DooH Kampagne

Diese Vending Machine ist total langsam

- Innerhalb einer Minute sollen die frisch gebackenen Kartoffelchips aus der Vending Machine kommen. Doch stattdessen müssen die Pendler am Bahnhof in Oslo deutlich länger warten. Aus gutem Grund. von Thomas Kletschke

Totenflak Vending Machine am Bahnhof in Oslo (Screenshot: invidis)

Totenflak Vending Machine am Bahnhof in Oslo (Screenshot: invidis)

Die Entdeckung der Lahmarschigkeit: Nach diesem Konzept inszenierte der norwegische Werbungtreibende Totenflak kürzlich eine aufmerksamkeitsstarke digitale Außenwerbekampagne am Hauptbahnhof von Oslo.

Totenflak ist eine norwegische Marke für Kartoffelchips. Dabei legt man nach eigener Darstellung Wert auf besonders schonende Herstellung, was sich schon am Design und der rustikalen Kleidung der Tesimonials zeigt, die sich auf der Website und den Kampagnen des Herstellers finden. Um dies werblich zu kommunizieren mixte man aus den Zutaten Zeitnot, Geduld und Überraschung eine Kampagne auf digitalen Werbeträgern von JCDecaux Norge.

Unweit der Rolltreppen am Hauptbahnhof wurden zwei Vending Machines mit Touchscreens installiert, an denen, so das Versprechen, Totenflak Chips innerhalb einer Minute frisch gebacken und frittiert würden. Da Konsumenten das Konzept von zahlreichen Backautomaten in Supermärkten weltweit kennen, die Brot und Brötchen aus vorgefertigten Rohlingen erzeugen, ein auf den ersten Blick plausibles Versprechen.

Doch nach dem Einwurf des benötigten Kleingelds mussten die Pendlerinnen und Pendler warten, warten und noch mal warten. Viele zogen entnervt ab, als sich nach einer Minute noch nichts tat. Denn ganze sechs Minuten lang passierte erst mal gar nichts. Wer es bis dahin durchhielt, der wurde dafür mit umso mehr Service überrascht: eine siebköpfige Blaskapelle marschierte auf, allen voran ein im Karohemd gekleideter Totenflak Mitarbeiter, der feierlich einen Karton mit frischen Chips vorantrug und diesen in den Ausgabeschacht der vermeintlichen Vending Machine abstellte. Der Überraschungseffekt kam durchaus an, wie das eingebettete Video von der Aktion zeigt.

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