Samsung verabschiedet sich zunehmend von klassischen Hardware-Narrativen wie Auflösung, Helligkeit oder Rahmendicke. Stattdessen rücken „AI on Device“, „AI in the Cloud“ und vor allem eine Plattform in den Fokus, die sich über die gesamte Lebensdauer des Geräts weiterentwickelt. Die Hardware bleibt konstant – das Nutzungserlebnis nicht. Damit positioniert sich Samsung bewusst als Plattformanbieter statt als reiner Hardwarehersteller.
Diese Neuausrichtung ist auch eine Antwort auf die veränderte globale Display‑Industrie. Koreanische Hersteller haben sich vollständig aus der LCD‑Panel‑Fertigung zurückgezogen, die heute von chinesischen Anbietern wie BOE, TCL CSOT oder Hisense dominiert wird. Samsung konkurriert daher nicht mehr primär über Preis oder Volumen, sondern über Software, Ökosystem und langfristigen Nutzen. Die zentrale Aussage: Nicht das Display ist das alleinige Produkt, sondern die Plattform dahinter.
Die ausführliche Analyse von Florian Rotberg auf invidis.com
Besonders relevant für professionelle AV‑ und Digital‑Signage‑Anwender ist Samsungs Zusage von sieben Jahren Betriebssystem‑ und Sicherheitsupdates. Damit setzt der Hersteller neue Maßstäbe – über aktuelle EU‑Vorgaben hinaus – und unterstreicht, dass langfristige Softwarepflege künftig zur Grundvoraussetzung wird.
CES 2026 macht deutlich: Innovation entsteht nicht mehr durch Paneltechnologie allein, sondern durch Vertrauen in Plattformen, kontinuierliche Software‑Entwicklung und die Fähigkeit, auch Jahre nach der Installation neue Funktionen bereitzustellen.
Eine Herausforderung für die mittelständisch geprägte Digital Signage Branche, in der häufig regionale Integratoren und Software-Anbieter mit wenig Markenbekanntheit auf Kundenseite im Wettbewerb bestehen müssen. Die besten Lösungen und Services werden ohne bekannte Marke, Vertrauen und AI-Kompetenz schwieriger erfolgreich am Markt angeboten werden können.

