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Cooler Screens

Microsoft investiert in digitale Kühlschränke

Microsoft und die Drogeriekette Walgreens setzen auf digitale Getränke-Kühlregale. Cooler Screens verzichtet auf transparente Displays und setzt auf Sensoren. (mit Video)
Cooler Screens bei Walgreens (Foto: Screenshot)
Cooler Screens bei Walgreens (Foto: Screenshot)

Der Verkauf von gekühlten Getränken in Supermärkten und Convenience Stores löst seit Jahren Digital Signage Visionen aus. Lange Zeit galten transparente Displays in Kühlschranktüren als das Nonplusultra unter Techies. Doch der Handel und noch mehr die Marken konnten sich nie für das Konzept erwärmen, denn in der Retail-Reality wurden die Kühlschränke nicht sortenrein befüllt sodass digitale Werbung auf der Kühlschranktür und Getränke-Artikel dahinter oft nicht korrespondierten.

Transparente Displays an Kühlschränken: It’s Cool Man – merkt aber keiner

Nun aber setzt das von Microsoft mitfinanzierte Start-up Cooler Screens und Walgreens Boots Alliance auf ein neues Konzept, das in einigen Walgreens Märkten in den USA getestet wird. Die Kühlschranktüren wurden durch Standard-Screens ersetzt und mit Kameras und Sensoren ergänzt. In Zeiten von IoT und AI wird der Point of Sale intelligent anstelle von transparent.

Die Kühl- und Gefriermöbel werden zum intelligenten Touchpoints. Die Displays präsentieren die Artikel in Bestform und passen die Werbeinhalte auf das Geschlecht und das Wetter an. Cooler Screens setzt bei der Vermarktung auf DooH-Budgets die Werbeausgaben in Form von WKZ (Trade Marketing Budgets) am PoS ergänzen sollen. Marken sollen programmatisch gesteuert für die jeweils besten Werbeplätze und -Kunden bieten.

Neben Audience Measurement werden die integrierten Sensoren auch für die automatische Warenbestandskontrolle genutzt, um möglichst rasch fehlende Artikel zu erkennen und den Nachschubprozess zu initiieren.

invidis Kommentar

Transparente Kühlschränke konnten sich aus unterschiedlichen Gründen nicht am PoS durchsetzen. Der Ansatz die Inhalte virtuell auf den Schranktüren anzuzeigen ist wenig revolutionär aber hat eine gute Chance in der Praxis zum Erfolg zu werden. einen hohen RoI zu liefern.

Die Integration von Sensoren für Audience Measurement und Stock Control passt in die Zeit und bietet viele Vorteile. Allein das Werbekonzept – DooH-Budgets verdoppeln das Einnahmepotential für Händler – scheint fraglich. Targeted Advertisement am PoS funktioniert technisch einwandfrei, allerdings sind Marken bisher nicht bereit im großen Stil DooH-Budgets dafür einzusetzen.

Auf der anderen Seite faszinieren Start-ups damit „disruptive“ zu sein. Der Leitspruch von Cooler Screens lautet passenderweise auch: „We’re technologists, designers, merchants and dreamers“