DooH Branche

Deutsche Post ist Teil eines neuen DooH Netzwerks, testet Face Recognition

- In bis zu 100 Partner-Filialen testet die Deutsche Post ein Digital-out-of-Home System mit Gesichtserkennung. Genutzt wird Technologie eines neuen DooH Netzwerks, das derzeit bundesweit 400 Screens umfasst, und das im Handel und verwandten Bereichen weiter wachsen will. von Thomas Kletschke

Im Inneren einer Partnerfiliale der Deutschen Post (Foto: Deutsche Post)

Im Inneren einer Partnerfiliale der Deutschen Post (Foto: Deutsche Post)

Wie verschiedene Medien berichten, hat die Deutsche Post einen umfangreichen Test eines neuen Digital Signage beziehungsweise Digital-out-of-Home Systems gestartet. Dabei setzt man auf anonymisierte Gesichtserkennung zur Optimierung der auf den Info-Displays ausgespielten Werbung. Erhoben werden die Kriterien Age und Gender.

Die Deutsche Post betreibt schon lange keine eigenen Filialen mehr. Die ehemaligen Postämter gehören zur Postbank, die rechtlich eigenständig und eine 100% Tochter der Deutschen Bank ist. Kunden der Deutschen Post betreten damit entweder eine Filiale der Postbank oder die eines der anderen zahlreichen Partner. Diese betreiben in ihren Läden kleine Service-Filialen für die Post. Das sind Einzelhändler, Floristen, Schreibwarenläden, Tabakläden und ähnliche Einrichtungen.

Der bundesweite Test findet ausschließlich in diesen kleinen Post-Partnerfilialen statt, und nicht in den großen Filialen der Postbank, wie die Deutsche Post auf Nachfrage der Redaktion bestätigt. Auch die Postbank, die instore ihr eigenes „Postbank TV“ einsetzt, ergänzt auf Nachfrage, im dortigen System nutze man nach wie vor feste Sendeschleifen. Dabei nutze man keine Lösung mit Face Recognition und teste auch keine solche Lösung.

Zuvor hatten Sprecher der Deutschen Post gegenüber der Münchner Abendzeitung sowie gegenüber heise online weitere Details zu dem Test genannt. In derzeit 40 Shops wird das System demnach getestet, bis zu 60 weitere sollen folgen. Als Standorte nannte die Deutsche Post Berlin und Köln sowie Hamburg und München.

Reporting aus einer unter adpack laufenden Kampagne (Screenshot: IDA / adpack)

Reporting aus einer unter adpack laufenden Kampagne (Screenshot: IDA / adpack)

Demnach wird eine Lösung des Berliner Anbieters IDA Indoor Advertising GmbH genutzt. Das System vermarktet dieser unter dem Namen adpack. Dabei handelt es sich um ein cloud-basiertes System, das Real Time Targeting und die Platzierung hyper-lokaler Werbe-Inhalte ermöglicht. Zudem lässt sich der Erfolg der Anzeigen messen. Mittels Programmatic Buying erfolgt eine automatisierte Kampagnenbuchung – das Einbuchen erfolgt nach Angabe des Vermarkters in Echtzeit. Damit nutzt die Lösung eine moderne Demand Side Platform (DSP) sowie eine Sell Side Platform (SSP).

Weder Bilder noch Bewegtbilder der Endkunden werden gespeichert, so IDA. Auch würden keine personenbezogenen Daten erhoben oder gespeichert. Das Hosting erfolgt den Angaben zufolge bei einem zertifizierten Anbieter auf deutschem Boden. Mit der Technik von adpack lassen sich die Ergebnisse aus der Erkennung auch anderweitig nutzen, etwa zur Erfassung von Besucherströmen im Einzelhandel, ein Bereich der Retail Technology, der immer wichtiger wird, und sich allgemein großer Nachfrage durch Handelsunternehmen erfreut.

Vermarktet wird die Lösung von der ATG Ad Tech Group GmbH (ATG) aus Hamburg, die allerdings kein klassischer Vermarkter ist. Deutschlandweit hat das im Aufbau befindliche DooH Netz von IDA / adpack bereits eine Größe von 400 Screens erreicht, so Vermarkter ATG gegenüber invidis. Zu den Kunden, die es einsetzen, gehören beispielsweise Unternehmen aus dem Lebensmitteleinzelhandel, die an den Erlösen aus den DooH Spots beteiligt werden.

Die IDA Indoor Advertising GmbH wurde 2014 gegründet und war auch auf der letzten CeBIT 2017 unter den Ausstellern. Dort wird eine Betriebsgröße von elf bis 50 Mitarbeitenden angegeben. Geschäftsführer ist Ralph Razisberger.

Die Ad Tech Group gehörte eine Zeitlang zu Ströer, steht nun aber wieder auf eigenen Füßen. Ursprünglich firmierte ATG als GAN Technologies (Game Ad Network) und war ein Teil der 2007 gegründeten GAN Game Ad Net GmbH.. Im Jahr 2014 war Ströer mit 70% bei Europas größtem Gaming Vermarkter eingestiegen, 2015 dann wurde GAN zu 100% von Ströer übernommen. Die Hamburger haben eine unabhängige DooH SSP für die programmatische Vermarktung entwickelt. Die neue ATG geht nun auch bei DooH in innovative Projekte. Geschäftsführer sind Daniel Siegmund, Marlon Werkhausen und Lucas Lingens.

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