Technologie

Neue IREDs von Osram

- Osram Opto Semiconductors bringt seine bisher kleinste seitenabstrahlende Infrarot LED auf den Markt. Sie wird künftig für neue Augmented Reality, Virtual Reality sowie IR Touch-Systeme eingesetzt. von Thomas Kletschke

IRED-Bauteile versorgen das Eye-Tracking von AR Brillen (Foto: Osram Opto Semiconductors)

IRED-Bauteile versorgen das Eye-Tracking von AR-Brillen (Foto: Osram Opto Semiconductors)

Die boomenden Bereiche Virtual Reality und Augmented Reality benötigen gute Eye-Tracking Systeme für die zugehörigen Brillen. Beide Technologien sind Instrumente, um Consumer zu unterhalten und zu informieren, werden aber vor allem auch in zahlreichen B2B-Anwendungen eingesetzt: Rein virtuelle Welten nutzen Industrien wie der Automobilbau bei Konstruktion, erste Finanzdienstleister schaffen VR-Räume, in denen hochkomplexe Anlagen visualisiert werden, in mancher Produktionshalle werden Informationen über real existierende Bauteile oder Produkte augmentiert.

Daher haben die Hersteller von VR-Headsets, AR-Systemen und von Multitouch-Screens mit IR-Touch Bedarf an neuen und besseren Bauteilen, um ihre Produkte weiterentwickeln zu können. Denn dank infraroter LED „wissen“ Augmented und Virtual-Reality Systeme, wohin ihr Nutzer schaut. Mit gleichartigen Bauteilen können Touchscreens umgesetzt werden, die zuverlässig funktionieren.

Die Firefly SFH4055 eröffnet auch weitere Anwendungsfelder (Foto: Osram Opto Semiconductors)

Die Firefly SFH4055 eröffnet auch weitere Anwendungsfelder (Foto: Osram Opto Semiconductors)

Osram Opto Semiconductors ist einer der Zulieferer dieser Industrien und bringt jetzt seine bisher kleinste seitenabstrahlende Infrarot LED (IRED) auf den Markt. Grundlage der neuen SFH 4055 ist die Firefly Plattform, die sich bisher für LED im sichtbaren Spektralbereich bewährt. Hauptanwendungsgebiet des neuen Senders mit 850 nm Wellenlänge sind Eye-Tracking Systeme für VR und AR, aber auch die Displayindustrie soll als Kunde für den Hersteller gewonnen werden.

Eye-Tracking Systeme leuchten mit mehreren infraroten LED die Augenpartie der Nutzer aus und nehmen das reflektierte Licht mit Kamerasensoren auf. Sie berechnen die Position der Pupillen und ermitteln so die Blickrichtung des Nutzers. Zur Integration in Headsets werden extrem kompakte IREDs benötigt, die rund um die Brille oder um die Okulare montiert werden können. Mit einer Bauteil-Größe von 1,0 x 0,325 x 0,55 mm bedient die neue Firefly diese Anforderung. Die LED strahlt zur Seite ab und punktet mit ihrer geringen Höhe von nur 0,325 mm.

Intelligentes Eye-Tracking ermöglicht neue, besonders intuitive Interaktionsformen für VR- und AR-Systeme. Nutzer können damit das jeweilige Programm direkt über ihre Blickrichtung steuern. So können zum Beispiel AR-Brillen genau die Information anzeigen, die zu dem vom Nutzer anvisierten Objekt passt.

VR-Systeme profitieren noch in weiterer Hinsicht. Sie können mit Hilfe von Eye-Tracking die benötigte Rechenleistung reduzieren. Für ein realitätsgetreues Nutzererlebnis müssen VR-Bilder extrem schnell aufgebaut – gerendert – werden. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Prozessoren und Grafikkarten der eingesetzten Computer. Dank Eye-Tracking ist es möglich, die Bilder nur in der eigentlichen Blickrichtung hochaufgelöst zu berechnen und die weitere Umgebung gröber anzuzeigen.

Osram ist bereits mit infraroten Sendern, Lasern und Photodetektoren in VR- und AR-Lösungen vertreten. Mit seiner ersten infraroten Firefly erschließt sich das Unternehmen weitere Einsatzfelder in diesem stark wachsenden Markt. Die SFH 4055 ist generell für Anwendungen konzipiert, die besonders kompakte infrarote Sender erfordern. Dazu gehören zum Beispiel auch optische Touchscreens. Sie benötigen möglichst flache, zur Seite abstrahlende Infrarot LED, um ein Lichtgitter zur Erfassung der Fingerposition aufzuspannen.

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