kooperationspartner Tesla setzte man das Elektrofahrzeug effektvoll in Szene. Für Digital Signage Beobachter besonders interessant – erstmals waren im größeren Stil auch Software und Lösungspartner mit am Stand vertreten.

Der Ehrenpreis – so er denn vergeben würde – würden wir an Barco vergeben. Und zwar nicht aufgrund eines auffälligen Digital Signage-Bezugs, sondern für das Gesamtkonzept. Auf den beiden gegenüberliegenden Ständen wurde mit großem Aufwand eine Raumfahrt-Welt inszeniert. Von Check-in, über Projection Mapping einer Raumfähre bis hin zu digitalen Weltraumszenen – die Belgier haben neue Maßstäbe für die ISE gesetzt.

Wir freuen uns auf weitere innovative und kreative Konzepte auf der ISE 2016. Die wird im Übrigen nicht nur einen Tag länger (Dienstag bis Freitag) sondern auch größer. Denn nicht nur die schiere Anzahl an Besuchern ruft nach größeren Messeständen sondern auch die große Anzahl an Produkten und Lösungen. Zum Schluss der diesjährigen ISE waren im Rebooking-Verfahren schon 104 % der diesjährigen Fläche vermietet. Mit dem neuen Amtrium-Konferenzzentrum und weiteren Strukturen wird die verfügbare Ausstellungsfläche 2016 nochmals spürbar erweitert. Es ist also noch Platz verfügbar.

Klicken Sie hier um auf die Bildergalerie zu den Messeständen auf der ISE 2015 zu gelangen.

Alle invidis Artikel zur ISE 2015 finden Sie auf unserer ISE Sonderseite.

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