Leyard Planar

Der chinesische LED-Riese mit europäischen Antlitz

- Leyard zählt neben Unilumen und Absen zu den Top 3 LED-Anbietern weltweit und ist doch vielen Integratoren nur vom Namen her bekannt. Mit über einer Milliarde USD Umsatz sind die Chinesen im stark fragmentierten LED-Markt ein Riese. Um den Umsatz spürbar zu erhöhen wird zurzeit mit großem personellem Aufwand die eigenständige EMEA-Organisation ausgebaut. von Florian Rotberg

Leyard Planar eröffnet Showroom (Foto: invidis)

Leyard Planar eröffnet Showroom (Foto: invidis)

Mehr als 120 Mitarbeiter aus 18 Nationen umfasst das Leyard-Team in EMEA mit Headoffice in Barcelona und eigener Fabrik in der Slowakei bereits. Der DACH-Markt wird bisher alleine von Klaus Hofmeier (ehemals Scala) betreut, der aber weitere Kollegen für die DACH-Region sucht.

Ein eigener Showroom fehlte bisher – dieser wurde in der Innenstadt von Barcelona in der vergangenen Woche im Beisein von 100 Gästen eröffnet. Auf 500 m² Ausstellungsfläche sind Leyard LED-Lösungen von 0,7 mm aufwärts zu erleben sowie ein Großteil des Planar LCD-Lineups. Das es Leyard Planar in Europa ernst meint zeigt auch die Tatsache, dass man die Showroom-Ladenfläche in Barcelona für 1,5 Millionen Euro gekauft und nicht gemietet hat.

Der Umsatz von Leyard hat sich 2012 von 80 Millionen USD auf 1 Milliarde (2017) vervielfacht. Neben organischem Wachstum waren primär vier Übernahmen für das Wachstum verantwortlich:

  • Rental-LED Produzent Glux aus China (2014),
  • LCD- und LED-Spezialist Planar Systems aus Portland/Oregon (2015),
  • Linso – chinesischer LED-Produzent (2016) sowie
  • Natural Point (2017) – us-amerikanischer Optical Tracking Lösungsanbieter.

Für das laufende Jahr erwartet Leyard Planar eine Umsatzsteigerung von mehr als 50% auf 1,6 Milliarden USD. Besonders stolz ist man in Barcelona, das Leyard Planar hochprofitabel ist und somit als finanziell besonders solide aus der Masse der unzähligen unbekannten chinesischen LED-Anbieter heraussticht.

Das EMEA-Management um die beiden Ex-Barco Führungskräfte – CEO Marco Bruines und VP Sales Chris Van Elslander – legen besonders Wert auf die Tatsache, dass Leyard über keine typische chinesische Organisation in Europa verfügt. „Wir ticken wie unsere europäischen Partner und verfügen über den gleichen kulturellen Hintergrund“, sagte Marco Bruines in seiner Eröffnungsrede.

Auf die eigene Fabrik in der Slowakei – die bisher primär für Factory Acceptance Tests mit Kunden genutzt wird – ist man überaus stolz. Sie soll bald auch Assemblierung-Aufgaben übernehmen – somit sind Leyard LED-Module dann Made in EU – in den Augen von Leyard ein großer Wettbewerbsvorteil.

Doch auch mit einem Showroom in Barcelona wachsen die Bäume in Spanien bisher noch nicht in den Himmel. In den Märkten DACH, Frankreich und Naher Osten erzielt Leyard 60% des EMEA-Umsatzes, in Spanien gerade mal vier Prozent. Neben den Kernzielmärkten Rental & Staging und Broadcast setzt Leyard nun verstärkt auch auf den Retail Markt.

Volles Haus bei Leyard in Barcelona (Foto: invidis)

Volles Haus bei Leyard in Barcelona (Foto: invidis)

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