EuroShop 2017

Digitaler Kicker als kleiner und feiner Business Case

- Düsseldorf | Zwei schöne Beispiele auf der EuroShop zeigen, dass man mit interaktiver Software und guter Hardware auch digitale Gadgets für Vermietpark, Events oder Kauf herstellen kann. von Thomas Kletschke

Bei der Spiel-Auswahl können Logos über einen Scanner für das eigene Trikot genutzt werden (Foto: invidis)

Bei der Spiel-Auswahl können Logos über einen Scanner für das eigene Trikot genutzt werden (Foto: invidis)

Dienstagmorgen im Pressezentrum: zwei Journalisten legen ein kurzes Match an dem Holzkicker hin, den die Messe Düsseldorf für Mitarbeiter und Gäste zur Verfügung stellt. Goal! – Dann geht es weg von der Arbeit am Ball und weiter mit der eigentlichen Arbeit.

Journalisten bei der Arbeit am Ball – analoger Kicker im Pressezentrum (Foto: invidis)

Journalisten bei der Arbeit am Ball – analoger Kicker im Pressezentrum (Foto: invidis)

Szenenwechesel: In der Messehalle 4 sind Event & Marketing die Schwerpunkte bei den Ausstellern. Hier ist das Kickern gerade ebenfalls schwer angesagt – und das an zwei verschiedenen Orten.

Der große schwarze Messestand der FH Aachen zeigt einiges an Hochtechnologie aus dem Bereich digitaler Kommunikation. Möglich machen das Sponsoren wie satis&fy, die ein Transparent OLED mit einbringen, das ein Projekt einer Studierenden zeigt. Via Kinect reagiert der Screen auf die Farben von Objekten und das Muster färbt sich. Touchtische erklären Projekte von Studierenden aus technischen Fächern ebenso wie aus den Kommunikations- und Design-Studiengängen.

Bei satis& fy setzt man auf digitalisierten Tisch-Fussball (Foto: invidis)

Bei satis& fy setzt man auf digitalisierten Tisch-Fussball (Foto: invidis)

In der Mitte des Stands wird gerade gekickert. Ein Match satis&fy vs. FH Aachen. Genutzt wird ein umgebauter Kicker, der einen realen Ball nutzt, dessen Rasenfläche aber ein LCD Screen ist. Und mit drei Kameras wird der gelbe Ball verfolgt. Die Spielszenen werden auf einer großen Leinwand projiziert. An dem Kicker selbst können über integrierte Tablets Team-Namen eingegeben werden oder die Lautstärke-Ausgabe geregelt werden, um die gut und weit vernehmbaren Stadionchöre auszusteuern, oder den Applaus, der jedes Mal aufbrandet, wenn ein Tor gefallen ist.

Das Interessante an diesem digitalen Kicker: Durch die Ausspielung auf großer Fläche und den im Raum gut vernehmbaren Sound können größere Audiences begeistert werden. Ursprünglich aus einer Laune in der Entwicklungsabteilung für die betriebsinternen Sport-Pausen kreiert, ist der Tisch inzwischen auch als Rental-Objekt gefragt ist.

Am anderen Ende der Halle befindet sich das Expo & Event Forum. Hier wird ebenfalls am digitalen Kicker gespielt. Der besteht aus einem 55″ Screen von NEC, ebenfalls echten Teilen und einem wunderschönen Housing aus Holz. Hier ist die Spielfläche der plane und schön integrierte PCAP Screen. Auch hier wird ein Ball ausgegeben, der wird auch in das dafür vorgesehene Fach gerollt. Aber man spielt eben, ohne dass man den realen Ball sieht.

Kick and Rush am Tisch von Realtime Department (Foto: invidis)

Kick and Rush am Tisch von Realtime Department (Foto: invidis)

Denn der Nutzer sieht ganz digitale Teams, die man mit verschiedenen Trikot-Varianten ausstatten kann, selbst mit Firmenlogo. An zwei Seiten können jeweils die Scanner genutzt werden, um schnell ein schönes Trikot mit Logo zu erstellen (vgl. Aufmacherbild). Verschiedene Spiel-Varianten sind vorwählbar, etwa Sieg nach 3 Toren. Der ganze Kicker ist ein Prototyp, der in etwa fünf Wochen entstanden ist, von der Idee bis zur Umsetzung. Neben der Unity Engine und der Software-Arbeit mit dieser fällt die edle Umsetzung auf. Verantwortlich für das alles ist Realtime Department aus Wuppertal, die unter anderem auch im Bereich Broadcast sowie mit Projection Mapping unterwegs sind.

Falls Ihnen dieser Kicker bekannt vorkommt: Er war auf der ISE 2017 zu sehen, am Stand der Lang AG, für die das unter dem Arbeitstitel 4K Kick-o-Mat läuft. Erfahrungen mit solch weirden Umbauten haben die Wuppertaler: vor einigen Jahren hatten sie, ebenfalls für einen ISE-Messestand von Lang, einen Flipper digitalisiert. Der digitale Kicker erhält wohl noch weitere Features, etwa eine Audio-Ausgabe. Und: Er wird definitiv in Kleinserie gehen.

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.