LED Signage

Das (Straßen-)Schild der Zukunft gibt es bereits jetzt

- Das programmierbare 2 x double Sided LED Straßenschild iGourette ermöglicht personalisierte Ansprachen. Erste Installationen gibt es in anderen Anwendungen. Denn in Hotels, Museen, an Bahnhöfen und Airports, in Universitäten, vor Firmenzentralen oder in Krankenhäusern ist es ebenfalls nutzbar. von Thomas Kletschke

Rechts im Bild ein iGirouette im noblen Renault Showroom (Foto: Charvet Digital Media)

Rechts im Bild ein iGirouette im noblen Renault Showroom (Foto: Charvet Digital Media)

Ob es so in Massen im Outdoor-Bereich an großen Straßenkreuzungen installiert wird? – Man kann das bezweifeln. Schließlich wäre es leicht erreichbar (Höhe der Hängung), und damit vielleicht nicht die vandalensicherste Variante eines Wegweisers.

Doch das doppelt-doppelte (siehe unten) LED Straßenschild iGirouette des alteingesessenen französischen LED Spezialisten Charvet Digital Media / Charvet Industries SA verspricht Nutzen für zahlreiche andere Anwendungen. Damit unterscheidet es sich von anderen LED oder LCD Lösungen, die für die Straße konzipiert sind, wie LED Lighting (heute in den meisten modernen Städten Standard) oder Exoten wie dem kürzlich vorgestellten LCD Nummernschild aus den USA. Am ehesten lässt es sich noch mit den derzeit bei der Autobahnverwaltung von Nevada schwer angesagten Dynamic Message Signs vergleichen – LED basierten Autobahnschildern – verspricht aber noch mehr an Personalisierbarkeit.

Und natürlich gibt es weitere spezielle LED Lösungen für Airports, Bahnhöfe und Co. Insofern steht Charvet nicht ganz konkurrenzlos da. Aber sein durch Plexiglas geschütztes Schildchen hat schon etwas drauf, was sowohl für einen Smart City Außeneinsatz wie den Indoor oder Outdoor Einsatz in oder bei übersichtlicheren großen Installationsorten spricht (wie die Campi von Firmen, Kliniken Hochschulen et cetera).

as iGirouette in freier Wildbahn (Foto / Rendering: Charvet Digital Media)

as iGirouette in freier Wildbahn (Foto / Rendering: Charvet Digital Media)

Via GPS oder eine feste LAN Verbindung ist der LED Screen geolokalisierbar und lässt sich in ein Netzwerk einbinden. Ausspielbar sind Texte, Logos und Animationen. Ein willkürliches Beispiel für eine Nutzung: Zu Semesteranfang werden die ziellos Herumirrenden in Richtung des richtigen Hörsaals für Begrüßungsveranstaltungen gelotst. Real Time Informationen können auf den LED Screens angezeigt werden. Etwa auf einer großen Messe: „Wegen großer Nachfrage wird die Veranstaltung in einen anderen Raum verlegt.“ Auch Social Media Feeds lassen sich nach Angaben des Herstellers nutzen – nicht schlecht für den PoS und auf einem Screen in einer anderen Form als erlernt, also aufmerksamkeitsstark.

Der zum Patent angemeldete Screen hat eine recht zeitlose Optik, für die die Kreativen von EDDS Design aus Lyon verantwortlich zeichnen. Rund um den Screen sind Ambient Lighting RGB LEDs eingelassen. Die können mehr als bloßes Blink Blink, sondern wechseln beispielsweise ihre Farbe, wenn eine Nutzerin oder ein Nutzer das Schild passiert. Der vorderseitige und der rückseitige Screen können unterschiedlichen Content anzeigen.

Besonders ausgeklügelt ist eine weitere Eigenschaft, die verhindert, dass sich der Hausmeister (an dem bleibt es ja überall hängen) an dem gut 3,7 m hohen und an der breitesten Stelle 1,4 m messenden iGirouette einen Bruch heben muss: Die Screens sind motorisiert. Da jedes iGirouette mit zwei doppelseitigen digitalen Wegweisern versehen ist, kann sich jeder der beiden unabhängig vom anderen um seine eigene Achse drehen lassen (also 0° bis360°, laut Hersteller mit einer Genauigkeit von +/- 2.5°). Um die beiden, jeweils 1,01 x 0,275 m messenden, Wegweiser eines iGourettes in die jeweils gewünschten Positionen zu bringen, werden maximal 15 Sekunden benötigt. Unter Umständen reicht diese Zeit vielleicht sogar für ein digitales Notfallsystem (etwa in einem Stadion, bei dem bestimmte Ausgänge kurzfristig verlegt werden müssen). Wenn das System eine Internet-Verbindung hat, kann es eine ungenannte Anzahl verschiedener Sprachen erkennen – tolles Feature für Airports, Hotels und Kongresszentren.

Eine eigene App, die auf herkömmliche Art und Weise oder via QR Code downloadbar ist, verbindet den Screen mit mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets. Laut Website ist die App nicht nur für Android und iOS verfügbar, sondern sogar für das in freier Wildbahn nicht besonders oft anzutreffende OS Windows Phone.

Auf der Website finden sich keine Preisangaben. Immer ein Indiz für Systeme, die nicht gerade billig sind. Hält das iGirouette technisch, was es verspricht, ist es auch nicht als 0815 Lösung einzustufen. Das remote steuerbare doppelte Doppel-Lottchen läuft auf 220 V (250 W) und greift auf 4 x Screens mit jeweils 768 x 192 mm Größe zurück (4.096 darstellbare Farben). Der unterste digitale Wegweiser ist auf einer Höhe von gut 2,5 m positioniert.

Nachdem der Hersteller sein System erstmals auf der ISE 2016 gezeigt hatte, wird er es sicherlich auch im Jahr 2017 mit nach Amsterdam bringen. Charvet ist in Halle 8 am Stand 8-S200 zu finden. Im Web weist man darauf hin, dass das System weiter customized werden kann.

Eine erste interessante Referenz kann man aus Frankreich bereits liefern: Hersteller Renault nutzt ein iGirouette in seinem Pariser Showroom „L’Atelier Renault“ an den Champs Élysées (vgl. Aufmacherfoto). Für die innerhalb von vier Jahren entwickelten iGirouettes gab es schon diverse Auszeichnungen in Frankreich. Zuletzt wurde das System mit dem Innovationspreis „L’Etoile de l’innovation 2017“ des Institut national de la propriété industrielle (INPI) ausgezeichnet.

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