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Zusammenschluss Tamedia-Goldbach verzögert sich

- Die Eidgenössische Wettbewerbskommission WEKO wird die Übernahme der Goldbach Group durch Tamedia vertieft prüfen. Bedeutet: Der Zusammenschluss wird wohl erst im September oder Oktober wirksam. von Thomas Kletschke

Die Übernahme von Goldbach durch Tamedia wird wohl erst im Herbst durchgeführt werden können (Foto: Goldbach)

Die Übernahme von Goldbach durch Tamedia wird wohl erst im Herbst durchgeführt werden können (Foto: Goldbach)

Die Schweizer Kartellwächter von der WEKO teilten in dieser Woche mit, dass sie „die geplante Kontrollübernahme von Goldbach durch Tamedia vertieft prüfen“ werde. Die beiden Unternehmen beabsichtigten zu einem der reichweitenstärksten Vermarkter in der Schweiz zu werden, so die WEKO weiter.

Tamedia erreicht den Aufsehern zufolge mit über 50 Medien und Digitalplattformen einen großen Teil der Schweizer Bevölkerung in sämtlichen Sprachregionen. Goldbach besitze in der Schweiz eine der führenden Positionen in der Vermarktung elektronischer Medien. Zusammen planen Tamedia und Goldbach, künftig reichweitenstarke 360-Grad-Angebote in den Bereichen TV, Radio, Print und Online sowie Plakat- beziehungsweise Außenwerbung anzubieten.

Die WEKO komme aufgrund der vorläufigen Prüfung zu dem Schluss, „dass der Zusammenschluss über die einzelnen Werbekanäle (TV, Radio, Print, Online, Plakat- bzw. Aussenwerbung) hinweg zu Verbundeffekten führen könnte, die eine marktbeherrschende Stellung begründen oder eine bereits bestehende verstärken könnten. Daher wird die WEKO vertieft prüfen, wie sich das geplante Zusammenschlussvorhaben auf den Wettbewerb auswirkt“. Die Prüfung ist innerhalb einer gesetzlichen Frist von vier Monaten durchzuführen.

Wie Goldbach mitteilte, verschiebe sich der Vollzug damit auf September oder Oktober 2018. Goldbach und Tamedia seien zuversichtlich, dass die WEKO zu einem positiven Entscheid kommen werde. Tamedias CEO Christoph Tonini erklärte dazu: „Wir nehmen den Entscheid der Weko, die Übernahme vertieft zu prüfen, zur Kenntnis. Wir gehen unverändert davon aus, dass die Weko der Übernahme zustimmen wird, da Goldbach und Tamedia in unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig sind. Wir sind deshalb zuversichtlich, dass wir die Übernahme wie geplant in der zweiten Jahreshälfte vollziehen können.“

Eine weitere Voraussetzung für die Übernahme der Goldbach Group durch Tamedia ist bereits erfüllt. Bis zum Ende der Angebotsfrist am 11. April 2018 wurden Tamedia 96,90 % der maximalen Anzahl Goldbach-Aktien, auf die sich das Angebot bezieht, angedient. Nach dem Vollzug plant Tamedia, die Goldbach Group von der Börse zu nehmen.

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