Realtime-Kampagnen

TV lernt von DooH – Spots nutzen Tagesaktualität

- Aktuell setzen Deutschlands Werber auf aktuelle TV-Kampagnen, bei denen man auf taggleich gedrehtes und geschnittenes Material für die Ausstrahlung in der Prime Time zurückgreift. Aktuell ist der Karneval ein beliebtes Motiv, etwa in Spots der Telekom. Das Medium Fernsehen hat von Digital-out-of-Home und anderen Realtime-Medien dazugelernt. von Thomas Kletschke

Walter Heins auf dem Kölner Karneval (Screenshot: invidis)

Walter Heins auf dem Kölner Karneval (Screenshot: invidis)

Schon während Weiberfastnacht – also am vergangenen Donnerstag – hatte die Deutsche Telekom ein Werbefilmteam auf die Straßen Kölns geschickt, dass mit einem fertigen 45-Sekünder für die abendliche Ausstrahlung im TV zurückkam. Auch am gestrigen Rosenmontag drehte ein Team im Auftrag des Magenta-Riesen in der – nach Düsseldorf – schönsten Stadt des Rheinlands einen entsprechend tagesaktuellen Spot, der zur Prime Time im TV ausgestrahlt wurde.

Damit machen die TV-Werber des Konzerns – wie vor ihnen Werbungtreibende wie Sky (Champions League 2013; in TV-Werbepausen wurde auf die Bezahl-Inhalte von Sky umgeschaltet, das Spiel also weitergezeigt) oder Bahlsen (Spots in Werbepausen des und mit Bezug aufs Dschungelcamp 2015) von den im Fernsehen flexibler gewordenen Buchungs-, Produktions- und Postproduktions-Strukturen Gebrauch. Gleichwohl hat Digital-out-of-Home hier noch einen deutlichen Vorsprung. Der Werbungtreibende Adidas etwa konnte im Umfeld der Fußball-WM 2014 in Brasilien auf DooH-Medien von Ströers Public Video-Kanal die Taktung um einige Schlagzahlen erhöhen. Direkt nach den Spielen der deutschen Nationalmannschaft wurde aktueller reaktiver Bewegtbildcontent gezeigt – insgesamt 30 Spot-Varianten kamen damals zustande.

Protagonisten des Spots aus der Werbeserie für die MagentaEINS-Produkte der Deutschen Telekom sind die Figuren der Familie Heins. Seit Mitte 2014 ist der vierköpfige Mini-Clan – Mutter Steffi, Vater Walter, Tochter Clara sowie Sohn Anton Heins – in Diensten des Bonner Telekommunikationsriesen unterwegs.

Für die Telekom – unter anderem durch Sponsoring-Aktivitäten mit dem Bonner sowie dem Kölner Karneval gut connected – ist das diesjährige Motto des Kölner Straßenkarnevals „social jeck – kunterbunt vernetzt“ natürlich besonders passend.

Aktionen am Point of Sale begleiten die TV-Kampagne: Im Telekom-Flagshipstore auf der Kölner Schildergasse wurden gepimpte Spiegel aufgestellt, die im Prinzip funktionieren, wie die im Modehandel genutzten virtuellen Anproben. Nur, dass bei diesen Spiegeln die Nutzer keine Kostümer übergezogen bekamen, sondern sich ein neues – diesmal jeckes – Gesicht aus insgesamt sechs Varianten aussuchen konnten.

Über den guten alten Spareffekt kann man eine Kampagne entsprechend fortführen und wirken lassen. So wird auch die Deutsche Telekom die Zeit nach Aschermittwoch noch nutzen. Bis einschließlich 2. März 2015 gibt es in Kölner und Bonner Telekom-Shops Angebote auf diverse Smartphones, bei denen man 111 Euro Preisnachlass gewährt. Düsseldorf wurde zwar nicht von einem Magenta-TV-Team beehrt, und ein (post-) karnevalistischer Bonus in Düsseldorfer Telekom-Shops wird ebenfalls nicht gewährt – aber dafür ist es ja auch die schönste deutsche Stadt am Rhein.

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