Digital Signage Displays

Jenseits des Display-Allerlei

- Professionelle oder TV-Displays gleichen sich im Design fast aufs Haar. In der Regel 16:9 mit minimalem Bezel. Bei Videowall-Displays ist der Rahmen fast nicht mehr erkennbar. Doch es tut sich etwas an der Design-Front. Wir zeigen, was der Markt jenseits des Design-Einerlei zu bieten hat. von Florian Rotberg

DSS Mexico Samsung The Frame (Foto: invidis)

DSS Mexico: Samsungs „The Frame“ (Foto: invidis)

Bei professionellen Displays bleibt bisher keine Wahl. Der Rahmen ist mehr (Budget) oder weniger (Videowall) sichtbar und analog zum ersten Auto, dem Ford Model T, „in allen Farben solange sie Schwarz sind“ verfügbar. Systemintegratoren und Retail-Architekten bleibt somit nichts anderes übrig, als mehr oder weniger aufwändige Gehäuse zu entwickeln, um die Displays zu individualisieren. Denn (Retail)-Kunden erwarten immer häufiger ein CI-konformes Design.

Für größere Stückzahlen sind farbliche Änderungen in der Regel kein Problem – ein weißes Gehäuse (Housing) bieten die Displayanbieter in der Regel über Partner an. Ein abnehmbares Logo oder passende Lautsprecher sind bereits Standard. Doch jenseits davon wird es mit anspruchsvollen Designvorstellungen schwierig.

Neue Technologien – insbesondere OLED – ermöglichen ganz neue Formfaktoren. LG hat damit im letzten Jahr die Aufmerksamkeit auf allen Messen auf sich gezogen. Ob double-sided Displays mit weniger als 1cm Bautiefe oder konkav/konvex geformte Displays. Jeweils mit separater Connectorbox, die mit bis zu 5m Abstand vom Display, z.B. hinter einer abgehangenen Decke, versteckt werden kann. Doch der Markt ist noch skeptisch, was den professionellen Dauer-Einsatz von OLED angeht.

Jenseits des professionellen Displaymarket gibt es bei den TV-Geräten einige interessante Design-Ansätze. Insbesondere Samsung bietet mit „The Frame“ und „Serif“ zwei Produkte an, die die Herzen von Innenarchitekten höherschlagen lassen. Bisher sind sie ausschließlich für den Consumer-Bereich erhältlich, aber das muss ja nicht so bleiben. Auf der kommenden IFA werden sicherlich weitere Design-Konzepte präsentiert. Reichlich Inspiration für Digital Signage-Systemintegratoren und Zubehöranbieter für customized Konzepte.

Samsung Serif  ist bereits seit Ende 2015 auf dem Markt, ein 40“ UHD LED-Display. Die Französischen Designer Ronan und Erwan Bouroullec haben das Display zu einem Möbelstück entwickelt, das sich mit verschiedenen Modulen individuell anpassen lässt.

Seit diesem Jahr bietet Samsung mit The Frame ein weiteres Designobjekt an. Als 55/65 UHD Display verfügt das Display über Helligkeits- und Bewegungssensoren. Somit schaltet sich das Gerät nur ein, wenn Bewohner in der Nähe sind. Die Helligkeit passt es der Umgebung an. Invidis konnte vergangen Woche auf der DSS Mexico drei Tage lang mit dem Display Erfahrungen sammeln. Ein ziemlicher Hingucker der von der Digital Signage-Industrie begeistert aufgenommen wurde. Insbesondere der Holzrahmen und die unterputz-verlegten Kabel lassen das Display einfach integrieren. Mit über 100 kuratierten Kunstwerken – die natürlich bisher nur für den Privatgebrauch lizensiert sind – ist The Frame ein Hingucker.

Die beiden Consumer-Konzepte sind bisher natürlich keine wirklichen Alternativen für Digital Signage mangels professionellem Service und fehlender Garantien. Aber Inspirationen sind sie allemal und in der Regel kommen Consumer Trends auch zeitversetzt in das professionelle Portfolio.

Einen ganz anderen – weniger Design – aber künstlerischen Ansatz haben wir am Wochenende in Soho in New York City entdeckt. Sehr kreativ, wenn auch wenig skalierbar.

Kreativ Displays - entdeckt in NYC SoHo (Foto:invidis)

Kreativ Displays – entdeckt in NYC SoHo (Foto: invidis)

 

 

NYC SoHo Displays - Kreativ auch von Hinten (Foto: invidis)

NYC SoHo Displays – Kreativ auch von hinten (Foto: invidis)

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