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Quiet Hour Shopping - Weniger ist manchmal viel mehr

Die australische Supermarktkette Coles führte 2017 eine Autismus-freundliches, sensorarmes „Quiet Hour-Shopping“ landesweit ein, mit reduziertem Lärm, Beleuchtung und weniger visuelle Ablenkung im Store. Der Erfolg in den Pilotstores war überwältigend und so wird das Konzept nun auf weitere 173 Stores ausgeweitet.
Coles Supermarkt in Melbourne (Foto: Wpcpey)
Coles Supermarkt in Melbourne (Foto: Wpcpey)

Der australische Lebensmitteleinzelhandel ist seit dem massiven Markteintritt von Aldi in Aufruhr. Nichts mehr ist wie es war. Die beiden großen Food-Retailer Woolworth and Coles kämpfen gegen spürbar sinkende Marktanteile. Mit Dick Smith scheidet bereits ein anderer Marktteilnehmer aus – der Grund: sie konnten mit Aldi nicht mehr mithalten.

Somit versuchen Woolworth and Coles mit Service und/oder breitem Warenangebot dem deutschen Discounter die Stirn zu bieten. Eine Maßnahme von Coles – Quiet Hour Shopping. Das Autismus-freundliche Einkaufserlebnis findet jeden Dienstag von 10.30 bis 11.30 Uhr in nun 173 Geschäften statt. Dazu unternimmt Cole eine ganze Reihe von temporären Veränderungen vor:

Während der Ruhezeit wird die Beleuchtung reduziert, Coles Instore-Radio ausgeschaltet, die Piepgeräusche der Kassenscanner auf den niedrigsten Wert reduziert und Lautsprecheransagen bis auf Notfälle gestoppt. Auch das Einsammeln von Einkaufswägen und andere visuelle und Bewegungsablenkungen werden für die Stunden ausgesetzt. Außerdem steht zusätzliches Servicepersonal zur Verfügung und es wird kostenloses Obst angeboten.

Die Supermarktkette will damit eine „integrativere Einkaufsumgebung für alle Kunden“ schaffen. Das Programm wurde in Zusammenarbeit mit Autism Spectrum Australia entwickelt.

Mehr Informationen zu Coles bei news.com.au

invidis Kommentar:

Wir finden die Autismus-freundliche Shopping Hour ein super Konzept, das auch für die Digital Signage und DooH relevant sein könnte. Einer der Megatrends ist Digital Detox – jetzt auch von Google und Apple unterstützt mit neuen Geräte- und Serviceeinstellungen. Ein Verzicht auf Bewegtbild für ein Stunde pro Woche könnte eine interessante Initiative auch für Premiumretailer in Europa sein.

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