Retail

ESL-Lieferengpässe bremsen Wachstum

Vor einem Jahr fragten wir ob ESL nur ein Hype oder eine Revolution auslöst. Ein Jahr später können wir resümieren, ESL sind eine Evolution.
ESL im Supermarkt (Foto: invidis)
ESL im Supermarkt (Foto: invidis)

Verhalten aber konstant wächst die Zahl von Electronic Shelf Labels Projekten (ESL) in der DACH-Region. Führend ist weiterhin der Lebensmitteleinzelhandel, die insbesondere im Premiumsektor (Rewe, EDEKA) bei Neueröffnung regelmäßig auf ESL setzen. Allerdings werden weitestgehend Kombi-Labels eingesetzt (ESL für Preis), Produktbeschreibung über Papier.

EuroCIS 2018: Electronic Shelf Labels (ESL) – Hype oder Revolution?

Einige ESL-Großprojekte befinden sich zurzeit im Rollout oder sind in der Pipeline. So rollt die Schweizer Coop bis Ende März in 80 Filialen landesweit eine Million ESL aus. Die Schweizer betreiben rund 1000 Filialen in der Schweiz, noch viel Potential für den Lieferant SES-Imagotag. Bei den Discountern sind ESL-Rollouts bisher nur in einigen regionalen Testmärkten erfolgt.

ESL im Supermarkt (Foto: invidis)
ESL im Supermarkt (Foto: invidis)
ESL im Supermarkt (Foto: invidis)
ESL im Supermarkt (Foto: invidis)

Aber nicht nur im LEH sind ESL gefragt, auch in Elektronik-Fachmärkten. Nicht nur der europäische ESL Pionier Media Markt Saturn sondern auch deren Wettbewerber wie Dixons setzen in Teilmärkten ESL ein. Im Gegensatz zu Foodretail präferieren Elektronik-Fachmärkte großformatige ESL für Preis und Featureangaben. Der große Wettbewerb mit Amazon & Co zwingt auch den stationären Handel die Preise häufig anzupassen. Dabei erreichen einige Retailer mehrere tausend Preisänderungen pro Woche.

Großformatige ESL bleiben eine Ausnahme (Foto: invidis)
Großformatige ESL bleiben eine Ausnahme (Foto: invidis)

Auch ESL-basierte Fashionlabels kommen zum Einsatz. So setzt BonPrix Connect auf digitale ESL-Fashionlabels die neben Preis auch verfügbare Artikelgrößen und ein QR-Code anzeigen. BonPrix hat dabei aufgrund der Single Item Präsentation einen großen Vorteil – im Teststore in Hamburg sind lediglich 350 Artikel auf der Fläche gleichzeitig verfügbar. Bei den Fastfashion-Wettbewerbern Zara, H&M & Co wäre der Bedarf pro Filiale direkt im fünfstelligen Bereich.

ESL bei BonPrix (Foto: invidis)
ESL bei BonPrix (Foto: invidis)
ESL-Fashionlabel bei BonPrix (Foto: invidis)
ESL-Fashionlabel bei BonPrix (Foto: invidis)

Generell beobachten wir auch ESL-Projekte in anderen Einzelhandelbereichen. Insbesondere dort wo ein großer Preiswettbewerb mit Online-Anbietern besteht, kommen zunehmend ESL instore zum Einsatz. Die Nachfrage übersteigt dabei das Angebot bei weitem. Kleine Proof of Concept sind mangels ESL-Verfügbarkeit zurzeit nur schwer zu realisieren.

Neben Verfügbarkeit sind besonders die Installation und Befestigung eine Herausforderung. Während die Befestigung an Warenträgersystemen einfach und zuverlässig funktioniert, sieht es bei Sonderaufstellern und Highlightflächen anders aus. Kleine ESL gehen optisch unter, große ESL lassen sich nur neben die Artikel stellen, ohne sie fixieren zu können. Bei Media Saturn setzt man teilweise auf DIN A4 Prospektständer, die neben dem Label auch noch ein signalfarbenes Passepartout integrieren.

Herausforderung ESL-Befestigung (Foto: invidis)
Herausforderung ESL-Befestigung (Foto: invidis)
Herausforderung ESL-Befestigung (Foto: invidis)
Herausforderung ESL-Befestigung (Foto: invidis)