Conferencing

So werden Smart TVs zu 4K Conferencing-Systemen

- Eine unter Android laufende App, eine Spielekonsole und ein Smart TV: Eine relativ günstige Lösung macht nun den Herstellern traditioneller Professional Screens oder Conferencing-Software Konkurrenz. von Thomas Kletschke

Nutzeroberflächen unter TrueConf for Android TV (Foto / Grafik: TrueConf)

Nutzeroberflächen unter TrueConf for Android TV (Foto / Grafik: TrueConf)

Wer künftig von seiner Firma einen beliebigen Ultra HD-Smart TV plus eine NVIDIA-Spielekonsole geschenkt bekommt, darf sich freuen: endlich ruckelfreies Zocken beim Gaming, gutes Media Streaming in 4K. Allerdings gibt’s dann keine Ausrede mehr: Zuhause steht nun ein Conferencing-System im Wohnzimmer. Die zugehörige, unter Android laufende und im Google Play Market verfügbare App und eine kleine USB-Kamera komplettieren die Lösung.

Nur eine Variante, um Business-Meetings und Besprechungen am Heimarbeitsplatz zu ermöglichen. Sicherlich aber weniger anstrengend, als via Skype auf dem kleinen 13″ Screen des Firmen-Laptops zu konferieren.

TruConf – 2003 gegründeter russischer Anbieter von verschiedenen Softwarelösungen für Video Conferencing und Unified Communications – nutzt dazu die Schnittstellen und das SDK, das NVIDIA Entwicklern für seine aus bislang drei Geräten bestehende Spielekonsolen-Serie Shield bereitstellt. Die Lösung „TrueConf for Android TV“ wird auf der Anfang Februar stattfindenden ISE in Amsterdam demonstriert (Halle 11, am Stand 11-D126). Funktionen wie Chat, Content Sharing oder Conference Recording bringt die Lösung mit.

Laut Hersteller sind alle Funktionen von „TrueConf for Android“ nutzbar, aktuelle Version ist TrueConf 1.3.2 for Android. Die App ist daraufhin optimiert, per Gamepad oder klassischer Fernbedienung genutzt werden zu können. Damit eröffnet die Lösung einen intuitiveren Zugang für Nutzergruppen, die bei Themen wie Conferencing oder Collaboration eher verhalten reagieren („Ih, das ist ja Software“). Unter der App werden Videos bei 2160p und mit 30 fps übertragen.

Ist gerade Pause, kann der Nutzer – oder dessen pubertierender Nachwuchs – die Spielekonsole nutzen, um ein paar Games zu zocken. Im Innern werkelt ein NVIDIA Tegra X1 Chip mit einer 256-Core-Grafik-Engine, basierend auf der Maxwell-Architektur, mit Unterstützung für Hardware-Codierung von Videostreams mit bis zu 60 fps. Eingehende und ausgehende Streams nutzen den Codec H.264.

Mit der Lösung konkurriert TrueConf mit den Herstellern, die Conferencing-Lösungen auf Basis eigener oder fremder Professional Screens anbieten. Die Displayhersteller wiederum sehen sich gegenüber womöglich um ein weiteres Argument gebracht, warum ihre Screens einem Smart TV vorzuziehen seien. Beziehungsweise, bestimmte Business-Kundengruppen werden hier eine voraussichtlich günstigere Gesamtlösung möglicherweise vorziehen.

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