ISE 2016

Alles blau – die invidis Reportage vom ISE Rebooking

- Amsterdam | Alle Jahre wieder: Noch während der laufenden Messe entscheiden sich die ausstellenden Firmen, ob sie sich auch im kommenden Jahr wieder auf der ISE präsentieren. Wir haben an drei Tagen beobachtet, wie das so läuft – das legendäre Reebooking. von Thomas Kletschke

ISE Reebooking - Am Freitagmorgen ist die Halle 8 quasi schon belegt (Foto: invidis)

ISE Reebooking – Am Freitagmorgen ist die Halle 8 quasi schon belegt (Foto: invidis)

Donnerstagfrüh: In einer der Hallen treffe ich den Geschäftsführer eines größeren Mittelständlers aus DACH, der schaut, was seine Wettbewerber mit nach Amsterdam gebracht haben.

Dann folgt ein kurzer Blick auf seine Armbanduhr. Und schon schaltet der sonst so ausgeglichene und ruhige Mann um – vom Beobachtungs-Modus in den Stress-Modus. Schweißperlen auf der Stirn, eine knappe Verabschiedung: „Muss zum Reebooking.“ Dann ist er auch schon weg.

Auch andere haben heute einen Zeitraum zugewiesen bekommen, in dem sie sich um die Standplätze für das Jahr 2017 bewerben.

Das ISE System ist besonders – und auch besonders transparent: Für alle öffentlich wird eine Prioritätenliste erstellt, auf der vermerkt ist, wer am meisten Punkte gesammelt hat. Die Punkte setzen sich aus verschiedenen Parametern zusammen. Wer schon einmal Aussteller war und wie groß die Standfläche war, beziehungsweise die Standflächen in der Vergangenheit.

ISE Reebooking - Halbzeit am Donnerstag (Foto: invidis)

ISE Reebooking – Halbzeit am Donnerstag (Foto: invidis)

Unternehmen, die der ISE schon seit langem treu sind, haben die Gelegenheit, als erste zu buchen. Im ISE Heft „Reebooking“ werden die Listen und Punkte veröffentlicht. Die Firmen mit der höchsten Punktezahl sind zuerst dran.

Für die Top 20 Aussteller begann das Reebooking bereits am Mittwochnachmittag – auch die Plätze 21 bis 50 konnten am Mittwoch buchen. Sie waren im darauf folgenden Slot zum Buchen eingeladen.

Mittwoch, spätnachmittags: Die Verantwortlichen der großen Aussteller – zumeist, aber nicht immer sind dies auch sehr große Branchenfirmen – treffen sich gerade in der Holland Lounge des RAI, versammeln sich um die Large Format Screens (was sonst?!), auf denen die Hallenpläne mit den Standplätzen eingezeichnet sind. So langsam wechseln die Pläne ihre Farbe: In dem vielen Weiß tauchen immer mehr blaue Quadrate, Rechtecke und sonstige Formen auf.

Donnerstagnachmittag: Immer mehr blaue Areale sind auf den Karten zu sehen. Parallel dazu wechselt bei manchem Aussteller die Hautfarbe ins Kalkweiße oder zu Hochrot. Denn blau ist ungut. Blau heißt: belegt. Belegt vom Wettbewerber.

Wer das Procedere bereits öfter mitgemacht hat, weiß zu berichten, dass sich hier auch schon mal mittelschwere Dramen abspielen. Immer dann, wenn man nicht das gewünschte Buchungsergebnis mit nach Hause bringen kann, ist das natürlich erst mal ein Grund sich zu ärgern. In diesem Jahr konnten wir zwar keine der sagenumwogenen Ausraster, Heulkrämpfe und der spiegelbildlichen Luftsprünge beobachten. Sie sollen aber dann und wann vorkommen, wie Insider versichern.

ISE Reebooking - Vertrag ausdrucken, unterschreiben und geschafft (Foto: invidis)

ISE Reebooking – Vertrag ausdrucken, unterschreiben und geschafft (Foto: invidis)

Wer am Plan sein Wunsch-Areal gefunden hat, kann dies an einem der Arbeitsplätze von einem ISE Mitarbeiter festhalten lassen. Dann wird ein Vertrag ausgedruckt, dieser unterschrieben. Innerhalb einer gewissen Frist sind dann auch schon die ersten Gebühren fällig. Insgesamt also ein sehr transparentes Procedere.

Die Vorab-Buchung auf einer ISE sorgt in der Regel dafür, dass bereits während der laufenden Messe ein Großteil der Flächen für das Folgejahr gebucht werden.

Freitagfrüh: Alles blau. Am Morgen des letzten Messetages ist der Teil der Karte auf dem die Digital Signage Halle 8 zu sehen ist, bereits nahezu komplett blau eingefärbt. Dass das RAI sich weiter vergrößert, ist bekannt. Zudem wird die Smart Building Conference vom Elysium in die neue Halle 9 ziehen.

Im Jahr 2017 können Aussteller, die in Halle 8 vertreten sind, deshalb zudem mit mehr Frequenz rechnen. Da die Messegesellschaft einige Umbauten vornimmt, sind dann weitere Durchgänge zwischen den Halle 8 und anderen Hallen geöffnet.

Die Big Three der Displayhersteller wird im Jahr 2017 hier zu finden sein: Samsung im Amtrium, LG in Halle 12, NEC in Halle 5.

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.