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Digital Signage Branche

Grassfish wird zur Digital Experience Platform

Wien | Die Software Grassfish wird zur Digital Experience Platform ausgebaut. Derzeit entsteht die Schnittstelle zum Adobe Experience Manager. Dies kündigte Gründer und Geschäftsführer Roland Grassberger während des Grassfish Partner Summit 2019 an.
Roand Grassbeger kündigt den Ausbau von Grassfish zur DXP an (Foto: invidis)
Roand Grassbeger kündigt den Ausbau von Grassfish zur DXP an (Foto: invidis)

Bereits zum 7. Mal holte Grassfish Partner und Kunden zusammen, um über Digital Signage, die Branche und kommende sowie abgeschlossene Projekte zu diskutieren. Mit etwa 150 Besuchern waren doppelt so viele Teilnehmende nach Wien gekommen, wie noch 2018.

Bei dem Treffen im MuseumsQuartier Wien waren von Kundenseite Vertreter aus den vertikalen Märkten Einzelhandel, Automotive und Retail Banking zugegen. Aus diesen Feldern wurden auch verschiedene Projekte vorgestellt: BMW, Commerzbank, der DG-Verlag (Dienstleister für genossenschaftlich organisierte Raiffeisenbanken in Deutschland) oder der Airport Wien gehörten zu den Kunden, die eigene Projekte vorstellten.

Auch wer Österreichs modernsten Werkzeugfachmarkt kennenlernen wollte, hatte bei der Veranstaltung Gelegenheit dazu: Der neue LET’S DOIT in Wels mit seinem auf Interaktivität (etwa durch Live-Vor-Ort-Vergleich zahlreicher Artikel an verschiedenen Stationen) und Omnichannel basierenden Konzept wurde ebenfalls vorgestellt.

Dazu war ein Ausstellungsbereich mit verschiedenen Anwendungsszenarien aufgebaut worden. Hier konnten beispielsweise datenschutzkonforme Erkennungssysteme mittels Sensorik und Kameras getestet werden. Hier wurde auch eine Lösung gezeigt, wie man unter Grassfish eine interaktive Ankleide mittels Kameras so nutzen kann, dass Kunden verschiedene Fotos verschiedener Kleidungsstücke gleichzeitig begutachten können – späteres Teilen via Social media nicht ausgeschlossen. Lift & Learn-Stationen und weitere Trends waren ebenfalls Teil der Werkschau.

Bei der Veranstaltung stellte sich auch Advertima vor. Das Schweizer Unternehmen ist neuer Tech-Kooperationspartner von Grassfish und auf die Datenlieferung und -auswertung mittels Sensorik spezialisiert. Für einige der im Ausstellungsbereich gezeigten Anwendungen wird Advertimas Lösung im Zusammenspiel mit Grassfish genutzt.

Eine runde, sehr interessante Veranstaltung, bei der sich Interessierte ausgiebig informieren konnten.

Das kann man aber noch toppen, wie Roland Grassberger, Gründer und einer der beiden Geschäftsführer unter Beweis stellte. Denn mit einer Ankündigung gegen Ende des offiziellen Teils der Veranstaltung machte der Grassfish-CEO deutlich, dass man auch weiterhin an der Spitze der europäischen Digital Signage-Software-Anbieter stehen möchte: Grassfish wird zur Digital Experience Platform (DXP) ausgebaut. Wie lange dieser Prozess dauern werde, sei noch nicht exakt absehbar, so Grassberger. Aber man hat sich bereits umgetan und auch mit anderen Anbietern gesprochen.

Denn Grassfish erhält eine Schnittstelle zur von Adobe entwickelten Adobe Experience Platform. „Wie sehen es so, dass künftig unterschiedliche DXPs in den Unternehmen genutzt werden. Deshalb arbeiten wir an Schnittstellen zu verschiedenen Plattformen“, erklärte Grassberger in seiner abschließenden Keynote. Im Gespräch mit invidis unterstrich Grassberger, dass Adobe bei der Erstellung von Contents weltweit und in verschiedensten Kanälen führend sei. Motto: Inhalte und Adobes DXP erstellen, via Schnittstelle an Grassfish übergeben und durch letztgenannte Lösung die Ausspielung organisieren. Neben der Anbindung an Adobe sollen auch weitere DXP-Schnittstellen entstehen.

„Wir haben uns in jüngerer Zeit stark mit Zielgruppen beschäftigt, mit Generationen und deren Wünschen“, sagt Roland Grassberger im Interview. Damit soll sich Grassfish zu einer Unternehmenssoftware wandeln, die in die IT-Landschaft integriert wird und Schnittstellen zu weiteren wichtigen System liefert. Das „Weg von der Insel“-Mantra der Branche will das Unternehmen aus Wien nun in ein Produkt überführen, dass diesem Anspruch mehr als gerecht werden soll. Damit werden künftig Zielgruppen, Produkte und Kampagnen ebenso abgebildet wie Daten-Arten, Digital Signage-Playlisten und -Medien.

Anwendungen wie personalisierter Warenkörbe, die nicht nur die gekauften Produkte anzeigen, sondern Empfehlungen liefern, sind dann künftig möglich. Damit soll in Zukunft mit der Wiener Lösung auch das möglich werden, was Amazon so groß gemacht hat: Eine Empfehlungsfunktion, die es auch wert ist, als solche bezeichnet zu werden.

Das Unternehmen will sich nicht festlegen, wie lange der Ausbau zur DXP dauern wird. Zum einen möchte man sicherlich nicht der Konkurrenz zu sehr Einblick gewähren, wie weit man ist. Auf der anderen Seite können bei solchen Großprojekten durchaus auch notwendige Verzögerungen eintreten. Schließlich will man dann eine perfekte Lösung vorstellen.

Das Thema wird invidis weiter begleiten – beim Thema Grassfish ebenso wie beim kommenden Jahrbuch, in dem DXPs eines der Themen sein werden.