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Interaktives Street Furniture mit Photovoltaik

- Media Owner JCDecaux bastelt an der nächsten Street Furniture Generation, die für Smart Cities gedacht ist: In dieser Woche wird ein interaktives und energiesparendes Konzept eines Wartehäuschens vorgestellt, das mit Photovoltaik und neuer Screen Technologie daherkommt. von Thomas Kletschke

Wartehäuschen in Paris – hier ein 2015 gelaunchtes Modell von Designer Marc Aurel (Foto: JCDecaux)

Wartehäuschen in Paris – hier ein 2015 gelaunchtes Modell von Designer Marc Aurel (Foto: JCDecaux)

Die Wahrnehmung von JCDecaux und Wall sowie Konkurrent Ströer ist hierzulande in der breiten Öffentlichkeit und bei Stadträten und ähnlichen Gremien ein wenig schief: In einigen deutschen Städten und deren lokalen Medien dreht sich seit Monaten alles um WC Häuschen und zugehörige Wartungsverträge oder um genaue Installationsorte von CLPs und LCD Screens in Innenstadtlagen. Da werden alte Bauordnungen und Erhaltungssatzungen bemüht, um zuvor zugesagte Standorte nochmals um 30 cm zu verschieben, weil der örtliche Einzelhandel, der Vize-Vize-Bürgermeister einer 35.000 Seelen zählenden Kommune oder ein paar Leserbriefschreiber eine DooH Stele oder ein LED Video Board dann gerne zum gefühlt siebten Mal woanders platziert sehen wollen, weil ja ein 1 Euro Shop eventuell ein bisschen weniger Visibilität in einer Fußgängerzone hat.

Darüber verliert man mancherorts aber das große Ganze aus dem Blick – wenn es denn je im Fokus war: Große Städte werden innerhalb sehr kurzer Zeit zu Smart Cities. Ob aus eigener Kraft, oder, wie weltweit üblich, mit Technologie- und Vermarktungspartnern. Denn Free Wifi an jedem Ort, Nutzwert-Infos, natürlich mit Bewegtbild, Nes Feeds, Real Time Infos von Nahverkehrsbetreibern sowie weitere digitale Services wollen auch finanziert werden, und sollen die Nutzer nichts kosten.

Die großen Außenwerber – selbst auf dem Weg der Transformation – können davon ein Lied singen; auch wenn sie darüber öffentlich ungern reden, um nicht noch mehr Steine in den Weg gelegt zu bekommen.

Für die Städte, die es schaffen, am Ball zu bleiben, bieten sich vielfältige Chancen, als Smart City zu reüssieren, und zahlreiche weitere Partner mit ins Boot zu nehmen. Nicht immer sind die derzeitigen Innovatoren auch die eigentlichen Metropolen mit Millionen Einwohnern. Oftmals sind es die Städte aus der zweiten und dritten Reihe mit bis zu 750.000 Einwohnern, die in Italien, Spanien oder anderen Ländern in der EU erste Schritte erfolgreich umgesetzt haben.

Aus der Perspektive der Media Owner – und auch vieler Betreiber von Nahverkehrsnetzen vor Ort – sind die guten alten Wartehäuschen wichtige Pfeiler von Smart City Konzepten. Deshalb interessieren sich die traditionellen großen Außenwerber für deren Weiterentwicklung.

In Frankreich stellt JCDecaux am heutigen Dienstag in Frankreich einen neuen Street Furniture Prototypen vor. Dieser wird bei einem Event in Colombelle in der Normandie beim dort angesiedelten TES Tech Cluster gezeigt. Zentrales Element des neuen intelligenten Wartehäuschens ist eine Photovoltaikanlage, die mit einem neu entwickelten Spezialfilm des französischen Herstellers ARMOR arbeitet. Als Display wird diese Haltestelle der Zukunft über einen interaktiven Screen verfügen, der für nutzwertige Infos sowie Werbung genutzt werden kann. Die Interaktion soll über die Mobile Devices von Nutzern hergestellt werden. Ergo dürfte das Konzept zumindest optional eine Anbindung an 3G oder 4G (alternativ: LAN Kabel-Lösung) beinhalten, um vor Ort ein Free WiFi anbieten zu können.

Technische Details oder Fotos gibt es zumindest bislang keine. Das Engagement zeigt aber, dass JCDecaux weiter an der Optimierung der intelligenten Wartehäuschen arbeitet. Zudem kann man zumindest vermuten, dass die Taktung, in der neue Generationen von Wartehäuschen gelauncht werden, schneller wird. Die letzten verfügbaren neuen Generationen stammen erst aus dem Jahr 2015 (vgl. Aufmacherbild), weitere Prototypen nicht mitgerechnet.

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