DooH Norwegen

Bis 2030 – Clear Channel erhält Werberechte in Oslo

- Media Owner Clear Channel Norge erhält in Oslo einen Vertrag über die Vermarktung von Digitaler Außenwerbung, Street Furniture und klassischem Out-of-Home. Zuvor hatte sich JCDecaux aus dem Bieterverfahren zurückgezogen. von Thomas Kletschke

Digitale Stadtmöblierung in Norwegen (Foto: Clear Channel Norge)

Digitale Stadtmöblierung in Norwegen (Foto: Clear Channel Norge)

Einem norwegischen Medienbericht zufolge gehen exklusive Außenwerberechte in der norwegischen Hauptstadt jetzt an Clear Channel Norway. Die Landesgesellschaft des weltweit tätigen Media Owners verfügt damit fast über eine Art Monopol: Neben bestehenden Außenwerberechten in der Stadt – etwa im U-Bahnnetz – ging auch die Vermarktung der Werbeträger, die der lokale kommunale Nahverkehrsbetreiber ausgeschrieben hatte, an Clear Channel.

Einer der Gründe, warum Clear Channel punkten konnte, ist offenbar betriebswirtschaftlicher, respektive juristischer Natur. Denn wie das norwegische Fachmedium Kampanje.com an dieser Stelle berichtet, hatte sich Konkurrent JCDecaux zuvor aus dem Bieterverfahren zurückgezogen.

Grund dafür soll sein, dass der Tochter des französischen Außenwerbekonzerns die Konditionen nicht wirtschaftlich genug erschienen. Dahingehend äußerte sich der lokale JCDecaux-Chef Øyvind Markussen an dieser Stelle. „Die Bedingungen des Vertrags der Stadt Osloer Gemeinde waren unhaltbar“, wird Markussen dort zitiert.

Denn die Ausschreibung sah vor, dass der Vermarktungszeitraum (2018 bis 2030) nachträglich bereits nach fünf bis sechs Jahre hätte gekündigt werden können. Zudem hätte Oslos Nahverkehrsbetreiber Sporveien, respektive dessen Vermarktungstochter Sporveien Media auch auf neues Street Furniture nach Vertragsende bestanden, was internationalen Gepflogenheiten widerspreche. Nachdem JCDecaux auf juristischem Weg versucht hatte, eine Neuausschreibung oder nachträgliche Änderung der Ausschreibung zu erreichen, hatten norwegische Politiker darauf hingewiesen, dass man nicht nachträglich und einseitig zugunsten eines der Bieters ein nach nationalem Recht konformes Verfahren zu ändern.

Der Vertrag hat einen Gesamtwert von ca. 750 Millionen Norwegische Kronen (NOK) – umgerechnet derzeit etwa 77,19 Millionen Euro. In Norwegen hat Clear Channel in den vergangenen Jahren mehrfach Verluste ausweisen müssen, hatte zuletzt aber einen Gewinn in Höhe von 6 Mio. NOK bei einem Umsatz von 430 Mio. NOK ausgewiesen. In Euro wären dies nach heutigen Kursen ein Gewinn in der Größenordnung von 617.520 EUR bei einem Umsatz von 44,26 Mio. EUR.

Media Owner Clear Channel verfügt in Norwegen zudem über lukrative Rechte im Bereich der Airportwerbung: An sieben Flughäfen des Landes, darunter Oslo und Stavanger hat man mit dem Airport-Betreiber Avinor einen entsprechenden Vertrag geschlossen. Seitdem wurden und werden die Flughäfen vor allem mit digitalen Medien wie großen LED-Screens ausgestattet.

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.