EuroShop 2017

The Village von Vitra zeigt fünf Retail-Szenarien

- Düsseldorf | Auf dem imposanten und thematisch fein unterteilten Messestand von Vitra sind digitale und analoge Werbemittel in Aktion zu sehen, mit denen Brick and Mortar Stores jeden Onlinehändler ausstechen. von Thomas Kletschke

Blick von der The Village Plaza auf den fiktiven Beauty Store (Foto: invidis)

Blick von der The Village Plaza auf den fiktiven Beauty Store (Foto: invidis)

Einer der größten – wenn nicht der größte – Stände der EuroShop befindet sich in der Halle 12. Er belegt gleich zwei Standplätze (A35 und A36) und ist innen wie außen einer edlen Einkaufsstraße nachempfunden. Hier stellen die drei Unternehmen der Vitra Gruppe aus: Vitra, Ansorg und Vizona. Gemeinsam zeigen sie State of the Art Lösungen für die verschiedensten Retail-Anwendungen.

Frische Ware ansprechend mit Licht inszeniert (Foto: invidis)

Frische Ware ansprechend mit Licht inszeniert (Foto: invidis)

Wer steht für was?

Vitra hat seine Wurzeln im Ladenbau. Als Partner des Einzelhandels arbeitet das Unternehmen seit mehr als achtzig Jahren daran, die Attraktivität, Qualität und Produktivität von Verkaufsräumen zu steigern. Ansorg vereint technisches Know how mit lichtplanerischer Kompetenz, um Waren und Marken in Szene zu setzen. Designorientierte Qualitätsleuchten und innovative Lichtlenkung bilden das Portfolio. Vizona realisiert weltweit Store-Konzepte für Retailer und Markenunternehmen. Interdisziplinäre Projektmanagement-Teams arbeiten mit Kunden und Architekten zusammen.

Augmented Reality Einsatz an einem Modell für Automotive (Foto: invidis)

Augmented Reality Einsatz an einem Modell für Automotive (Foto: invidis)

Was ist das Thema?

Unter dem Oberbegriff The Village zeigen die drei Schwesterunternehmen gemeinsam fünf individuelle Retail-Konzepte, die aktuelle Herausforderungen und Möglichkeiten im Bereich Ladenbau zum Thema haben. Vor allem werden digitale Elemente geschickt integriert, die man am Point of Sale in Kombination mit anderen Methoden nutzen kann, um Onlinehändler (und deren Kunden) vor Neid erblassen zu lassen.

Der Stand ist in einer stadtähnlichen Struktur angeordnet. Man hat sogar an einen Himmel gedacht: Die Überdachung von Vitras großem und hohen Stand ist lichtdurchlässig. Und das Licht zeigt wechselnd die verschiedenen Licht-Modi, die man an einem typischen Tag beim Bummeln erlebt. Dies geschieht langsam, ähnlich wie in der Natur, und nicht alle zwei Minuten. Man sollte sich also etwas Zeit in The Village gönnen, das mit der finnischen Innenarchitektin Joanna Laajisto entwickelt wurde.

Spezielles Schmink-Licht (Foto: invidis)

Spezielles Schmink-Licht (Foto: invidis)

Wie wird es umgesetzt?
Rund um die Plaza in der Mitte des Stands, den virtuellen Marktplatz unter dem virtuellen Himmel, sind fünf verschiedene Stores angeordnet, die je eine Branche aus dem Retail-Geschäft repräsentieren. Für jede dieser Einkaufswelten wurde für die EuroShop 2017 eine eigene Marke kreiert, mit Produkten und einer Geschichte, die den Kunden mit auf die Customer Journey nimmt. In jedem Laden spielt ein neues Retail-System von Vitra die Hauptrolle. Lichtlösungen von Ansorg inszenieren die Produktneuheiten. Realisiert wurden die Konzepte vom Ladenbauer Vizona. Auf einer weiteren Fläche können Besucher die ausgestellten Systeme nochmals im Detail erkunden. Diese fünf Geschäfte sind so täuschend echt, dass mancher Besucher schon die fiktive Modemarke für eine echte Marke hielt:

  • Automotive: Beim Automotive-Konzept geht es um effiziente Raumnutzung und darum, das Produkt in der Stadt zum Kunden zu bringen. Die Lounge im Geschäft vereint persönlichen Service und Touch Screens und eine AR Applikation, damit Kunden ihr persönliches Auto konfigurieren können.
  • Consumer Electronics: In diesem Shop werden für ein dynamisches, flexibles Ladenkonzept kosteneffiziente Materialien und Beleuchtung verwendet – die aber ebenfalls optisch deutlich über dem liegen, was man in freier Wildbahn sonst vorfindet. Die genutzten Elemente lassen sich schnell und einfach verändern oder an einem neuen Verkaufsort aufbauen. Die Deckenbeleuchtung reagiert auf den Inhalt einer auf die Wand projizierten Video-Installation.
  • Health & Beauty: Das Konzept zielt darauf ab, alle Sinne anzuregen. Die dienstleistungsorientierte Präsentation der Produkte nutzt den begrenzten Platz optimal aus. Screeens machen die komplette Produktpalette zugänglich (Endless Shelf). Die Beleuchtung ist darauf ausgerichtet, Haut und Make-up strahlen zu lassen. Mit persönlicher Fachberatung und einem speziellen Tool, das die Produktinformationen visualisiert, wird auf individuelle Kundenbedürfnisse eingegangen.
  • Fashion: Die Einrichtung für den Bereich Fashion erinnert an eine Galerie und spiegelt. In der großen, gut ausgeleuchteten Umkleidekabine finden Kunden einen Rückzugsraum (mehr dazu in einem eigenen Artikel). Hier fällt es einfach, Kaufentscheide zu treffen. Flexible Ladenbau-Systeme und eine unkomplizierte Anpassung des Raumkonzepts zeigen, dass Schönes auch äußerst praktisch sein kann: So kann die Anordnung der Leuchten und Regale
    schnell und einfach umgestaltet oder in speziellen Bereichen die Lichtstimmung verändert werden.
  • Food: Die Warenpräsentation führt den Besucher intuitiv durch das Geschäft, das ein besonders angenehm ausgestatteter Supermarkt ist. Die Beleuchtung inszeniert die Produkte gezielt und steigert so die Vorfreude, Lebensmittel zu erwerben.

One thought on “EuroShop 2017: The Village von Vitra zeigt fünf Retail-Szenarien

  1. Diese Läden schauen sehr amerikanisch aus. Wer schon mal in SF shoppen war, weiss, was ich meine.

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