Digital Signage & Ausstellungen

Interaktion im Museum für Kommunikation in Bern

- Das Museum für Kommunikation in Bern hat das Ausstellungs-Design verändert. Jetzt werden auch zahlreiche interaktive AV-Installationen eingesetzt. von Thomas Kletschke

Das Museum für Kommunikation hat seine Dauerausstellung einem zeitgemäßen Update unterzogen (Foto: Thijs Wolzak)

Das Museum für Kommunikation hat seine Dauerausstellung einem zeitgemäßen Update unterzogen (Foto: Thijs Wolzak)

Seit 1996 existiert das Museum für Kommunikation am aktuellen Standort in der Helvetiastraße in Bern. Es geht auf das ehemalige Schweizerische PTT Museum zurück, das aus umfangreichen Sammlungen der damaligen PTT, also der Schweizer Post, entstanden ist. Das Museum wird inzwischen als Stiftung geführt, die von den beiden PTT-Rechtsnachfolgern Die Schweizerische Post AG und Swisscom gegründet wurden.

Neben der thematischen Erweiterung vor gut 20 Jahren auf das Thema Kommunikation hat das Museum kürzlich ein großes Update erhalten: Ausstellungs-Design und Technologien der Wissensvermittlung wurden angepasst und modernisiert. Neben interaktiven Stationen und überraschenden Objekten aus der Sammlung wurden großflächige LED-Screens installiert, um der 2.000 m² großen Kern-Ausstellung mehr Pfiff zu verleihen. Für die Planung dieses Vorhabens zeichnen die Experten von Kossmann.dejong aus Amsterdam verantwortlich, die auf Ausstellungs-Design spezialisiert sind.

Moderne Projektionstechnik ist an vielen Stellen der Ausstellung im Einsatz (Foto: Thijs Wolzak)

Moderne Projektionstechnik ist an vielen Stellen der Ausstellung im Einsatz (Foto: Thijs Wolzak)

Die größte Herausforderung war dabei die konkrete sowie räumliche Umsetzung des abstrakten Themas „Kommunikation“ in eine kohärente Ausstellung. Neun Schlüsselfragen wie „Warum kommuniziere ich?“, „Welche Fähigkeiten muss ich kommunizieren?“ oder „Wie lebe ich in einer sich schnell verändernden Welt der Kommunikation?“ wurden von den Ausstellungsmachern des Museums formuliert und bildeten die Basis des Designkonzepts.

Kossmann.dejong wies diesen Fragen verschiedene Themengebiete zu. Auf drei Etagen im Gebäude des Museums sind die Themenkomplexe nun zu finden. Neben technologischen Lösungen, die einzelne Aspekte des Themas Kommunikation erklären, wurde auch auf den zwischenmenschlichen Faktor Wert gelegt: Mitarbeiter des Museums wurden eingehend geschult, um den Besuchergruppen auch persönlich zur Verfügung zu stehen. Die Museumsmitarbeiter werden als, na klar: „Kommunikatoren“ bezeichnet.

Interaktiver Kicker zur Wissensvermittlung Foto: Thijs Wolzak)

Interaktiver Kicker zur Wissensvermittlung (Foto: Thijs Wolzak)

Die Tour durch die Ausstellung beginnt im Erdgeschoss. Die Botschaft dort: „Es geht um Sie“. Zu Beginn betreten die Besucher einen Bereich mit einem roten Teppich. Auf diesem sind persönliche Geschichten von Schweizer Bürgern zu lesen. Kommunikation in allen Phasen des Lebens ist hier das Thema.

Zugleich verbindet der rote Teppich eine Collagen-Wand mit Ausstellungsobjekten auf einer Seite des Raumes und mit einem Kommunikationslabor auf der anderen Seite. Während die Collage-Wand ein informatives visuelles Erlebnis bietet, aktiviert und verbindet das Labor die Besucher untereinander. Gemeinsam lösen sie so ein Puzzle, essen mit Fremden oder spielen in einer Filmszene mit. An den umliegenden Wänden können die Besucher die Schlüsselfragen tiefer erkunden und an den Herausforderungen mit den „Kommunikatoren“ teilnehmen, wenn sie es wünschen.

Zu Tisch mit einem fremden Gegenüber Foto: Thijs Wolzak)

Zu Tisch mit einem fremden Gegenüber (Foto: Thijs Wolzak)

Im ersten Stockwerk begegnen die Besucher der „Welt der Erinnerungen“. Aus einer zentralen Skulptur in Form eines Gehirns entspringt ein Gewirr von „Nervenenden“, die mit Memory-Boxen auf denen Filme laufen, Hand-on-Elementen und Ausstellungsobjekten verbunden sind. Hier geht es um die Fragen, was und warum wir Menschen sich an bestimmte Dinge erinnern. Etwa: „Welche Erinnerungen werden durch bestimmte Farben oder Gerüche hervorgerufen?“

Entworfen als ein abstraktes Rechenzentrum, konzentriert sich der angrenzende Themenbereich auf die komplexen technologischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Fragestellungen wie Big Data, Privatsphäre und den Nachteilen, die technische Kommunikationsmittel mit sich bringen. Die Besucher erleben die Auswirkungen, die gemeinsam genutzte Netzwerke mit sich bringen und untersuchen dabei auch ethische Fragen über den Wert der unendlichen Verfügbarkeiten von Daten durch die moderne Datenspeicherung. Hier zeigt eine große Wandprojektion, was Big Data bedeutet. Dieses Projekt wurde mit Studierenden der Schule für Gestaltung in Bern gemeinsam umgesetzt.

Besucherinnen im Museum für Kommunikation (Foto: Thijs Wolzak)

Besucherinnen im Museum für Kommunikation (Foto: Thijs Wolzak)

Das Kellergeschoss des Gebäudes nimmt die Besucher auf eine chronologische Reise mit, auf der die Meilensteine ​​der Kommunikationsrevolution das Thema sind: von der Postkutsche bis zu den Drohnen der Gegenwart. Integrierte Filme und interaktive Elemente zeigen den Besuchern die laufenden Veränderungen, der die Kommunikation – und damit die Menschen – ausgesetzt sind. Auch hier werden sowohl positive wie negative Aspekte behandelt. Nach einem visionären Ausblick auf die Zukunft gibt es für die Ausstellungsbesucher die Möglichkeit, ein Profilfoto auf der riesigen Fotowand zu hinterlassen. Die Foto-Wall ist eine visuelle Metapher des Ausstellungsschwerpunkts. Motto: „Es geht um dich, aber du bist nicht allein“.

 Verschiedene interaktive Screens werden an unterschiedlichen Stellen genutzt (Foto: Thijs Wolzak)

Verschiedene interaktive Screens werden an unterschiedlichen Stellen genutzt (Foto: Thijs Wolzak)

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