IFA 2017

Das sind die Digital Signage-Trends 2018/19

- Auf der IFA Berlin werden jedem Jahr im Herbst die neusten Consumer-Produkte der Öffentlichkeit vorgestellt. Invidis hat sich auf der Messe umgeschaut und sich einen Überblick über die neusten Trends verschafft. Denn in der nahen Zukunft – teilweise bereits zur ISE 2018 – werden diese Trends auch in die nächste Generation von Digital Signage-Lösungen einziehen. von Florian Rotberg

IFA Berlin (Foto: invidis=

IFA Berlin (Foto: invidis)

Was sind also die Digital Signage relevanten Trends unter dem Berliner Funkturm? OLED, 8k, HDR10+, Design-Displays, Free-Form-Displays, Sensoren und Artificial Intelligence (AR, Sprachsteuerung, Roboter).

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren spielte auf der IFA Digital Signage bei Samsung und LG keine Rolle mehr an den Messeständen. Weder wurde das Digital Signage-Display im öffentlichen Bereich präsentiert noch waren die jeweiligen Ökosystempartner präsent. Durchaus nachvollziehbar, denn das IFA-Publikum ist zwar vielzählig (über 300.000 werden erwartet), aber kaum Digital Signage relevant. Der türkische Displayanbieter Vestel zeigt auf der IFA das komplette Line-up für Digital Signage, das eine erstaunliche Breite aufweist. Mehr als 20 unterschiedliche Größen und Sonderlösungen präsentiert Vestel auf der IFA.

Display-Panel Technologien

  • OLED ist jetzt omnipräsent. Mit Ausnahme von Samsung (die ihre eigene LCD-basierte QuantumDot Technologie QLED präferieren), präsentierten so gut wie alle relevanten Displayanbieter OLED-basierte TV-Geräte. Natürlich mit OLED-Pionier LG an der Spitze, die wieder ihren OLED-Tunnel mit nach Berlin brachten.
  • OLED scheint die nächste Evolutionsstufe im Consumer Bereich zu sein. Nicht nur die Schwarzwerte sondern auch die brillanten Farben und der breite Sichtwinkel sprechen laut IFA-Aussteller für OLED.
  • Inwieweit sich OLED auch schon für den professionellen Digital Signage-Alltag bewährt, werden die nächste Monate zeigen. Es liegen einfach noch zu wenig Erfahrungswerte im Commercial Use vor. Außerdem kommt die zweite OLED-Generation ab 2018 auf den Markt – in der Vergangenheit waren die zweiten Technologiegenerationen ausreichend zuverlässig für die kommerzielle Nutzung.
Digital Signage IFA Sharp 8k (Foto: invidis)

Digital Signage IFA Sharp 8k (Foto: invidis)

Display-Auflösung

  • Nach 4k steht schon die Weiterentwicklung auf der Agenda. 8k Displays wurden nicht nur in geheimen Darkrooms gezeigt, sondern an vielen Messeständen von Premium aber auch Second Tier Anbieter.
  • Sicherlich wird 2018 noch nicht das Jahr von 8k, aber für 2019 können wohl eine Reihe von Seriengeräte im TV-Sektor erwartet werden. Für Digital Signage ist 8k mit Ausnahme von Technologie-Showcases noch kein relevantes Thema. Aber sowie UHD/4k-Auflösung wird auch 8k bis 2020 in professionelle Digital Signage-Produktpaletten einziehen. Weder aufgrund großer Nachfrage sondern „Factory-Driven“ von den Panel-Herstellern.

Projektion

  • Die im professionellen Bereich schon etablierte Laser-Technologie kommt nun auch auf breiter Basis in das Wohnzimmer. Bei Hisense in Form eines Laser-TV, nichts anderes als ein Short-Throw-Projektor mit Projektionsscheibe.
Digital Signage Samsung HDR10+ (Foto: invidis)

Digital Signage Samsung HDR10+ (Foto: invidis)

HDR10+ / Farbwiedergabe

  • Der von Samsung entwickelte HDR10+ Standard fordert den bisherigen von Dolby HDR10 etablierten und kostenpflichtigen Standard heraus. Samsung setzt auf einen dynamischen Ansatz wogegen Dolby die grundlegenden Bildparameter nur einmal zu Beginn eines Films festgelegt. Bei HDR10+ werden die Parameter Szene für Szene oder sogar Bild für Bild dynamisch festgelegt. Für Digital Signage ist der dynamische HDR10+ Ansatz sicherlich weitaus passender. Soweit HDR überhaupt für öffentliche Screens in Passagesituationen relevant sein wird.
  • LG zeigt auf der IFA auch erste TV-Seriengeräte mit NanoCell. Die Technologie soll die Farbwiedergaben und -stabilität sichtbar verbessern. Partikel mit einem Durchmesser von einem Nanometer sollen überschüssige Lichtwellenlängen absorbieren und so ein Vermischen der einzelnen Farben verhindern. Auch das Reflektionsverhalten soll sich mit NanoCell verbessern – das wäre für Digital Signage-Anwendungen sicherlich von größerer Relevanz.
Digital Signage IFA Sharp Roll 60" (Foto: invidis)

Digital Signage IFA Sharp Roll 60″ (Foto: invidis)

Free-Form-Displays

  • Bei Sharp gibt es nicht nur den zurzeit größten LCD-Screen mit 120“ zu bestaunen, sondern auch eine Reihe von Free-Form-Displays. Von der IGZO Produktkategorie zeigt Sharp Runde, Ovale und andere Free-Form-Displays. Diese sind bisher primär für den Automotive-Einsatz vorgesehen. Aber diese Displayformen jenseits von 16:9 zu sehen macht Lust auf neue Formfaktoren auch im Digital Signage Kontext.
  • Auch wenn es mit Free-Form im Large Format noch etwas dauern wird, zeigt Sharp mit zwei 60“ Roll-Displays einen spannenden Use-Case für Digital Signage. Die Japaner hatten Roll-Displays bereits auf vergangenen Messen gezeigt (u.a. DSE 2016 in Las Vegas), aber der Showcase in Berlin wirkte schon sehr viel Serienreifer. Aber die Branche sollte den Atem nicht anhalten, in 2018 wird es nach unserer Einschätzung noch nichts mit „LCD-Pillar-Signage“
Samsung The Frame (Foto: invidis)

Samsung The Frame (Foto: invidis)

Design & Kunst

  • Der top Display-Trend auf der IFA ist Design-Displays. Bei Samsung – die wieder eine ganze Messehalle alleine belegen – ist „The Frame“ das Thema schlecht hin im Displaybereich. Das Content-Angebot wurde mit neuen Partner stark ausgebaut, Künstler wurden engagiert, die Displays und die direkte Umgebung zu gestalten.
  • Bei Samsung spricht man von „No Gap Wall Mount“, bei LG „Picture on Wall Design“ während Vestel „Gapless Mounting“ präsentiert und Hisense „Invisible Cable Design“. Keiner der Wettbewerber kommt Samsungs The Frame auf der IFA auch nur nahe, aber das wird sich in den kommenden Monaten ändern. Das Display soll an der Wand nicht mehr als technisches Gerät wahrgenommen werden, sondern als Content-Plattform (siehe invidis Bericht).
  • Neben Wandlösungen werden auch reihenweise neue freistehende Design-Geräte präsentiert. Ob ein Crystal-TV oder motorisierte TVs bei Panasonic, oder Design TVs bei Sharp, Vestel oder LG.

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