Das neue Strafzoll-Regiment auf Hardware ist kompliziert und die Begründungen nicht immer einfach nachzuvollziehen. Im Prinzip verhängt die US-Regierung 10% auf alle Länder plus reziproke Zusatzzölle. Damit erreichen die Zölle ein Niveau wie seit fast 100 Jahren nicht mehr. Software und Services werden nicht zusätzlich besteuert.
Für die Digital Signage-Branche relevante Steuersätze sind:
- Mexico (- %) – Viele Displayhersteller wie Samsung, LG und PPDS produzieren dort TVs und professionelle Displays. Mexiko und Kanada wurden von dem Universalzoll verschont. Waren aus den beiden Ländern, die das 2020 mit den USA unterzeichnete Handelsabkommen einhalten, bleiben von den Zöllen befreit.
- China (54%) – Größter Einfluss auf die Branche, da ein Großteil der Elektronikprodukte wie Mediaplayer und LED in China hergestellt wird. Zusätzlich zu den bereits verkündeten 20 % Strafzöllen gibt es 34 % weitere Strafzölle.
- Vietnam (46%) – Zweitwichtigstes Herstellungsland für Elektronik, darunter Samsung The Wall und Brightsign-Mediaplayer.
- Taiwan (32%) – Viele Displays werden hier produziert, jedoch sind Halbleiter (Semiconductors) von Strafzöllen ausgenommen.
- Korea (25%) / Japan (24%) – Auch wenn in Korea und Japan viele großen Branchen-Anbieter zuhause sind, werden hier kaum noch relevante Digital Signage-Produkte hergestellt.
- EU (20%) – Als Produktionsstandort weniger relevant, mit Ausnahme von Premium-LED-Lösungen, die mit „Made in EU“ in die USA exportiert werden.
Hersteller werden nun versuchen, ihre globalen Produktionsnetzwerke auf die neuen Zollniveaus anzupassen und Lücken im System zu finden. Für professionelle Displays ist die Strafzoll-Ausnahme von Mexiko die einzige gute Nachricht.
Fast alle Hardware-Anbieter haben seit Jahresbeginn ihre Lager in den USA aufgefüllt, so dass in den ersten Wochen noch nicht große Preissteigerungen zu erwarten sind. Aber mittelfristig werden erhebliche Preissteigerungen erwartet.