Displayhersteller

Neues Test & Evaluation Center bei Eizo nimmt Betrieb auf

- Die vertikale Diversifizierung bei Eizo schreitet voran: Der Displayproduzent hat nun ein Text & Evaluation Center für den MIL Standard eröffnet. Damit soll der Zertifizierungsprozess beschleunigt werden. von Thomas Kletschke

In diesem Bereich des Standorts Hakusan testet Eizo ab sofort Screens für den MIL Standard (Foto: Eizo)

In diesem Bereich des Standorts Hakusan testet Eizo ab sofort Screens für den MIL Standard (Foto: Eizo)

Nach etwa einem Jahr Bauzeit hat Eizo am Hauptsitz im japanischen Hakusan ein eigenes, etwa 6,3 Millionen US-Dollar teures Text & Evaluation Center für den MIL Standard eröffnet. Auf einer Gesamtnutzfläche von 667 m² sind dort verschiedene Testanlagen installiert worden, mit denen sichergestellt wird, dass bestimmte Display-Produkte den harten Auswahlkriterien des MIL Standards des US-amerikanischen Department of Defense standhalten. Installiert wurden dort beispielsweise Geräte, mit denen die Vibrations-Standhaftigkeit von Monitoren und Screens getestet wird, oder mit denen Beschichtungen auf Wetterbeständigkeit hin untersucht werden können.

Bislang hatte Eizo Tests dieser Art extern durchführen lassen müssen. Um den Prozess der Standardisierung schneller gestalten zu können, wurde das Center geplant. Zugleich steht die Investition im Zusammenhang mit Eizos Plan, in speziellen vertikalen Märkten zu wachsen, den man 2015 öffentlich machte. Anwendungen, in denen rugged Produkte gefordert sind, können neben dem militärischen Bereich auch der Security Markt sein, teilweise auch die zivile Luftfahrt oder der Schifffahrt. In den beiden letztgenannten Märkten ist Eizo in den vergangenen Jahren stets präsent gewesen. Auch in der (Schwer-) Industrie könnten Screens mit MIL Spezifizierung Anwendung finden.

Unabhängig von dieser weitergehenden Diversifizierung hat sich Eizo in jüngster Vergangenheit auch im Bereich Medical um eine Ausweitung des Portfolios bemüht. Den Gesundheitsmarkt beliefert der Displayhersteller sowohl mit in Japan entwickelten und produzierten Geräten, wie mit Screens Made in Germany. In den Jahren 2015 und 2016 kaufte Eizo zunächst das Medical System Integration Business der Imation Corporation sowie von Panasonic Healthcare deren Bereich für Endoskopie-Monitore. Weitere Forschungs- und Produktionsstandorte gibt es in China sowie in den USA.

Der 1968 als OEM-Produzent gegründete Hersteller ist traditionell auch in kreativen Branchen stark mit farb-exakten Screens vertreten. Zudem gehörten Gaming Monitore zum Portfolio, ein Bereich mit Tradition: Die Table Top Video Arcade-Konsolen für das 1978 gelaunchte Space Invaders stammten ebenfalls von Eizo. Das börsennotierte Unternehmen ist unabhängig von anderen Konzernen der Branche. Die Aktien befinden sich in Streubesitz. Zu den größeren Anteilseignern gehören unter anderem Banken und Finanzinstitute.

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