Die AIMS, die Alliance for IP Media Solutions, veröffentlichte auf der ISE 2026 den Standard IPMX als vollständig entwickeltes System. Der Verband agiert dabei als internationales Konsortium aus Broadcast- und ProAV-Unternehmen wie Arista, Cisco, Panasonic und Ross Video. Dabei will man IPMX als globalen Standard etablieren und die Fragmentierung im Markt beenden.
Nach einer sechsjährigen Entwicklungsphase markierte die Messe in Barcelona den offiziellen Marktstart. Das Framework basiert auf den im Broadcast bewährten Standards ST 2110 und NMOS. IPMX kann also überall dort ins Spiel kommen, wo Video- und Audiosignale flexibel und herstellerübergreifend über Standard-IP-Netzwerke verteilt werden müssen.
Die EBU, die European Broadcasting Union, übernimmt als unabhängige Drittpartei dabei die Prüfung der Geräte auf Interoperabilität. Dieser Test stellt sicher, dass Hardware verschiedener Hersteller in einer Netzwerkinfrastruktur zusammenarbeitet. Andrew Starks, Vorstand der AIMS Alliance, bezeichnet diesen Schritt als Abschluss der technischen und regulatorischen Aufbauarbeit.
Offizielle Zertifizierung für Hardware
„Auf der ISE zeigen wir erstmals offiziell zertifizierte IPMX-Produkte“, führte Andrew Starks im invidis-Gespräch aus. Die Einführung umfasst fertige Testpläne und dokumentierte Verfahren für Hersteller. Damit reagiert der Non-Profit Verband auf die Anforderungen der ProAV-Branche nach verlässlichen Lösungen für AV-over-IP. In Anwendungen wurden Szenarien eines Sportstadions und einer Kirche gezeigt.

IPMX deckt technische Kernbereiche wie USB-Unterstützung und HDCP-Kopierschutz ab. Der Standard ermöglicht zudem eine flexible Nutzung von PTP-Timing für die Synchronisation.
Im Gegensatz zu den strengen Vorgaben im Broadcast-Markt erlaubt IPMX Anpassungen bei Latenz und Bandbreite. Dies kommt Anwendungen in der ProAV-Industrie entgegen, bei denen Kosteneffizienz und Netzwerkauslastung im Fokus stehen.
Offene Architektur von IPMX
Hardware für den neuen Standard ist bereits von Unternehmen wie Matrox, Aja Video Systems oder Ross Video verfügbar. Die Architektur von IPMX ist offen gestaltet und nutzt Restful-APIs für die Steuerung. Integratoren können dadurch eigene Kontrollsysteme auf einer standardisierten Basis entwickeln.
„Die Einführung von IPMX soll die AV-Branche mit einer flexiblen und zukunftssicheren Methode voranbringen“, sagte Andrew Starks. Der Fokus liegt dabei auf der einfachen Bereitstellung von Lösungen in bestehenden IP-Netzwerken. Das Zertifizierungsprotokoll IPMX zeigt, dass eine schrittweise Entwicklung hin zu Standardisierung möglich ist.


