DooH ist heute im Mediamix ganz weit vorne. Nicht als Hype, sondern weil es ein Problem löst, das klassische Kanäle immer schlechter lösen: Zielgruppen im richtigen Moment zu erreichen. TV und ähnliche Reichweitenmodelle verlieren weiter an Prozentpunkten. Gleichzeitig steigt der Wert des Standorts, weil Kontext zur neuen Währung wird.
Zehn Prozent Marktanteil für OoH insgesamt klingt nach einer Zahl, ist aber in Wahrheit ein Vertrauensbeweis. Dafür müssen wir liefern wie ein professioneller Medienkanal und nicht wie eine Ansammlung einzelner Netze. Das heißt: klare Standards bei Formaten und Proof-of-Play, saubere Inventarqualität, nachvollziehbare Abrechnung, stabile Uptime, einheitliche Buchungslogiken und ein Umfeld, das Marken ohne Bauchschmerzen bespielen können.
Wenn diese Grundlagen stimmen, wird DooH nicht nur als Ergänzung gebucht, sondern als Pflichtbaustein in der Mediaplanung. Genau dann wird auch die Diskussion weniger über einzelne Standorte geführt und mehr über Wirkung, Zielgruppenqualität und Performance. Und genau daraus entstehen die nächsten zehn Prozent: aus weniger Reibung, mehr Planungssicherheit und einer Branche, die beweist, dass DooH skalierbar ist, ohne dabei an Qualität zu verlieren.
Mehrwert verändert Wahrnehmung
2025 war für uns ein Jahr, in dem wir diesen Trend nicht nur beobachtet, sondern konsequent in die Praxis übersetzt haben: Digitale Außenwerbung wird stärker, wenn sie mit einem echten Mehrwert verbunden ist. Wenn Menschen nicht nur eine Botschaft sehen, sondern gerade etwas erleben, das ihnen hilft.
Bei Rechargy passiert genau das über eine simple Logik: Powerbank mieten, Akku retten, positives Erlebnis. Und genau in diesem Moment fühlt sich Werbung anders an. Wenn jemand auf einer Konferenz mit zwei Prozent Akku plötzlich wieder handlungsfähig ist, entsteht eine Dankbarkeit, die man auf der Couch vor dem Fernseher kaum erzeugen kann. Das ist ein Unterschied, der in der Kampagnenwirkung spürbar wird.
Unsere These dahinter ist einfach: Warum um etwas herum werben, wenn man auch direkt drin werben kann. Warum um die IFA herum Reichweite einkaufen, wenn man auf der IFA-Messe präsent sein kann. Warum Geotargeting um die Berliner Clubszene, wenn man in den Clubs selbst kommunizieren kann. Genau diese Logik lässt sich über das Nachtleben hinaus skalieren, auf Events, Festivals und in Nischen, die für viele Marken sonst nur schwer erreichbar sind.
Dabei geht es 2026 noch stärker um Qualität der Reichweite. Nicht nur darum, dass jemand an Werbung vorbeiläuft, sondern darum, dass Menschen aktiv zum Touchpoint gehen, in einem entspannten Umfeld, in einem Moment, in dem sie aufnahmefähig sind. Kneipe, Späti, Weihnachtsmarkt, Konferenz, Festival. Das sind Situationen, in denen Aufmerksamkeit anders entsteht als zwischen Haustür und Büro.
Ausblick 2026
2025 haben wir diese Idee auf mehr als 200 Events umgesetzt und unser Netzwerk in Gastro, Nachtleben und Convenience weiter ausgebaut, mit inzwischen mehr als 1.000 Screens. Marken schätzen genau diese Kombination aus Zielgruppen Nähe und Nutzwert, weil sie die Botschaft nicht gegen den Alltag drücken müssen, sondern diese sich organisch in den Moment einfügt.
Der Ausblick auf 2026 ist deshalb klar: europaweite Skalierung mit Deutschland als Rückgrat. Die Zusammenarbeit mit der Messe Berlin, Messe Hamburg, Messe Basel und Messe Zürich ist dafür ein starkes Signal, weil genau dort hochrelevante Zielgruppen, Marken und Innovation zusammenkommen. Gleichzeitig setzen wir technologisch auf Geschwindigkeit und Anschlussfähigkeit: Programmatic ist bei uns kein Buzzword, sondern Infrastruktur. Die Anbindung an die SSP1 zu Jahresbeginn und die kürzliche Integration von Vistar Media in unser Inhouse-CMS markieren den nächsten Schritt Richtung Internationalisierung.
Und ein Punkt ist mir dabei wichtig: Die Branche gewinnt nicht im Gegeneinander, sondern im Miteinander. Wenn wir Standards, Qualität und Marktfähigkeit gemeinsam hochziehen, sind die nächsten zehn Prozent Wachstum kein Wunschdenken, sondern realistisch.
Auf ein erfolgreiches Jahr.

