Anzeige
Handel

Aus real,- könnte bald Kaufland werden

Der Händler real,- steht vor der Zerschlagung. Peinlich am Rande: Erst kürzlich hat das Unternehmen eine Juniorprofessur für Retail Analytics gestiftet.
real,- Markt, Symbolbild (Foto: real,- SB-Warenhaus GmbH)
real,- Markt, Symbolbild (Foto: real,- SB-Warenhaus GmbH)

Stimmen die Informationen des Handelsblatts, steht die Supermarktkette real,- vor dem Aus.

Hintergrund: Die Metro hat real,- zum Verkauf gestellt. Laut einem aktuellen Bericht des Handelsblatts sollen lediglich noch zwei Bieter im Rennen sein. Diese kommen der Wirtschaftszeitung zufolge nicht aus dem Sektor Retail, sondern aus dem Immobiliengeschäft. Aussichtsreiche Bieter sind demnach die x+bricks AG und die Redos-Gruppe – letztere in einem Konsortium mit Morgan Stanley.

Bislang verfügt real,- über 279 Filialen und beschäftigt 36.000 Mitarbeitende. Insgesamt 65 Immobilien gehören real,-. Und um diese Objekte soll es gehen. Die Rede ist von Geboten in Höhe von 900 Millionen Euro.

Da die Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland) bereits öffentlich Interesse an der Fortführung von bis zu 100 real,- Filialen angekündigt habe – und es nach Handelsblatt-Informationen bereits interne Schulungen gebe, wie Kaufland-Führungspersonal künftig die bisherigen real,- Filialen und Mitarbeitenden führen sollten – geht die Zeitung davon aus, dass zumindest ein Teil der Märkte und Arbeitsplätze erhalten bleiben könnte. Denn: „Beide Bieter“ – gemeint sind die Immobiliengesellschaften – „haben Geschäftskontakte zum Real-Konkurrenten Kaufland“, so das Handelsblatt.

Gleichwohl sagt die Metro, es gebe noch Verhandlungen mit mehr als zwei Bietern. Damit ist der Wirtschaftszeitung zufolge Markant gemeint.

Ob Markant oder Kaufland: real,- wird es also in absehbarer Zeit in dieser Form wohl nicht mehr geben.

In der jüngeren Vergangenheit hatte real,- mit „Markthalle“ ein wertiger daherkommendes Retail-Konzept umgesetzt (vgl. Link am Ende des Artikels).

Wie ein böser Witz des Schicksals wirkt vor dem Hintergrund des drohenden Aus für die Marke eine Pressemitteilung von real,- vom 20. März 2019. Damals hatte man bekanntgegeben, gemeinsam mit der WHU – Otto Beisheim School of Management eine Juniorprofessur für Retail Analytics gestiftet zu haben. „Diese Kooperation stellt für beide Seiten einen Gewinn dar. real stellt der WHU umfangreiches Datenmaterial aus der Praxis zur Verfügung und erhält im Gegenzug exklusiv einen direkten Zugang zu wichtigen Forschungsergebnissen“, ließ sich reals CEO Henning Gieseke zitieren.

Anlässlich der für 3 Jahre gestifteten Professur wurde Marcel Uphues, Geschäftsbereichsleiter Finanzen bei real und Koordinator für die Zusammenarbeit mit der Hochschule, so zitiert: „Die heutigen Herausforderungen im Wettbewerbsumfeld können nur durch permanente Weiterentwicklung von Methodenkompetenzen in den Kernfunktionen Category Management, Supply Chain, Marketing, Vertrieb und Finanzen bewältigt werden. Die Förderung der Juniorprofessur für Retail Analytics unterstützt uns bei der Umsetzung eines modernen, digitalen Handelsmanagements.“

Wie es aussieht, werden etwaige praxisnahe Forschungsergebnisse zwar dem Handel zugute kommen – wohl aber nicht mehr real,-.

Digital Signage & Handel: real,- rollt weitere Flagships vom Typ „Markthalle“ nun bundesweit aus