ISE 2017

Harry Horn, Scala – „Wir wollen Vollanbieter werden“

- Amsterdam | Während der ISE haben wir uns mit Harry Horn, General Manager EMEA / VP of Global Marketing von Scala zum Interview getroffen. Scala steht nicht vor einem Wandel, sondern ist gerade mitten drin, im Transformationsprozess. von Thomas Kletschke

Harry Horn, GM EMEA / VP of Global Marketing macht Scalas Kurswechsel öffentlich (Foto: invidis)

Harry Horn, GM EMEA / VP of Global Marketing macht Scalas Kurswechsel öffentlich (Foto: invidis)

Das ist die erste ISE, auf der Scala als neue Tochter von Stratacache mit dabei ist. Und da unter dem Dach der neuen US-Mutter nun schon diverse AV und Digital Signage Spezialisten als eigenständige Marke und Tochter geführt werden, interessiert uns natürlich: Was hat sich bei Scala in den letzten Monaten getan, was wird sich dort bis Ende 2017 tun?

Am Stand stellt Scala die neuesten Varianten seiner Retaillösungen Connected Café und Interactive Fitting Room vor. Ein Feature: ab jetzt kann PayPal genutzt werden. „Prinzipiell natürlich jedes Paymentsystem mit einer API“, so Horn. Für die vor allem bei Gamern bekannte Marke Razer, die vermehrt den europäischen Markt via Onlineshop mit Laptops und Zubehör erreichen, hat Scala für den PoS eine Box entwickelt, die Sensorik und Screen verbindet.

Auch paralleles Abheben der platzierten Gamer-Mäuse wird erkannt, zudem wurde das Analysetool erweitert. Man kann herausfinden, welches Produkt am wahrscheinlichsten in welcher Mindeststückzahl pro Tag verkauft werden kann. Dabei wird berücksichtigt, wie viele Menschen, die Verkaufsbox insgesamt passieren. Die Razer Box wurde von Scala komplett ohne Partner integriert – mit Ausnahme des Gehäuses.

Später sagt Horn im Gespräch: „Wir wollen uns zum Vollanbieter für spezielle Verticals weiterentwickeln“. Wie eine Agentur könnte Scala letztlich aufgestellt sein. Ein durchaus interessantes Ziel. Selbstverständlich werde der Bereich Retail besonders vertieft. Scala hat hier, wie andere Unternehmen, realen Bedarf im Markt erkannt: Analysetools, die große Datenmengen automatisiert so aufbereiten, dass die Ergebnisse (Laufwege in einem Geschäft, Zeitanalysen, die die Personalplanung optimieren etc) schnell, visuell sowie mit kurzem Text vorliegen. Wenn Age, Gender, Emotion in Realzeit genutzt werden können, um den Content und letztlich den Abverkauf im Shop zu optimieren, sind die Kunden von Scala  sehr interessiert.

Andere Baustelle, aber möglicherweise richtungsweisend: Künftig wird es Scala Hardware geben. Horn zufolge kamen auch immer wieder entsprechende Nachfragen aus dem Markt. „Ab dem zweiten Quartal kommen unsere eigenen Mediaplayer auf den Markt“, so Horn weiter. Die Hardware wird von den Unternehmen aus der Stratacache Holding stammen. „Zudem steigen wir in den Tablet-Markt ein“, sagt Harry Horn gegenüber invidis. Noch 2017 sollen Tablets von Scala für Einsätze am PoS auf den Markt kommen. Nicht falsch verstehen: Die Rede ist nicht von PoS-Tablets, sondern Small Signage Screens und letztlich Tablets, die in großer Stückzahl nebeneinander mit unterschiedlichen Content bespielt werden können. Video Wall mal anders.

Entsprechend hat Scala kürzlich investiert und hinter der Europa-Zentrale einen großen Gebäudekomplex gekauft. Hier kommen Logistik und ein Support Center unter. Denn auch die Services werden ausgebaut, für Partner und Endkunden ein 1, 2, 3 Level Support eingerichtet. Er rechne damit, dass dies bis Ende des Jahres umgesetzt sei, so Horn im Interview.

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