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Fujitsu Forum 2018

Robotik, AI und Biometrie richtig einsetzen

In dieser Woche ging in München das zweitägige Fujitsu Forum 2018 über die Bühne. Wir haben uns dort umgeschaut. Unser Cherry Picking brachte interessante News zu Tage – aus Japan und UK.
Der Roboter Unibo ist an eine mächtige KI angebunden (Foto: invidis)
Der Roboter Unibo ist an eine mächtige KI angebunden (Foto: invidis)

Einsam hängt die rote IG Metall Basecap auf einer der vor der Messe installierten Outdoor-Werbestelen. Reste der Proteste, sozusagen. Die Gewerkschafter hatten gegen die Schließung des Werks in Augsburg protestiert – kürzlich hatte der Konzern die Schließung von Deutschlands letzter großer Computerfabrik angekündigt. Bis 2020 sollen dort bis 1.500 Stellen wegfallen, zusätzlich weitere 300 in Deutschland. Auch das gehört zur Digitalisierung: Hardware-Assemblierung in Hochlohnländern ist ein schwieriges Geschäft.

Nach dem Protest das Business: Zur internationalen Hausmesse sind wieder zahlreiche Besucher erschienen. In der Messe München zeigt der Konzern Eigenentwicklungen und die von Partnern. Die vom Konzern kürzlich angekündigte Konzentration auf Software und Services spielt hier natürlich die Hauptrolle. So hatte auch Fujitsus Chef Tatsuya Tanska in seiner Keynote angekündigt, dass man diese Bereiche stärken wolle.

Der Rest vom Protest (Foto: invidis)
Der Rest vom Protest (Foto: invidis)

Für verschiedene Verticals werden zahlreiche Ansätze mit Künstlicher Intelligenz und selbstlernenden Systemen gezeigt. In diesem Jahr sind auch gefühlt mehr der konzerneigenen japanischen Abteilungen und Innovation Labs mit ihren Ansätzen vor Ort, als bei den Veranstaltungen der Vergangenheit.

Unser Cherry Picking mit Bezug zu Digital Signage und Retail Technology: Im Bereich der Monitore zeigt das Unternehmen auch das einzige im Programm befindliche Large Format Display, den 10 Punkt IR Touch 55-Zöller XL 55-1 Touch, der im Jahr 2017 ins Portfolio gekommen ist. Der Collaboration Screen bringt es auf eine Luminanz von 450 cd/m², löst mit Full HD auf und erreicht ein Kontrastverhältnis von 1.100:1. Genutzt wird ein IPS Panel; als Schnittstellen stehen 1x DP, 2x HDMI und 1x DVI-I zur Verfügung. Touch-Funktion und Optik gefallen, ein solider Screen für interaktive Zusammenarbeit. Es handelt sich aber auch nicht um Rocket Science.

Ein wenig anders sieht das ein paar Ecken weiter aus. Zwei junge japanische Entwickler von Fujitsu stellen den Unibo aus. Unibo ist ein kleinformatiger Service- beziehungsweise Concierge-Roboter, der ähnlich cute daher kommt wie der Pepper – eigentlich ist er sogar noch süßer. Der von der japanischen Three Pro Corporation stammende Roboter wird dadurch besonders interessant, dass er mit einer AI-gestützten Software von Fujitsu arbeitet. Durch die Künstliche Intelligenz lernt der kleine Helfer die Kommunikation mit Humanoiden. Englisch und Japansich versteht er schon mal ganz gut, ist auch bereits in Japan in Retail im Einsatz, etwa in Convenience Stores.Das System nutzt natürlich auch Face Recognition, um die gesamte Kommunkationssituation schnell einschätzen zu können. Unten am Textende zwei eingebettete Videos, in Video 2 ist der Cloud-AI-angebundene Roboter im Dienst der Hotellerie unterwegs.

Ebenfalls im Retail-Bereich der Hausmesse finden wir einen britischen Anbieter, Ads Reality. Richard Corps zeigt seine Technologie. Bekannt ist Ads Reality beispielsweise für AR-Anwendungen im Marketing, etwa Augmented Reality in Verbindung mit Visitenkarten (siehe Foto).

AR-Lösung von Ads Reality (Foto: invidis)
AR-Lösung von Ads Reality (Foto: invidis)

Beim Fujitsu Forum zeigt man vor allem eine mobile Ansteuerung großer Digital Signage Screens. Diese lassen sich so instore oder im Schaufenster als Omnichannel-Shop-Touchpoints einsetzen. Und nicht nur der Einzelhandel hat Interesse, so Corps im Interview mit invidis: „Derzeit sind wir mit Außenwerber Clear Channel in Großbritannien in Gesprächen.“

Produktvorschläge, Auswahl und Payment als Window Shopping Lösung (Foto: invidids)
Produktvorschläge, Auswahl und Payment als Window Shopping Lösung (Foto: invidids)

Der ebenfalls aus UK stammende Face Recognition-Experte Touchbyte zeigt wenige Meter weiter seine auf Gesichtserkennungstechnologie basierende Lösung für Interactive Digital Signage. Das Spannende hier: Man arbeitet daran, dass künftig die biometrischen Daten der Kunden so exakt genutzt werden können, dass das Payment quasi mit der festgestellten Identität erledigt werden kann. Also: Amazon Go-Technologie für andere Retailer.

Via Touchbyte koennte künftig das Payment nur mit Biometrie erfolgen (Foto: invidis)
Via Touchbyte koennte künftig das Payment nur mit Biometrie erfolgen (Foto: invidis)